Donnerstag, 18. Januar 2018


  • Pressemitteilung BoxID 518042

25. Hauptversammlung des ACV Automobil-Club Verkehr

eCall & vernetztes Fahren: Rechte der Fahrzeugdaten müssen beim Nutzer liegen

Köln, (lifePR) - Aktu­elle ver­kehrs­po­li­ti­sche The­men stan­den im Mit­tel­punkt der 25. Haupt­ver­samm­lung des ACV Automobil-Club Ver­kehr. Der dritt­größte Auto­mo­bil­club in Deutsch­land lud am Frei­tag und Sams­tag (23. und 24.10.2014) seine Dele­gier­ten und Gäste aus Wirt­schaft und Poli­tik nach Wei­mar ein. Im Fokus stand vor allem die For­de­rung nach der Kon­trolle des Daten­schut­zes von Indi­vi­dual­da­ten bei eCall und Ver­netz­tem Fah­ren.

Daten­lie­fe­rant Auto: Selbst­be­stim­mungs­recht über Indi­vi­dual­da­ten

Ab Okto­ber 2015 wird für alle Neu­fahr­zeuge das auto­ma­ti­sche Not­ruf­sys­tem eCall ein­ge­führt. Das EU Par­la­ment geht davon aus, 2.500 Todes­op­fer jähr­lich zu ver­mei­den. Das bord­ei­gene Not­ruf­sys­tem ist ein wich­ti­ger Bei­trag zur Stei­ge­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit. Nach der­zei­ti­gem Stand kann der Nut­zer das Sys­tem manu­ell nicht aus­schal­ten. Vize­prä­si­dent Jür­gen Kog­lin warnte vor den Unklar­hei­ten hin­sicht­lich der Löschung von Ortungs­da­ten und even­tu­elle Zusatz­nut­zen durch pri­vate Anbie­ter. Er for­derte "das Selbst­be­stim­mungs­recht über jewei­lige Indi­vi­dual­da­ten muss beim Fah­rer lie­gen. Die Ver­ant­wor­tung für den eCall ist nicht an pri­vate Dienst­leis­ter dele­gier­bar, son­dern ori­gi­näre Auf­gabe des Staates".

Die Daten­ho­heit liegt auch bei der tech­ni­schen Ent­wick­lung des ver­netz­ten Fah­rens beim Nut­zer. "Auto­fah­rern muss bewusst sein was mit ihren Daten pas­siert", so Kog­lin wei­ter. Mobile Tele­ma­tik­mo­dule ermög­li­chen, dass das Auto wäh­rend der Fahrt immer online ist und über­wacht wer­den kann. Durch GPS-Daten las­sen sich genaue Bewe­gungs­pro­file des Fah­rers erstel­len. Der ACV for­dert, durch die Daten­sam­mel­wut darf der Fah­rer nicht die Kon­trolle über die mög­li­che stän­dige Über­wa­chung ver­lie­ren.

ACV begrüßt Elek­tro­mo­bi­li­tät als Teil zukünf­ti­ger Mobi­li­täts­kon­zepte

Außer­dem begrüßt der ACV die Ent­wick­lung der Elek­tro­mo­bi­li­tät, obwohl sie hier­zu­lande nach wie vor zäh ver­läuft, doch "der Ein­satz alter­na­ti­ver und umwelt­scho­nen­der Antriebe, sind Fun­da­mente künf­ti­ger Mobi­li­täts­kon­zepte", sagt Kog­lin. Neben den hohen Anschaf­fungs­kos­ten, ist die geringe Bat­te­rie­leis­tung ein Hin­de­rungs­grund für viele ein Elek­tro­fahr­zeug anzu­schaf­fen. Die hohen Kos­ten resul­tie­ren unter ande­rem aus den hohen Prei­sen für Akkus, die in der Regel nicht in Deutsch­land her­ge­stellt wer­den und an der neuen Lie­fe­ran­ten­kette, die erst auf­ge­baut wer­den muss. Der ACV for­dert zur effi­zi­en­te­ren Zusam­men­ar­beit von Auto­mo­bil­in­dus­trie und die/der Poli­tik auf, um Wirt­schaft­lich­keit und eine flä­chen­de­ckende Lad­ein­fra­struk­tur zu gewähr­leis­ten.

Ableh­nung von Riesen-Lkws in Deutschland

Der ACV spricht sich außer­dem gegen den Ein­satz von Giga­li­nern auf deut­schen Stra­ßen aus. In Zusam­men­ar­beit mit der Alli­anz pro Schiene hat der Auto­mo­bil­club eine Forsa-Umfrage zur Akzep­tanz von Riesen-Lkws in Deutsch­land in Auf­trag gege­ben. Dem­nach leh­nen mehr als zwei Drit­tel die Kolosse auf deut­schen Stra­ßen ab. Ins­ge­samt spra­chen sich 79 Pro­zent der Befrag­ten gegen eine Zulas­sung von über­gro­ßen Last­wa­gen auf deut­schen Stra­ßen aus, wäh­rend nur 17 Pro­zent dafür waren. Die Mehr­heit sieht erheb­li­che Risi­ken bei Über­hol­vor­gän­gen und Abbie­ge­si­tua­tio­nen sowie bei der Stra­ßen­be­an­spru­chung mit Ver­schleiß­er­schei­nun­gen durch stär­kere Lasten.

Kon­zen­tra­tion auf das Kern­ge­schäft

"Wir kon­zen­trie­ren uns auf wei­ter­hin auf unser Kern­ge­schäft: die Pan­nen­hilfe", sagte Lars Wage­ner, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung, am Ende der Haupt­ver­samm­lung. "Die stän­dige Opti­mie­rung und Wei­ter­ent­wick­lung unse­res Leis­tungs­um­fangs zu gleich­blei­ben­den Mit­glie­der­bei­trä­gen ist unsere Prä­misse." 96 Pro­zent Mit­glie­der­zu­frie­den­heit sei eine gute Vor­aus­set­zung für die wei­tere Arbeit.

Der ACV Automobil-Club Ver­kehr ver­zeich­net der­zeit rund 300.000 Mit­glie­der. Damit ist er dritt­größ­ter Auto­mo­bil­club in Deutsch­land. Der Auto­mo­bil­club arbei­tet mit ROLAND Assis­tance und ein­ge­tra­ge­nen Abschlepp­diens­ten zusam­men. Der­zeit sind täg­lich 1.827 Fahr­zeuge für den ACV in Deutsch­land im Einsatz.

ACV Automobil-Club Verkehr e.V.

Der ACV Automobil-Club Verkehr ist derzeit mit seinen 300 000 Mitgliedern der drittgrößte Automobil-Club in Deutschland. Der Verein bietet seinen Mitgliedern umfassenden Schutz und Sicherheit im mobilen Leben und steht rund um die Uhr europaweit mit Rat und Tat zur Verfügung. Er ist serviceorientiert, leistungsfähig, preiswert und hat für jeden das optimale Leistungspaket.

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