Buchenwald-Überlebende besuchen Open-Air-Ausstellung "DIE ZEUGEN" in Weimar

Freundinnen seit über 75 Jahren: Magda Brown und Éva Fahidi-Pusztai treffen sich / 5. ACHAVA Festspiele Thüringen 2019

(lifePR) ( Weimar, )
Im Rahmen des 74. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald haben heute Überlebende die Ausstellung der ACHAVA Festspiele Thüringen DIE ZEUGEN und das neue Bauhaus-Museum besucht.

Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine, Martin Kranz, Intendant der ACHAVA Festspiele Thüringen, und Rikola-Gunnar Lüttgenau, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, haben die Gäste am Bahnhofsvorplatz, wo die Ausstellung beginnt, begrüßt.

„Es ist immer bewegend, wenn ehemalige Häftlinge von Buchenwald Weimar besuchen. Mit der Besichtigung des Quartiers der Moderne, insbesondere der Ausstellung „Die Zeugen“ und dem gerade eröffneten Bauhaus-Museum, nehmen sie das Abbild einer ambivalenten Zeit in Augenschein, die sie selbst miterlebt haben. Die Häftlinge von einst sind heute Ehrengäste der Stadt. Die Stadt Weimar fühlt sich ihrem Vermächtnis zutiefst verbunden und wird nie über die Verbrechen der Nationalsozialisten schweigen. Es ist mir daher eine besondere Ehre, so viele Zeitzeugen in Weimar empfangen zu dürfen.“ betont Oberbürgermeister Peter Kleine.

Rikola-Gunnar Lüttgenau erklärte die Bedeutung der Ausstellung auf genau diesem Weg vom Bahnhof Richtung Innenstadt. Bis 1940 sind Häftlinge am Hauptbahnhof angekommen und dort von der Weimarer Bevölkerung beschimpft und bespuckt worden. Die Platzierung der Ausstellung DIE ZEUGEN entlang der Weimarer Prachtstraße setzt also ein Zeichen gegen die Ausgrenzung in der Vergangenheit und für menschliche Solidarität.

Zwei Zeuginnen und Freundinnen seit über 75 Jahren!
Ein besonders schöner Moment war das Aufeinandertreffen der beiden Überlebenden Magda Brown und Éva Fahidi-Pusztai. Von Auschwitz kommend, hatten sie sich in Allendorf, einem hessischen Außenlager Buchenwalds kennengelernt, wo sie lebensgefährliche Schwerstarbeit in einer Sprengstofffabrik leisten mussten. Bei einem Todesmarsch konnten sie entkommen und sich in einer Scheune verstecken. Nach Befreiung wohnten sie kurz zusammen. (Hier ein Foto aus dieser Zeit: http://www.magdabrown.com/wp-content/uploads/2013/11/Survivors-1.jpg) 1945 emigrierte Magda jedoch in die USA und Éva ging zurück nach Ungarn und sie verloren sich für 45 Jahre aus den Augen. Seit 1990 finden immer wieder Begegnungen statt, so auch heute in Weimar. Dabei entstand ein Foto vor dem Portrait von Magda Brown.
Am Samstag, den 13. April 2019 kann man Magda Brown als Zeugin live im Kulturzentrum mon ami erleben.


Anschließend wurden die Überlebenden mit einem Bus der Stadtwerke durch die Ausstellung gefahren, entlang der Carl-August-Allee bis zum Bauhaus-Museum.

Martin Kranz zeigte sich gerührt und glücklich über die große Teilnahme der Überlebenden, deren Gesichter auch in der Ausstellung DIE ZEUGEN zu sehen sind: „Ich freue mich, dass Sie als Zeugen, an den Plätzen sind, an denen Sie früher nicht sein durften. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Ausstellung ein bleibender Teil des Weimarer Stadtbildes sein wird.“

Vor dem Bauhaus-Museum erwartete Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, die Überlebenden und ihre Verwandten, um Ihnen eine private Führung durch den neuen Museumsbau zu geben. Hellmut Seemann erläuterte den Ehrengästen das Museums- und Ausstellungskonzept sowie eine der Grundideen der Bauhäusler – die des neuen Menschen, der in einer Welt ohne Krieg leben will. Dies war Motivation, bisherige Bau- und Einrichtungskriterien dem Bedürfnis des neuen Menschen anzupassen.
Die Überlebenden hörten interessiert zu. Parallel übersetzten Dolmetscher für ihre Gäste in vielen Sprachen die Museumsführung, darunter in Englisch, Italienisch, Polnisch und Russisch.

DIE ZEUGEN ist eine Ausstellung des Weimarer Fotografen Thomas Müller. Die eindringlichen Portraits von Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald werden erstmalig öffentlich gezeigt. Als überlebensgroße Bilder säumen sie die Straße von Weimarer Hauptbahnhof Richtung Stadtzentrum bis zum neuen bauhaus museum-weimar. Mehrere Jahre portraitierte Thomas Müller ehemalige Häftlinge. Daraus wurden 16 Bilder ausgewählt, beispielsweise von Naftali Fürst und Vasile Nuszbaum.
 
Die Ausstellung geht bis 29. September 2019
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