Ridesharing: Gemeinsam unterwegs zum Ziel

Wie die Ergänzung zum öffentlichen Personenverkehr funktioniert, welche Vorteile sie hat und wer sie ausprobieren sollte

(lifePR) ( Stuttgart, )
Bequem von der Haustür oder der nächsten Straßenecke, unabhängig von festen Fahrplänen, zum Ziel – das bieten sogenannte Ridesharing-Angebote in immer mehr Städten ihren Kunden. Was Verbraucher vor der Nutzung dieser neuen Angebote wissen sollten, für welche Wege sich Ridesharing wirklich eignet und was es kostet, darüber informiert der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub.

Ridesharing meint im klassischen Sinn die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeuges durch mehrere Personen für die Fahrt von einem Ort zum anderen. Längst bekannt sind die klassischen Mitfahrzentralen, die Mitfahrgelegenheiten für längere Fahrten im privaten Pkw vermitteln. Demgegenüber bieten immer mehr Unternehmen Mitfahrangebote für den Nahbereich mit eigenen Fahrzeugen und Fahrern.  Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE: „Diese neuen Mobilitätsdienste ergänzen den öffentlichen Personennahverkehr um einen attraktiven, verbraucherorientierten und einfach zugänglichen Service. Sie bieten, gerade im urbanen Bereich und auf kurzen Wegen, eine gute Alternative zum privaten Pkw.“

Einfacher Zugang mittels App

Unabhängig vom Anbieter kennzeichnet die Ridesharing-Dienste der folgende Grundaufbau: Eine Smartphone-App bietet den Kunden Zugang zum Service. Nach der Registrierung wird hierüber der jeweilige Start- und Zielort eingegeben. Anschließend erhält der Interessent die Informationen zur Strecke, zum Fahrpreis und Abholort – zumeist an der nächsten Straßenecke oder sogar direkt an der Haustür. Fahrt buchen, bezahlen und nach wenigen Minuten einsteigen. Tipp: Fahrgäste sollten sich im Vorfeld über die Bezahlmöglichkeiten erkundigen. Bezahlt wird in der Regel elektronisch, direkt über die App. Einige Anbieter bieten jedoch auch die Möglichkeit zur Barzahlung direkt beim Fahrer an.

Der Anbieter bündelt im Hintergrund die Fahrtanfragen verschiedener Personen, die in ähnlicher Richtung unterwegs sind, fasst diese zu Fahrgemeinschaften zusammen und plant die jeweiligen Routen und Fahrzeiten. Umwege oder eine längere Fahrtdauer müssen durch die Nutzer in einem bestimmten Umfang eingeplant werden. Zumeist werden Kleinbusse eingesetzt, die bis zu sechs Personen gleichzeitig befördern können.

Räumlich und zeitlich begrenzte Bedienung

Die On-Demand-Angebote sind nahezu alle in ihrem Bedienfeld eingeschränkt. Zumeist handelt es sich um Stadtgebiete oder Teile davon. So verkehrt Moia, ein Unternehmen der Volkswagen Gruppe, derzeit flächendeckend in Hannover, während ioki Hamburg, ein Angebot der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), ausschließlich in den zwei Hamburger Randgebieten Lurup und Osdorf unterwegs ist. Das größte Bediengebiet weist derzeit das zur Deutschen Bahn gehörende CleverShuttle auf. Der 2014 gegründete Vorreiter der Branche rollt in Berlin, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart, Dresden und Frankfurt am Main durch die Straßen.

Zeitlich variieren die Dienste heute noch zwischen einer Verfügbarkeit rund um die Uhr und sieben Tage die Woche, wie beispielsweise der BerlKönig der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), und der tageweisen Bedienung am Wochenende. So verkehrt der myBus der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) freitags und samstags in der Zeit von 18 bis 2 Uhr.

Mit günstigen Tarifen unterwegs

Die Fahrpreise gestalten sich je nach Anbieter verschieden, sind jedoch immer günstiger als eine vergleichbare Taxifahrt. Bei ioki Hamburg gilt der HVV-Tarif: Es können somit die entsprechend gültigen HVV-Fahrkarten genutzt werden. Beim BerlKönig wird der Preis individuell entsprechend der Route – ohne Umwege wegen Bündelung von Fahrten – und einem Zuschlag in Stoßzeiten berechnet. Der Grundpreis liegt bei 1,50 Euro pro Kilometer, jedoch mindestens bei 4 Euro. Die Fahrt beim Duisburger myBus kostet bis zwei Kilometer regulär 3,20 Euro, bis fünf Kilometer 5,90 EUR und bis zehn Kilometer 8,70 Euro. Auch Ermäßigungen gibt es zum Beispiel für Menschen mit Behinderung sowie Kinder.

Vorteile am Rand von Städten und in der Nacht

Ohne feste Fahrpläne und zumeist Haltestellen sind Ridesharing-Angebote die ideale und flexible Ergänzung zu Bus und Bahn – ein Vorteil gerade in den Nachtstunden oder auf der „letzten Meile“, da wo das Angebot des klassischen ÖPNV Schwächen aufweist. Geeignet ist Ridesharing daher für Menschen, die nicht direkt im Zentrum, sondern in den angrenzenden Wohngebieten leben. Nachtschwärmern bietet es eine attraktive Mobilitätsform, um nach dem Glas Wein schnell, spontan und sicher nach Hause zu kommen.

Per Shuttle nach Hause chauffiert, entfällt die oft nervenaufreibende Parkplatzsuche und durch die Bündelung von Einzelfahrten wird der Straßenraum effizienter genutzt: Nun gilt es, das eigene Auto einfach einmal stehen zu lassen und die neuen Angebote auszuprobieren.

Forderung des ACE

Damit Ridesharing eine nachhaltige Mobilitätslösung für viele wird, ist es aus Sicht des ACE wichtig, die On-Demand-Services weiter auszubauen. Weitere Buchungs- und Zahlungsmöglichkeiten – über die Bedienung per App hinaus – gilt es zu schaffen. Zudem sollte das oft eingeschränkte Einsatzgebiet über die Wohn- und Ausgehviertel der Innenstädte hinaus erweitert werden. „Langfristig sollte es das Ziel sein, nachfragebasierte Mobilitätsangebote in Ergänzung zum öffentlichen Personenverkehr flächendeckend, mit einem einheitlichen, einfachen Zugang anzubieten. Dazu ist der Schulterschluss der Mobilitätsanbieter erforderlich“, erläutert der ACE-Vorsitzende Stefan Heimlich.

Weitere Informationen:
ACE hat myBus auf Herz und Nieren getestet: Das Testergebnis finden Sie hier.
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