Freitag, 26. Mai 2017


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Allgemein gültige Ernährungsregeln gibt es schon, aber ...

(lifePR) (Königstein, ) Gibt es überhaupt noch allgemein gültige Ernährungsregeln? Vieles hat sich als komplizierter erwiesen, als es in den Anfängen der Vollwertkost-Ära erschien. Doch man darf das Kind nicht mit dem Bad ausschütten: Es gibt Fakten und Zusammenhänge, die sich nicht ignorieren lassen. Die darauf beruhenden Regeln müssen allerdings für jeden einzelnen angepasst werden!

Im Vergleich zu den heftigen ideologischen Grabenkämpfen um gesunde Ernährung vor 20 oder 30 Jahren - z. B. um die Vorzüge oder Nachteile von Rohkost - hat sich die Diskussion entspannt. Unter dem Begriff "Mittelmeerkost" oder mediterrane Diät konnte sich eine Ernährung als "Konsenskost" etablieren, die für fast alle Richtungen der Ernährungslehre akzeptabel erscheint. Allerdings ist gleich hinzuzufügen: Die mediterrane Kost der 1950er Jahre! Denn die heute im Mittelmeerraum verabreichte Kost ist sicherlich in weiten Bereichen nicht mehr wirklich naturbelassen.

Klassische mediterrane Kost ist gekennzeichnet durch hochwertige Fette, pflanzliche Frischkost, Vermeidung von Fertignahrungsmitteln, Zurückhaltung mit Fleisch und Wurst und eine Bevorzugung von Fisch mit hohem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (siehe dazu ausführlich Naturarzt 9/2008). Nicht geeignet ist die mediterrane Kost allerdings bei Gicht und für Menschen mit Histaminintoleranz. Allein schon Fisch und Wein eignen sich für beide betroffenen Gruppen nicht. Aber individuelle Abstriche muss man heute in Zeiten der unzähligen Intoleranzen und Unverträglichkeiten bei fast allem machen.

Was zunehmend berücksichtigt wird: Eine gesunde Ernährung muss bekömmlich sein! Somit setzt sich eine zentrale Erkenntnis des österreichischen Darmarztes Franz Xaver Mayr (1875-1965) durch. Vor allem Patienten mit chronischen Verdauungsstörungen haben die Notwendigkeit einer auf Bekömmlichkeit getrimmten Kost schon lange erfahren.

Zur Verbesserung der Bekömmlichkeit können wir eine Anleihe bei der asiatischen Küchentechnik machen: Durch schonendes Dämpfen und Andünsten gelingt es, die Nahrung einerseits schmackhaft und hochwertig und trotzdem bekömmlich zu erhalten. Neben der Mittelmeerküche vereinigt die traditionelle japanische Ernährung, nennen wir sie einmal "Japan-Diät", viele der gewünschten Aspekte: Zurückhaltung bei Fleisch und schlechten Fetten, nicht so viele stärkehaltige Nahrungsmittel, dafür viel Gemüse und Fisch, und das alles in bekömmlicher Zubereitung.

Es gibt also durchaus allgemeine Regeln, auf die sich verschiedenste Richtungen einigen können und die auch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen begründbar sind. In der Praxis zeigt sich aber oft das Problem, dass nicht für jeden alles im gleichen Umfang gilt. Akzente und Gewichtungen müssen individuell gesetzt werden. Dabei erweist sich eine Orientierung an der Konstitution des Patienten im Sinne einer typgerechten Ernährung als sehr hilfreich. In der Praxis bestätigt sich immer wieder, dass mehr athletische Menschen anderes vertragen und benötigen als z. B. die asthenischen Typen. Letztere neigen aufgrund ihrer eher "zarten" Konstitution eher zum Frieren, eine rohkostbetonte Ernährungsform wäre für sie alles andere als ideal, wohingegen der Athletiker durchaus von einer solchen Kost profitiert.

Ausführliche Informationen zur typgerechten Ernährung in Naturarzt 10/2012.

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