Dienstag, 19. September 2017


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BMEL-Nutztierstrategie lässt Bauern auf Zusatzkosten sitzen und die Ziele im Unklaren

Die Betriebe brauchen für den Umbau der Tierhaltung klare Ziele und frisches Geld

Hamm/Westf., (lifePR) - Der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Martin Schulz begrüßt, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nun endlich seine Nutztierstrategie vorgelegt hat. „Ganz besonders in der Schweinehaltung stehen wir vor einem regelrechten Umbau weiter Teile unserer Tierhaltung. Es gibt unter den Berufskolleginnen und Berufskollegen mittlerweile eine große Bereitschaft und eine Suche nach praktikablen Veränderungen in unseren Ställen und Haltungsverfahren. Was fehlt, ist eine klare Orientierung, wo es hingeht und wie die Betriebe die höheren Kosten bezahlt bekommen“, schildert Schulz die Situation. Bei beiden Punkten liefere die Nutztierstrategie des BMEL keine Antworten, kritisiert die AbL.

„Das BMEL sagt nicht, dass das Ziel unserer Schweinehaltung sein muss, dass der Ringelschwanz dran bleiben kann und dran bleibt. Wenn wir das Ziel nicht klar benennen, fehlt den Betrieben und auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern die notwendige Orientierung“, begründet Schulz. Die Festlegung der Ziele verschiebt das Ministeriumspapier weiter auf die Zukunft und verweist zunächst nur auf die Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirates aus dessen Gutachten vom März 2015.

„Noch gravierender für die Betriebe ist aber, dass der Minister die Bauern mit den Mehrkosten der Erzeugung weitgehend im Regen stehen lässt. Er verweist auf Umschichtungen von bestehenden Fördergeldern und auf die Hoffnung, dass über ein Label schon mehr Geld aus dem Markt kommen werde. Das ist zu wenig und wird der Aufgabe überhaupt nicht gerecht“, so Schulz. „Wir fordern für den Übergang des notwendigen Umbaus eine neue, zusätzliche Finanzierungsquelle. Für den Umbau der Tierhaltung brauchen wir frisches Geld und ein regelrechtes Konjunkturprogramm für eine zukunftsfähige bäuerliche Tierhaltung mit gesellschaftlichem Rückhalt. Der Bund muss mehr liefern. Die Bauern sind auch zu mehr bereit“, erklärt Schulz, der selbst NEULAND-Schweinemäster in Niedersachsen ist.

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