Montag, 23. Oktober 2017


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Karneval ohne Katerstimmung

KFZ-Versicherungen

Aachen, (lifePR) - Böses Erwachen: Wer betrunken Auto fährt, riskiert sein Leben und bringt die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Die Kfz-Haftpflichtversicherung entschädigt das Opfer, ist jedoch berechtigt, vom Verursacher Regress zu fordern. Das kann teuer werden.

Krawatten abschneiden, lärmend durch die Stadt ziehen und böse Witze reißen: In der fünften Jahreszeit ist scheinbar alles erlaubt - allerdings nicht im Straßenverkehr. In Deutschland darf hinters Lenkrad, wer eine Fahrerlaubnis besitzt und nicht mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut hat. Gerade in der Karnevalszeit kann dies aber schnell mehr werden. Für Personen unter 21 Jahren oder in der Probezeit gilt zudem die Null-Promille- Regel (siehe Kasten). Bei einem Unfall können auch für langjährige Führerscheinbesitzer bereits 0,3 Promille kritisch werden. Stellt die Polizei nämlich alkoholbedingte Lenkfehler als Unfallursache fest, gilt der Angetrunkene als fahruntüchtig und muss mit einer Strafe rechnen. Außerdem kann die Kfz-Haftpflicht den Fahrer dann an den Kosten des Unfalls beteiligen, die anderen Verkehrsteilnehmern entstanden sind. "Die meisten Gesellschaften haben in die Allgemeinen Kraftfahrtbedingungen eine sogenannte Trunkenheitsklausel aufgenommen", sagt Michael Bokemüller von der AachenMünchener. Bei einem Blutalkoholwert von 0,3 bis 1,1 Promille und auffälligem Fahrverhalten oder einem Wert von über 1,1 Promille muss der Verkehrssünder für den Schaden an anderen Fahrzeugen und Personen zum Teil selbst aufkommen. Die Versicherung springt zwar zunächst ein, fordert dann aber bis zu 5.000 Euro zurück.

Kein Versicherungsschutz mehr

Auch bei der Kaskoversicherung riskieren beschwipste Fahrer ihren Schutz. Wird absolute Fahruntüchtigkeit attestiert (ab 1,1 Promille), übernimmt die Versicherung keine Kosten mehr. Bei niedrigeren Werten zählt dagegen das Fahrverhalten. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied, dass die Kaskoversicherung nicht in die Pflicht genommen werden kann, wenn alkoholtypische Fahrfehler vorliegen. Im konkreten Fall kam ein Mann mit 0,87 Promille von der Fahrbahn ab. Wegen grober Fahrlässigkeit verlor er seinen Versicherungsschutz (AZ.: 10 U 1109/01). Wer sich von Bekannten nach Hause bringen lässt, kann damit ebenfalls fahrlässig handeln: Lässt jemand einen Betrunkenen ans Steuer des eigenen Wagens, bekommt er im Schadenfall meist keine Zahlungen von seiner Kaskoversicherung. Wird er als Beifahrer verletzt, erhält er weniger Schadenersatz und Schmerzensgeld, wenn der Fahrer alkoholisiert war. Bokemüller: "Wer feuchtfröhlich Karneval feiern möchte, sollte später Taxi, Bus oder Bahn nutzen. Damit geht er Ärger aus dem Weg - und kommt sicher nach Hause."

Kostspielige Fahrlässigkeit: Alkohol am Steuer:

- Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt die Null-Promille-Grenze. Andernfalls drohen 250 Euro Strafe und zwei Punkte in Flensburg - selbst wenn keine Fahrunsicherheit festgestellt wird. Hinzu kommt ein Aufbauseminar.
- Für alle Autofahrer sind bereits 0,3 bis 0,5 Promille bedenklich, wenn die Polizei Fahrunsicherheit feststellt oder es zu einem Unfall kommt. Folge: Punkte, eine Geldstrafe sowie Fahrverbot.
- Bei über 0,5 Promille gibt es auf jeden Fall ein Bußgeld von bis zu 1.500 Euro. Bei einem Unfall kann der Führerschein sogar lebenslang entzogen werden.
- Ab 1,1 Promille gelten Fahrer als absolut fahruntüchtig, ab 1,6 Promille müssen Verkehrssünder zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. Gleiches gilt für Wiederholungstäter.
- Wird eine Fahruntauglichkeit festgestellt, begeht der Verkehrsteilnehmer keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat. Haft- oder Geldstrafen sind die Folge. Bei schweren Fällen gibt es einen Eintrag ins Führungszeugnis - dann ist der Verkehrsteilnehmer vorbestraft.
- Dieselben Promilleregeln gelten auch für Motorradfahrer.

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