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Trendforscher: "NSA-Affäre wird BigData Auftrieb geben"

(lifePR) (Leipzig, ) Das abgehörte Handy von Bundeskanzlerin Merkel hat der von Whistleblower Eric Snowden ausgelösten NSA-Affäre in Deutschland neue Nahrung gegeben. Während sich vielerorts Empörung verbreitet, beschäftigte sich Trendforscher und Auto Sven Gábor Jánszk mit den Auswirkungen der NSA-Affäre auf die Zukunft der Unternehmen. Schließlich beruhen einige von Jánszkys Prognosen auf der umfassenden Ausbreitung der Datenanalyse und - aggregation. Müssen diese Prognosen nun korrigiert werden? Das Gegenteil ist der Fall, sagt Jánszky im aktuellen Interview und erklärt auch gleich warum.

Frage: Herr Jánszky, die NSA-Affäre verbreitet derzeit Unsicherheit. Viele Deutsche fragen sich, wer Zugriff auf ihre Daten hat. Ist das nicht ein harter Schlag für die Prognosen der Trendforscher, die intelligente elektronische Assistenten und das Internet in Gegenständen wie Badezimmerspiegel und Couchtisch für die nahe Zukunft vorhersagen?

Sven Gábor Jánszky: Das könnte man denken, doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Die Debatte um die NSA-Spionage und Frau Merkels Handy wird die Entwicklung der neuen digitalen Geschäftsmodelle erheblich beschleunigen. Sie wird den den Modellen rund um BigData und Smarte Prognostik Auftrieb und damit einen wesentlichen Entwicklungsschub geben.

Frage: Das müssen Sie nun aber näher erläutern.

Jánszky: Der Grund dafür liegt auf der Hand: Es ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Monaten ein gesellschaftlicher Diskurs über unserer Daten geführt wird. Diese Debatte wird dazu führen, dass erstens zumindest die Eliten und Entscheider in Politik und Wirtschaft besser über die die Grundmechanismen moderner IT-Systeme informiert sind. Es wird sich zudem ein gewisser Grundkonsens über den zukünftigen Umgang mit Daten herstellen.

Frage: Und wie sieht dieser Grundkonsens aus?

Jánszky: Falls es tatsächlich zu einer gesellschaftlichen Diskussion kommt, die zu einem Verständnis der Technologie und einem Meinungsbild in der Gesellschaft führt, dann wird der entstehende Grundkonsens geprägt sein von der Vorstellung, dass wir Bürger unsere Daten freigeben wollen, aber dennoch die Souveränität über die Daten behalten wollen. Wir wollen die Verheißungen der neuen Technologiewelt nutzen, ohne die Kontrolle und Selbstbestimmung zu verlieren. Und die ist erstaunlicherweise gar nicht so schwer, wie es manchmal scheint.

Frage: Und wohin führt uns diese schöne neue Datenwelt?

Jánszky: In etwa fünf Jahren wird sich unser Verständnis von Daten weiter verändern. Dann werden unsere Geräte zusätzlich zu den heutigen Bewegdaten auch die Emotionen der Menschen automatisch erkennen und auswerten können. Dann heißt unser Verständnis von Daten: Echtzeitauswertung von statischen Daten plus Bewegtdaten plus Emotionsdaten. Und weitere 5 bis 8 Jahre später werden wir nicht mehr nur über Emotionserkennung sprechen, sondern über Gedankenerkennung. Schon heute sind die ersten Headsets kaufbar, durch die Sie Ihren Computer allein mit Kraft Ihrer Gedanken steuern können. Dann heißt unser Verständnis von Daten: Echtzeitauswertung von statischen Daten plus Bewegtdaten plus Emotionsdaten plus Hirnströmen.

Frage: Wir werden also alle transparenter, wenn die Entwicklung ideal verläuft. Welche Konsequenzen hat das für unsere Gesellschaft und die Wirtschaft?

Jánszky: Das Phänomen der "Masse" wird allmählich verschwinden. Denn die Cloud macht aus der bisherigen Masse von Menschen jeweils einzeln und 1:1 ansprechbare Individuen. Oder anders gesagt: Sobald ein Mensch sein Smartphone benutzt, wie man ein Smartphone benutzen kann, tritt er aus der Masse aus. Das bedeutet: Es gibt keine "lenkbare" Masse an Käufern mehr, wenn deren Einkaufszettel adaptiv zusammengestellt wird. Es gibt keine "lenkbare" Masse an Zuschauern für Werbebotschaften mehr, wenn TV und Zeitungen adaptiv zusammengestellt werden.

Frage: Und was passiert mit dem Datenschutz? Verschwindet der völlig?

Jánszky: Nein, natürlich nicht. Er wird auch am Ende der jetzt beginnenden Debatte noch eine zentrale Bedeutung haben. Allerdings nach einer neuen Grundlogik: Der Datenschutz der Zukunft wird nicht mehr die Freigabe der Daten wird verhindern, sondern den Menschen eine Möglichkeit geben, ihre Daten freizugeben und dennoch souverän über sie zu bleiben. Dies ist nicht so verwegen, wie es klingt. Souverän über die eigenen freigegebenen Daten zu bleiben ist eigentlich ganz einfach: Man muss sie jederzeit mit wenigen Klicks einsehen, verändern und löschen können.