Sonntag, 11. Dezember 2016


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Die nächste industrielle Revolution hat begonnen

(lifePR) (Kelkheim, ) 3D-Drucker revolutionieren die Welt. Kunden werden zu Produzenten. Unternehmen fungieren nur noch als Ideengeber. Wunschwelten werden in die Realität transferiert und die Kreativität des Einzelnen wird zum Problem für die Industrie. Utopie oder Realität?

Das Monatsmagazin Trend Update des Zukunftsinstituts feiert sein einjähriges Bestehen und geht dieser Frage in der Jubiläumsausgabe nach. Die Autoren, Matthias Horx und Holm Friebe, der Ausgabe August/2012 mit dem Titel "Vision: Unikatsgesellschaft" sind sich sicher: Die "Digitale-Massenkollaboration" hat bereits begonnen.

Daten werden zu Objekten

3D-Drucker machen es möglich. Als Kreativwerkzeuge für Jeden erobern sie die Märkte von morgen und das kaum merklich für den Einzelnen. In sogenannten FabLabs (Fabrikationslaboren) wird heute schon nahezu alles gefertigt, was das Herz begehrt - von der Obstschale bis zum Blutgefäß. Revolutionär ist der Fertigungsprozess: CAD-Datensätze werden mithilfe von 3D-Druckern und Laser-Cuttern in dreidimensionale Gegenstände umgesetzt. Dafür wird schnell aushärtendes Material (z. B. Kunststoff) Schicht für Schicht aufgetragen. Der Ausdruck - und damit das individuelle Wunschobjekt - ist innerhalb weniger Stunden fertig. Das geschieht nicht hinter hohen Fabrikmauern sondern nach dem Open-Source-Prinzip. Jeder, der möchte, kann sich an den Projekten beteiligen, sie weiterentwickeln oder ganz neue Ideen vorstellen. So ist "Jeder" stets in einem FabLab willkommen. Wichtig ist der Fabber-Community, dass ihr Wissen allen Menschen zugänglich gemacht wird. Angst vor Ideenklau gibt es nicht. Wer seine Ideen für sich behalten möchte, hätte einfach zu wenige, sind sich die Fabber sicher.

Die Fab-Lab Community

Heute gibt es ein internationales Netzwerk mit ca. 50 Hightech-Werkstätten, die daran arbeiten, durch eine neue Generation von Maschinen (3-D Drucker, Laser-Cutter, Fräsen, Plotter) den Herstellungsprozess auf den Kopf zu stellen. Eine der ersten in Deutschland befindet sich mit der "Dingfabrik" in Köln. Trend Update sprach mit Alexander Speckmann, Maschinenbauingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Köln im Labor für Fertigungssysteme. Er ist einer der Initiatoren und Gründungsmitglieder von Dingfabrik Köln e.V., einem der ersten FabLabs in Deutschland. Er sprach mit Trend Update über seine Zukunftsvisionen und die Vernetzung von FabLabs mit der Forschung und Wirtschaft.

Die Zukunft der Produktion

Als Vorreiter der Entwicklung gilt der Mathematiker und Physiker Neil Gershenfeld vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Bereits 1998 gab er seine erste Vorlesung zu diesem Thema mit dem Titel: How to make (almost) anything. Ziel des Kurses war es, junge Menschen wieder in ihrer Fantasie anzuregen und dazu zu befähigen, selbst Dinge zu produzieren. Gershenfeld ist sich sicher, dass es neben der Massenproduktion immer mehr FabLabs geben wird, die neue Produkte für neue Märkte herstellen werden. Der große Vorteil ist, dass selbst kleinste Mengen produziert werden können und kompliziert geformte Bauteile kein Problem darstellen - egal ob Brillenbügel oder Ersatzteil für Ikea-Mobiliar. Die Kritiker dieser Entwicklung argwöhnen, dass es sich um ein unbedeutendes Randphänomen handelt. Vordenker Gershenfeld führt dann das Beispiel an, dass auch der PC lange verkannt und sein revolutionäres Potenzial nicht erkannt wurde. Bei der "Personal Fabrication" (der individuellen Fertigung) gehe es nicht darum, Bits in einem Rechner zu programmieren, sondern Atome außerhalb des Computers. Schon heute können Baupläne für Produkte heruntergeladen, gekauft oder auf kommerzielle Art und Weise erworben werden.

Müllberge sind die Goldgruben der Zukunft

Welche Berge Müll versetzen kann, erfährt der Leser im Kapitel "Urban Mining". Die Wiederverwertung von Müll wird zum zentralen Wirtschaftsfaktor für Städte, Umwelt und den Einzelnen. Die Abfallwirtschaft entwickelt sich zur Rohstoffindustrie -­­ zum Big Business von morgen. Urban Mining, das Gewinnen von Sekundärressourcen, verändert bereits heute die Businesslogik von gestern. Müll ist nicht einfach nur noch Müll und somit Endprodukt. Vielmehr wird er Teil neuer Wirtschaftskreisläufe und veränderter Wertschöpfungsketten. Abfall wird als Produkt gesehen, als Rohstofflieferant für Neues. Das Unternehmen Genan beispielsweise zerlegt Altreifen in ihre Grundkomponenten Gummi, Stahl und Textil, um daraus neue Produkte wie "Road+" zu fertigen. Road+ zielt auf eine der innovativsten Anwendungen des Gummis: die Modifizierung von Asphalt und Bitumen. Durch gummimodifizierten Asphalt werden Straßen leiser, widerstandsfähiger (weniger Spurrinnen, weniger Risse), ihr Bau wirtschaftlicher und umweltverträglicher. Jüngst wurde eine der verkehrsreichsten Straßen Schottlands, auf der täglich 35.000 Fahrzeuge fahren, mit Road+ modifizierten Asphalt ausgelegt.

Außerdem im Trend-Update

- Übersicht zu erschwinglichen 3D-Druckern
- Einblicke in die neue Studie "Healthness - Die nächste Stufe des Megatrends Gesundheit"
- Cominication: Wie Comics, Graphic Novels und Cartoons zum idealem Tool für Storytelling und Wissensvermittlung werden
- Speed Delphi: Perfektes Tool, um Workshops und Seminare und Konferenzen zu eröffnen

Über das Trend-Update (www.trend-update.de)

Das Trend-Update ist das offizielle Monatsmagazin des Zukunftsinstituts, herausgegeben von Matthias Horx. Als regelmäßiges Update zu den großen und kleinen Trend-Themen bietet das Magazinformat die Möglichkeit, die Thesen und Entwicklungen selbst zu bewerten und auf die Bedeutung für das eigene Umfeld abzuklopfen.

Zukunftsinstitut GmbH

Die Zukunftsinstitut GmbH, 1998 von Matthias Horx gegründet, arbeitet als Think Tank und Unternehmensberatung im Bereich der Strategie- und Innovationsentwicklung. Zahlreiche Studien zum gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel liefern die Grundlage für die Beratungstätigkeit.

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