Samstag, 03. Dezember 2016


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Finanzmarktkrise wirft Schatten auf die Pkw-Nachfrage in Europa

Verunsicherung und teurere Kredite sorgen für Kaufzurückhaltung / Frankreich im Plus / Dieselanteil in Westeuropa bleibt stabil

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die internationale Finanzmarktkrise hat sich im September auch auf die europäische Realwirtschaft ausgewirkt und Schatten auf den Pkw-Absatz geworfen: In Europa wurden mit 1,3 Mio. Fahrzeugen 8 Prozent weniger neue Pkw zugelassen. Angesichts einer sich europaweit weiter abschwächenden Konjunktur sowie der - vor Verabschiedung der aktuellen Rettungspläne - äußerst angespannten Lage an den Kreditmärkten stellten viele Verbraucher ihre Kaufentscheidung für ein Auto vorerst zurück, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. Die Verkäufe in Westeuropa gaben um 9 Prozent auf 1,2 Mio. Pkw nach. Insbesondere Spanien (-32 Prozent) und Großbritannien (-21 Prozent), wo sich die Immobilien- und Finanzmarktkrise besonders bemerkbar macht, mussten starke Rückgänge in Kauf nehmen.

In Großbritannien wurden im September mit 330.300 Pkw 21 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Die private Nachfrage gab um 23 Prozent, der gewerbliche Absatz um 19 Prozent nach. Die Immobilienkrise erweist sich weiterhin als starke Belastung für den britischen Markt: Steigende Hypothekenzinsen bei gleichzeitig weiter fallenden Häuserpreisen mindern die Kaufbereitschaft. Die deutschen Hersteller verkauften mit 160.700 Fahrzeugen 17 Prozent weniger Fahrzeuge und konnten sich damit dem negativen Markttrend zumindest teilweise entziehen.

In Spanien waren die Pkw-Neuzulassungen im September mit 65.600 Pkw (-32 Prozent) im fünften Monat in Folge deutlich rückläufig. Die private Pkw-Nachfrage gab um 30 Prozent nach, der Absatz von Firmenwagen um 35 Prozent und das Miet-wagengeschäft um 40 Prozent. Spanien ist neben Großbritannien in Europa am stärk-sten von der Immobilienkrise betroffen.

In Italien lagen die Pkw-Verkäufe im September mit 176.100 Fahrzeugen 6 Prozent unter dem Vorjahresniveau; die italienischen und die ausländischen Anbieter verloren dabei gleichermaßen an Boden. Der Rückgang fiel nicht mehr so hoch aus wie in den Monaten zuvor, allerdings ist zu berücksichtigen, dass der September zwei Arbeitstage mehr aufwies. Neben der aktuellen Finanzmarktkrise belasten Inflations- und Rezessionssorgen den italienischen Verbraucher.

In Frankreich dagegen wurden im September mit 160.600 Pkw 8 Prozent mehr Fahr-zeuge verkauft als im Vorjahresmonat. Die Kaufanreize des seit Jahresbeginn gelten-den "Bonus-Malus"-Systems sowie zwei Arbeitstage mehr konnten die Auswirkungen des derzeit auch in Frankreich schwachen Marktumfelds ausgleichen. Die heimischen Anbieter konnten überdurchschnittlich um 10 Prozent zulegen, der Absatz der ausländischen sowie der deutschen Hersteller stieg um 6 Prozent.

Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Pkw-Absatz in Europa mit 11,7 Mio. Fahrzeugen 4 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die Verkäufe in Westeuropa fielen - insbesondere belastet durch das deutliche Absatzminus in Spanien, Italien und Großbritannien - um 5 Prozent rückläufig aus. Für die Neuen EU-Länder ergibt sich im bisherigen Jahresverlauf zwar noch ein Plus bei den Neuzulassungen von 3 Prozent. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich jedoch mittlerweile auch in dieser Region eingetrübt. Ein Großteil der Länder hat mit einer steigenden Inflation sowie einer merklichen Kreditverknappung durch die Banken zu kämpfen. Zudem verlieren die Ausfuhren - ein wichtiges Standbein für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung - im Zuge der nachlassenden Konjunktur in Westeuropa an Dynamik.

In einem insgesamt deutlich rückläufigen Gesamtmarkt konnte sich der Dieselanteil der in Westeuropa neu zugelassenen Pkw im bisherigen Jahresverlauf gut behaupten: Mit einem Marktanteil von annähernd 53 Prozent erwies er sich als stabile Größe. Die deutschen Hersteller sind in der kraftstoffeffizienten Technologie klar führend: Mehr als jeder zweite in Westeuropa verkaufte Diesel-Pkw trägt ein deutsches Konzernmarkenzeichen. Mit ihrer Entscheidung für den treibstoffeffizienten Clean Diesel leisten die Käufer einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Reduzierung, betont der VDA.

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