Sonntag, 04. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 134336

Stellungnahme des Rektorats zu den Forderungen der Besetzer

(lifePR) (Leipzig, ) Das Rektorat hat sich in seiner Sitzung am 26.11.2009 mit den Forderungen der Besetzer der Rektoratsräume befasst und nimmt u. a. dazu wie folgt Stellung.

Zu den einzelnen Forderungen:

zu 1.: In Sachsen werden keine Studienbeiträge erhoben. Die Universität hat sich mehrfach in Beschlüssen des Senats gegen Studienbeiträge ausgesprochen. Das Rektorat wird eine Erhebung über "versteckte Studiengebühren" in den Fakultäten veranlassen und darauf dringen, dass Pflichtveranstaltungen nicht mit Kosten für die Studierenden verbunden sind. Soweit es sich um freiwillige Veranstaltungen handelt, wird das Rektorat darauf drängen, dass kostenfreie Alternativen angeboten werden.

zu 2.: An der Universität Leipzig wird Bestandsschutz für auslaufende Studiengänge gewährleistet, soweit ein berechtigter Vertrauensschutz der Studierenden dies verlangt. Das Rektorat wird die Umsetzung dieses Vertrauensschutzes in den betroffenen Fakultäten prüfen und
- soweit erforderlich - auf eine Zulassung in Veranstaltungen des Masterprogramms hinwirken.

zu 3.: Gegenwärtig wird das Angebot im Wahlbereich bereits ausdifferenziert. In einer Reihe von Studiengängen werden bereits Zweitfächer angeboten. Die Festschreibung in Studien- und Prüfungsordnungen wird im Rahmen der anstehenden Reakkreditierung auf den Weg gebracht.

zu 4.: Freistaat und Universität stellen der verfassten Studentenschaft im Neubau des Campus Räume zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben auskömmlich zur Verfügung, was der StuRa bisher auch immer anerkannt hat. Darüber hinaus stehen den Studierenden Flächen an verschiedenen Orten der Universität für Kommunikation und studentische Aktivitäten zur Verfügung. "Selbstverwaltete studentische Räume" sind der Universität vom Freistaat nicht überlassen.

zu 5.1. Das Rektorat hat die Fakultäten aufgefordert, die Kontrolle von Anwesenheit auf die Fälle zu beschränken, bei denen die Teilnahme Voraussetzung für den Studienerfolg ist
(z. B. Laborpraktika).

zu 5.2. Die Fakultäten reduzieren gegenwärtig die Prüfungslast in den Modulen (z. B. durch Verminderung der Anzahl der Prüfungen).

zu 5.3. Multiple-Choice-Klausuren gibt es nur in Ausnahmefällen, welche die zuständigen Gremien für sinnvoll erachtet haben. Im Falle von Fehlentwicklungen wird das Rektorat Abhilfe schaffen.

zu 6.: Die Universität Leipzig bemüht sich seit Jahren um den Erhalt "Kleiner Fächer". Dies ist auch Teil ihrer Strategie, wie die erfolgreiche Einwerbung von Graduiertenkollegs zeigt (z. B. Graduiertenkolleg "Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik").

Weitere "Kleine Fächer" haben wir im Rahmen der Möglichkeiten angesiedelt (z. B. Koreanistik).

zu 7.: Alle frei werdenden Professuren werden umgehend besetzt, und zwar in einem Verfahren, das im SächsHSG im Einzelnen vorgeschrieben ist. Eine Strukturpolitik durch Nichtbesetzung von Stellen findet nicht statt. Bei Berufungsverfahren kommt es zu einem Zusammenspiel zwischen Berufungskommissionen, Fakultätsräten und dem Rektorat, wobei das Rektorat sich nicht ohne Not in die fachkompetenten Auswahlentscheidungen der Fakultäten einmischt. Das Rektorat hat inzwischen im Rahmen einer Berufungsordnung allerdings strenge zeitliche Vorgaben festgelegt.

zu 8.: Der "studentische Konsul" hat Eingang in die vom Akademischen Senat beschlossene Vorläufige Grundordnung gefunden, die gegenwärtig dem SMWK zur Rechtsprüfung vorliegt.

zu 9.: Die Universität Leipzig ist - wie alle anderen deutschen Hochschulen - Mitglied in der Hochschulrektorenkonferenz und somit verpflichtet, ihren Mitgliedsbeitrag zu ent-richten. Die HRK ist eine Interessenvertretung aller deutschen Hochschulen auf Bundesebene, die sich über Jahre hin bewährt hat. Nur sie bietet die Möglichkeit, Anliegen der Universitäten über Landesgrenzen hinweg zur Geltung zu bringen. Die Mitgliedschaftsrechte in der HRK werden von Präsidentinnen und Präsidenten, Rektorinnen und Rektoren als denjenigen wahrgenommen, die gesetzlich die Universität nach außen vertreten.

Das Rektorat ist sich bewusst, dass an einer so großen Universität immer wieder Probleme auftreten. Es begrüßt studentisches Engagement, das zur Problemlösung beiträgt, und steht für weitere Gespräche zur Verfügung.

Prof. Dr. Franz Häuser, Rektor

Prof. Dr. Wolfgang Fach, Prorektor für Lehre und Studium

Prof. Dr. Martin Schlegel, Prorektor für Forschung und
wissenschaftlichen Nachwuchs

Prof. Dr. Robert Holländer, Prorektor für strukturelle
Entwicklung

Dr. Frank Nolden, Kanzler

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