Samstag, 10. Dezember 2016


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Sicherheit von Aufzügen erhöht: Notfallplan für Aufzugsanlagen wird Pflicht

(lifePR) (Erfurt, ) Mit der neuen Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die zum 1. Juni in Kraft getreten ist, kommen auf Betreiber von Aufzugsanlagen einige Neuerungen zu. So brauchen Neuanlagen ab sofort einen Notfallplan, für Bestandsanlagen muss dieser bis 1. Juni 2016 erstellt werden. Darüber hinaus müssen alle Anlagen in den kommenden fünf Jahren mit einem Zweiwege-Kommunikationssystems in der Aufzugskabine nachgerüstet werden. Die Prüfplakette zeigt dem Benutzer künftig Monat und Jahr der nächsten Prüfung sowie die prüfende Stelle.

Viele nutzen tagein, tagaus völlig unbeschwert Aufzüge, ohne dabei ein Horrorszenario vor Augen zu haben. Zwar fährt im Aufzug immer auch die Angst mit, stecken zu bleiben oder gar abzustürzen, anderseits zählen moderne Aufzugsanlagen zu den sichersten Transportmitteln schlecht hin. Sie sind kinderleicht zu bedienen und werden in der Regel von Personen bedient, die keinerlei technische Befähigung dazu haben. Die hochkomplexen technischen Hebevorrichtungen stellen für den Nutzer eine Art Black-Box dar, das Vertrauen in die Technik ist dementsprechend hoch.

Aufzugsanlagen gehören daher aufgrund ihres Gefährdungspotentials für den Benutzer zu den sogenannten überwachungsbedürftigen Anlagen. Dazu zählen Personen- und Lastenaufzüge, Bauaufzüge, Behindertenaufzüge und Personenumlaufaufzüge, besser auch bekannt als Paternoster. Zum 1. Juni 2015 ist die novellierte Betriebssicherheitsverordnung in Kraft getreten. Damit ergeben sich Änderungen für Aufzugsbetreiber.

Was hat sich bei Prüfungen gegenüber der alten Betriebssicherheitsverordnung geändert?

- Neue Personen- und Lastenaufzüge werden jetzt vor Inbetriebnahme geprüft.
- Für alle Aufzugsarten ist eine Prüfung nach prüfpflichtigen Änderungen an den Anlagen erforderlich.
- Wiederkehrende Prüfungen (Haupt- und Zwischenprüfungen) sind für alle Aufzugsanlagen vorgeschrieben.
- Bei der Hauptprüfung werden auch alle aufzugsexternen Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckbelüftungsanlage oder die Notstromversorgung bei Feuerwehraufzügen geprüft.

Welche Änderungen sind noch dazugekommen?

- Erstellung eines Notfallplans, Pflicht für alle Anlagen ab 01.06.2016.
- Erstellung eines Notfallplans für Neuanlagen ist ab sofort Pflicht.
- Ausnahme: Für Fassadenbefahranlagen und Baustellenaufzüge ist kein Notfallplan zu erstellen.
- Der Einbau eines Zweiwege-Kommunikationssystems im Fahrkorb ist für alle Anlagen bis zum 31.12.2020 erforderlich.
- Das Vorhandensein einer Gefährdungsbeurteilung ist vorgeschrieben. Aus dieser können auf Grund der besonderen Einsatzbedingungen besondere Schutzmaßnahmen hervorgehen, um den Stand der Technik zu entsprechen.
- Die Gefährdungsbeurteilung muss bei sich wechselnden Betriebsbedingungen regelmäßig überprüft werden.
- Die Prüfplakette im Fahrkorb mit Angabe von Monat und Jahr der nächsten Prüfung sowie der prüfenden Stelle wird verpflichtend.
- Die Prüffristen für Aufzüge, die der Maschinenrichtlinie unterliegen, werden angepasst. Diese beträgt maximal 24 Monate zwischen 2 Hauptprüfungen, dazwischen muss eine Zwischenprüfung erfolgen. Hierunter fallen Bauaufzüge und Behindertenaufzüge größer 3 Meter Förderhöhe.
- An den Aufzugsanlagen müssen erforderliche Einrichtungen zur Notbefreiung Eingeschlossener vorhanden sein.
- In Abhängigkeit von Art und Intensität der Nutzung der Anlage sind erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.
- Bei Ereignissen, Unfällen bzw. beim Versagen sicherheitstechnischer Einrichtungen hat der Arbeitgeber / Verwender die Pflicht zur Meldung an die Behörde.

TÜV Thüringen e.V.

TÜV Thüringen - Mit Sicherheit in guten Händen!

Als international tätiges Dienstleistungsunternehmen mit Stammsitz in Erfurt sorgt der TÜV Thüringen für Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit. Dazu sind in den Geschäftsfeldern Anlagen und Produkte, Fahrzeug und Mobilität, Qualifizierung sowie Zertifizierung mehr als 1 000 Mitarbeiter weltweit tätig, davon mehr als 600 in Deutschland. Die Experten, Ingenieure und Sachverständigen des TÜV Thüringen arbeiten zum Vorteil aller Branchen, privater Kunden und der öffentlichen Hand. In Deutschland ist der TÜV Thüringen mit elf großen Standorten in Berlin, Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen sowie mit zahlreichen Kfz-Prüfstationen in Thüringen vertreten.

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