Dienstag, 06. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 64930

Mehr Fahrgäste, neue Strecken

(lifePR) (München, ) .
- SWM/MVG ordern 10 weitere Trambahnzüge
- Auftragsvolumen von rund 30 Millionen Euro

Zum Pressegespräch mit Herbert König, SWM Geschäftsführer Verkehr und Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung, Dienstag, 2. September, 11 Uhr, SWM Zentrale, Raum C6.27

Seit mehreren Jahren nehmen die Fahrgastzahlen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) überdurchschnittlich zu. Sie steigen in allen drei Betriebszweigen, also bei U-Bahn, Bus und Tram. Die MVG reagiert bekanntlich darauf - zum Beispiel mit Taktverbesserungen bei U-Bahn und Bus ab Mitte Dezember (Fahrplanwechsel). Bei der Tram sind ebenfalls Kapazitätserweiterungen erforderlich und beabsichtigt. Hier gestalten sich die Möglichkeiten allerdings etwas schwieriger als bei U-Bahn und Bus.

Vom eigenen Erfolg überrollt

Der Wagenpark für das MVG-Trambahnnetz besteht zurzeit aus 68 dreiteiligen Zügen mit ca. 156 Plätzen (Typ R 2.2) und 23 vierteiligen Zügen mit ca. 220 Plätzen (Typ R 3.3 bzw. P). Die Zahl der dreiteiligen Fahrzeuge überwiegt also. Diese kleineren Züge hatte 1992 noch der Münchner Stadtrat für den damaligen Eigenbetrieb Stadtwerke bestellt. Sie wurden in den Jahren 1994 bis 1997 ausgeliefert. Grundlage der damaligen Bestellung waren Gutachten mit Prognosen zum Fahrgastaufkommen der Tram, die heute als überholt gelten. Denn das zwischenzeitlich modernisierte und wieder erweiterte Trambahnnetz wird hinsichtlich der Fahrzeuggröße zunehmend von seinem eigenen Erfolg überrollt.

Fahrgastaufkommen wächst

Insbesondere in den letzten Jahren - nach Abschluss der sehr erfolgreichen Tram-Beschleunigung - hat das Fahrgastaufkommen kontinuierlich zugenommen. Die Zahl der Fahrgäste stieg allein in den vergangenen vier Jahren, also seit 2004, um fast 10 Prozent. Die Entwicklung im ersten Halbjahr dieses Jahres mit einem erneuten Wachstum des gesamten MVG-Verkehrs um ca. 4,2 Prozent lässt erwarten, dass auch die Tram in 2008 weiter zulegen wird. Angesichts dieses großen und wahrscheinlich weiter wachsenden Kundenzuspruchs bräuchte die MVG auf einigen Linien, die zurzeit mit den dreiteiligen Zügen bedient werden, größere Fahrzeuge mit mehr Kapazität.

Viertes Wagenteil nicht realisierbar

Da die dreiteiligen Züge erst die Hälfte ihrer Lebensdauer erreicht haben, hofften wir zunächst, dass die Kapazität dieser Fahrzeuge durch eine technische Lösung erweitert werden könnte. Dazu war vorgesehen, einen Teil der Dreiteiler-Flotte um ein viertes Wagenteil zu verlängern. Dies hätte eine Kapazitätssteigerung um rund ein Drittel bedeutet. Wir beauftragten daher die beiden Hersteller der dreiteiligen Züge (bzw. ihre Nachfolgerfirma) mit der Prüfung und Kalkulation dieser Erweiterungsoption. Nach mehreren Verzögerungen und rund einem Jahr Zeitbedarf kam dann leider die große Ernüchterung: Die Firmen sahen sich nicht in der Lage, eine solche Verlängerung in einer wirtschaftlichen Form zu realisieren.

Auch Beiwagen nicht wirtschaftlich

Parallel dazu untersuchten wir zwei weitere Varianten für eine mögliche Kapazitätserweiterung. Variante 1 lautete: Beschaffung von motorisierten Beiwagen und Umbau entsprechender Züge für den Beiwagenbetrieb. Variante 2 sah vor, dass wir zusätzliche neue Züge beschaffen, also unseren Wagenpark erweitern, und entsprechende Veränderungen bei Fahrplantakten und Fahrzeugeinsatz vornehmen. Wegen der hohen Kosten für die Beiwagen erwies sich letztlich Variante 2, also der Kauf zusätzlicher Züge, als wirtschaftlicher - obwohl mit dieser Variante natürlich höhere Betriebskosten verbunden sind, insbesondere für zusätzliche Fahrer und mehr Werkstattkapazität.

10 neue Fahrzeuge vom Typ Variobahn

Fakt ist nun also: Die Neubeschaffung von Zügen ist die wirtschaftlichste Variante, um unser Angebot bei der Tram an die Nachfrageentwicklung anzupassen. Unter Berücksichtigung der erforderlichen Fahrzeuge für die neue Strecke nach St. Emmeram werden mittelfristig insgesamt 10 neue Züge benötigt, die nachfrageorientiert im gesamten Netz zum Einsatz kommen werden. Gleichzeitig optimiert die MVG in den kommenden Jahren Taktdichte und Fahrzeugeinsatz. Ein erster Vorab-Schritt hierzu erfolgt bereits zum Ende dieses Jahres: Bei den Linien 15/25 setzen wir ab Fahrplanwechsel bei zunächst noch unverändertem Takt einen zusätzlichen Zug ein. Im Zeitraum von 2009 bis 2012 erfolgt dann eine stufenweise Taktverdichtung bei den Linien 15/25 (Max-Weber-Platz - Harlaching/Grünwald), 27 (Schwabing - Innenstadt/Giesing) und 23 (zur Parkstadt Schwabing). In diesem Rahmen werden einige Züge größerer Kapazität frei, die dann wiederum die Leistungsfähigkeit anderer Linien, aus heutiger Sicht vorrangig der Linie 19, erhöhen können.

Fest vereinbarte Konditionen

Bekanntlich erhalten wir bereits ab Jahresende vier neue Züge vom Typ Variobahn, die die Firma Stadler (Berlin) liefern wird. Im Rahmen der Ausschreibung und Bestellung dieser Züge im Jahr 2005 hatten wir bereits eine Option auf bis zu 18 weitere Variobahnen vereinbart. Dies erweist sich jetzt - angesichts der inzwischen eingetretenen Preisentwicklung, insbesondere auf dem Stahlmarkt - als sehr sinnvolle Vorgehensweise. Wir werden die Option nun nutzen, um die 10 benötigten Züge zu den bereits damals vereinbarten Konditionen zu erwerben.

Hohes Investitionsvolumen

Dennoch handelt es sich mit einem Beschaffungsvolumen von rund 30 Millionen Euro um eine der größten Investitionen in die Erweiterung unseres Wagenparks seit Jahren. Wir hoffen sehr, dass der Freistaat Bayern diese Beschaffung mit Fördermitteln unterstützen wird und haben deshalb bereits einen Förderantrag gestellt. Von der Förderung wird auch abhängen, in welchem Umfang sich die Kosten dieser zusätzlichen Fahrzeuge in den nächsten Jahren in der Fahrpreiskalkulation niederschlagen müssen. Leider sind die Lieferfristen für Stahl - und damit die Lieferzeiten für die neuen Trambahnen - empfindlich angewachsen. Daher müssen wir derzeit damit rechnen, dass die Auslieferung der 10 neuen Züge erst im Jahre 2011 beginnen kann, werden darüber mit dem Hersteller aber nochmals verhandeln.

Re-Design der dreiteiligen Züge

Mit unserer Entscheidung für die Neubeschaffung von Fahrzeugen ist verbunden, dass die vorhandenen dreiteiligen Züge nicht umgebaut und verlängert, aber in den nächsten Jahren einem Re-Design unterzogen werden. Da dazu jeweils einige Züge gleichzeitig in der Werkstatt zu bearbeiten sind, bleiben die noch vorhandenen drei alten P-Züge aus den 60er Jahren noch bis 2010 bzw. 2011 Teil der Fahrzeugreserve. Sie werden in dieser Zeit noch ab und zu, in Abhängigkeit von der (meist unfallbedingten) Zahl der Werkstattfahrzeuge, zum Einsatz kommen. Nach Ausmusterung dieser drei Altbauzüge spätestens 2011 und Auslieferung der 10 neuen Variobahnen wird unser Trambahn-Wagenpark von heute 91 auf dann 102 Züge angewachsen sein. Er besteht dann aus den 68 dreiteiligen R2.2-Zügen mit einer Kapazität von ca. 156 Plätzen und insgesamt 34 Zügen vom Typ R3.3 bzw. Variobahn mit einer Kapazität von ca. 220 Plätzen. Zusammen sind das mehr als 18.000 Plätze - gut 15 Prozent mehr als jetzt. Auch das zeigt: Die Münchner Tram wächst weiter!

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