Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Mittel gegen „Chemo-Fog“ bei Krebspatienten

Studie gibt Hoffnung auf Heilung, um Gedächnisstörungen zu vermeiden

(lifePR) (Heidelberg, ) Krebspatienten beklagen sich seit Jahren über Gedächtnisstörungen und -ausfälle: Diese Nebenwirkungen werden auch als "Chemo Brain" bezeichnet. Wissenschaftler der West Virginia University (WVU) haben nun in Tierexperimenten herausgefunden, dass das Antioxidationsmittel N-Acetyl Cystein (NAC) in einigen Fällen helfen kann, diese Art von Gedächtnisstörungen zu vermeiden. Das konnte bei einigen Brustkrebspatientinnen beobachtet werden, die eine Chemotherapie durchgemacht haben. Die WVU-Studie erscheint in der Septemberausgabe der Springer-Fachzeitschrift Metabolic Brain Disease.

Ratten, die darauf konditioniert waren, helle Räume dunklen vorzuziehen, vergaßen ihre Konditionierung, wenn sie mit den üblichen Chemotherapeutika Adriamycin und Cyclophosphamid behandelt wurden.

"Wenn man Tiere mit Chemotherapeutika behandelt, verlieren sie ihr Gedächtnis," so Gregory Konat, Ph.D., Professor für Neurobiologie und Anatomie an der WVU. "Wenn wir während der Behandlung NAC hinzufügen, ist dies nicht der Fall."

Aufgrund seiner antioxidanten Eigenschaften, handelt es sich bei NAC um eine modifizierte Form des Ballaststoffes Cystein.

Jame Abraham, M.D., Direktor des Brustkrebsprogramms am Mary Babb Randolph Cancer Center der West Virginia University, bestätigt, dass sich viele Patienten mit ihren Beschwerden nicht wirklich ernst genommen fühlten, obwohl der Begriff "Chemo Brain" schon längst zum allgemeinen Sprachgebrauch gehörte. Selbst unter Medizinern herrschte in der Vergangenheit noch eine große Unwissenheit darüber, dass Chemotherapeutika kognitive Probleme verursachen konnte, unter denen manche Patienten bis zu zwei Jahre litten."

Die Autoren der WVU-Studie konnten bei bis zu 40 Prozent der Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen mussten, schwerwiegende Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen feststellen. Bisher machte man den Krebs für diese Auswirkungen verantwortlich und nicht die Chemotherapeutika.

Zu Beginn dieses Jahres dokumentierte das Forscherteam um Dr. Abraham anhand von MRI-Aufnahmen, das Ausmaß an Veränderungen im Gehirn bei Brustkrebspatientinnen, die sich einer Chemotherapie unterzogen. Nachdem der Zusammenhang zwischen Chemotherapeutika und Gedächtnisstörungen nun eindeutig belegt ist, gibt es auch Hoffnung auf Heilung.

"Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht mit Bestimmtheit behauptet werden, dass NAC bei Patienten mit einer Chemotherapie sicher ist," sagte Abraham. "Um die Wirkung von NAC bei Patienten bestätigen zu können, sind weitere Untersuchungen erforderlich".

Quelle

1. Konat GW et al (2008). Cognitive dysfunction induced by chronic administration of common cancer chemotherapeutics in rats. Metabolic Brain Disease. DOI 10.1007/s11011-008-9100-y

2. An der Studie beteiligten sich die Abteilung für Neurobiologie und Anatomie, Wissenschaftler des Mary Babb Randolph Cancer Center der WVU und die Abteilung Verhaltensmedizin und Psychatrie. Die Studie wurde vom U.S. Verteidigungsministerium mit 275.000 USD über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert. Leiter der Studie ist Jame Abraham.

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