Sonntag, 22. Januar 2017


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Kölner Mediziner erreicht Durchbruch bei seltener Bewegungsstörung von Kindern

Nach Unterstützung durch Düsseldorfer Klüh-Stiftung

(lifePR) (Düsseldorf, ) Die Düsseldorfer Klüh-Stiftung zur Förderung der Innovation in Wissenschaft und Forschung unterstützte vor drei Jahren den Kölner Mediziner Dr. med. Lars Timmermann mit Fördermitteln von 25.000 Euro bei seiner Studie zur wirksamen Behandlung einer seltenen Bewegungsstörung bei Kindern. Jetzt meldet Timmermann, mittlerweile Professor an der Neurologischen und Poliklinik Köln, einen Forschungsdurchbruch.

Timmermann und seine Kollegin Dr. Amande Pauls konnten mit einem neuen, innovativen Forschungsansatz zeigen, dass die Tiefe Hirnstimulation bei der Behandlung der schweren Bewegungsstörung NBIA (Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation) wirkungsvoll eingesetzt und die Lebensqualität der Betroffenen um bis zu 83 Prozent verbessern kann.

Seltene Erkrankungen werden oft nur unzureichend erforscht, da es dafür wenige öffentliche, industrielle oder private Geldgeber gibt. "Eine dieser Erkrankungen ist die schwere, häufig sehr schmerzhafte Bewegungsstörung NBIA, die zwar Menschen jedes Alters treffen kann, an der jedoch vorwiegend Kinder erkranken", erklärt Prof. Timmermann. Bei dieser sehr seltenen Form der schweren Dystonie (Bewegungsstörungen) kommt es, meist aufgrund eines Stoffwechseldefekts, zu Eisenablagerungen im Gehirn, die zum Absterben von Gehirnzellen und als Folge auch zum Verlust motorischer Fähigkeiten führen können. Bislang konnten Mediziner mit betroffenen Patienten, bei der Entscheidung zwischen der Behandlung mit Hirnelektroden oder der Tiefen Hirnstimulation, nur auf Einzelberichte und kleine Fallserien in der Literatur bauen, obwohl andere Formen der Dystonie schon heute erfolgreich mit der Tiefen Hirnstimulation behandelt werden.

Die international renommierten Kölner Neurologen Prof. Dr. Timmermann und Dr. Pauls sammelten nun Fälle dieser Form der Dystonie, um die therapeutischen Erfolge der Tiefen Hirnstimulation zu messen. Sie kontaktierten weltweit Zentren und sammelten detaillierte Informationen von insgesamt 23 Patienten, die mit einer Tiefen Hirnstimulation behandelt wurden. Wie die Experten heute in der Fachzeitschrift "Brain" veröffentlichten, betrug die mittlere Verbesserung der Dystonie durch die Tiefe Hirnstimulation nach 12-15 Monaten 25 Prozent. Zwei Drittel der Patienten zeigten eine klinisch signifikante Verbesserung und im Mittel eine Verbesserung der Lebensqualität von 83 Prozent.

Bislang war NBIA nicht wirksam behandelbar oder heilbar und die medikamentösen Therapieversuche blieben weitestgehend erfolglos.

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