Sonntag, 04. Dezember 2016


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Angst vor Hydrocortison unberechtigt?

Ein Hormon kämpft gegen seinen schlechten Ruf

(lifePR) (München, ) "Mit Cortison? Nein danke." Alleine der Begriff jagt Vielen Angst ein. Sie stehen ihre Beschwerden lieber aus, anstatt auf den maßgeblichen "Hammer" zurückzugreifen. Warum eigentlich? Häufig ist von Nebenwirkungen wie "Vollmondgesicht" oder dünner Haut die Rede. Schuld an der Verteuflung tragen die Unwissenheit und die daraus resultierende Behandlungspraxis mit teils stark wirksamen Cortisonen bis in die 70er Jahre hinein. Die Medizin lernte aus ihren Fehlern, entwickelte neue Cortisone, passte die verabreichte Cortisonmenge sowie die Anwendungsdauer dem jeweiligen Krankheitsbild an und reduzierte so die gefürchteten Begleiterscheinungen. Mittlerweile gibt es verschiedene, unterschiedlich wirksame Cortisone, zu denen auch das schwachwirksame Hydrocortison gehört.Besonders bei allergischen Hauterkrankungen, Kontaktekzemen, leichter Neurodermitis sowie Sonnenbränden ersten Grades und entzündeten Insektenstichen ist eine Anwendung von Hydrocortison in Form von Cremes und Sprays (z.B. Fenistil® Hydrocort 0,5% bzw. 0,25%) empfehlenswert.

Was ist Hydrocortison

Sprechen Mediziner von Hydrocortison (lateinisch cortex "Rinde"), meinen sie meist einen synthetisch hergestellten Wirkstoff, der besonders bei entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt wird. Er gehört zur schwachwirksamen Klasse der Corticoide und ist in Konzentrationen bis maximal 0,5 Prozent rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Der Volksmund hingegen nutzt Cortison als Sammelbegriff für viele unterschiedlich starke Corticoide. Ursprünglich bezeichnet der Begriff Cortison ein lebenswichtiges, körpereigenes Hormon, das in der menschlichen Nebenniere gebildet wird. Als natürliche Substanz hat es eine ganze Reihe von Aufgaben. Beispielsweise regelt es bestimmte Teile des Stoffwechsels wie den Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel, steuert einige Abläufe der körpereigenen Abwehr (Immunsystem), beeinflusst die Blut- und Knochenbildung und hilft bei Belastungen des Körpers von außen (z.B. Stress), was ihm auch den Namen "Stress-Hormon" einbrachte.

Die Entdeckung des "Wundermedikaments"

Die positive Wirkung von Cortison wurde erstmals in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckt. Wissenschaftler isolierten das in der Nebenniere gefundene Hormon und gaben ihm den Namen Cortison. Im Jahre 1948 gelang es erstmals, das Hormon künstlich herzustellen. Noch im gleichen Jahr kam es als Medikament auf den Markt. Vor allem sein Einsatz bei rheumatischen Erkrankungen und die darauf folgenden "Wunderheilungen" sorgten dafür, dass Cortison (und seine Ableger) bei immer mehr Erkrankungen - innerlich sowie äußerlich - eingesetzt wurden. Seine Einführung galt lange Zeit als Revolution, ähnlich der Entdeckung des Antibiotikums.

Wunderwaffe mit unerwünschten Nebenwirkungen

Bald wurde allerdings die Freude über den neuen Wirkstoff durch gravierende Nebenwirkungen wie Fettsucht, aufgedunsenes Gesicht ("Vollmondgesicht"), Wasseransammlungen im Körper, Hautverdünnung, Bluthochdruck und Herzschwäche, beeinträchtigt. Denn: Cortison ist nicht nur ein Arzneiwirkstoff, sondern vor allem ein körpereigenes Hormon mit speziellen Aufgaben im Körper. Hieraus können sich bei einer Langzeittherapie Probleme ergeben. Wird es über einen langen Zeitraum und in hohen Dosen dem Körper zusätzlich zur natürlichen Bildung zur Verfügung gestellt, können wichtige Körperfunktionen beeinflusst werden. Mögliche Folgen sind gesteigerter Appetit und dadurch bedingte Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen im Gewebe, Störung des Zuckerstoffwechsels oder eine Verringerung des Kalksalzgehaltes der Knochen bis hin zu Osteoporose (Knochenschwund). Die Verteuflung des Hormons ließ nicht lange auf sich warten und auch heute scheiden sich an Cortison die Geister, Vorbehalte sind weiterhin in vielen Köpfen präsent.

Die Medizin versuchte dagegen zu steuern. Der Anfang wurde im Jahr 1954 gemacht, als es gelang, das Cortisonmolekül so zu verändern, dass es kaum noch Auswirkungen auf den Wasser- und Mineralhaushalt hatte. Wichtiger jedoch war die Erfahrung aus der Behandlungspraxis.Die Ärzte erkannten einen Zusammenhang der unerwünschten Nebenwirkungen mit den noch in den 70er Jahren üblichen Langzeittherapien und hohen Dosen, die sie ihren Patienten verabreichten. Zudem stellten sie fest, dass bei vielen Krankheiten eine sehr niedrige Cortisonmenge ausreicht, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen. In Folge wurde die Dosis an den jeweiligen Schweregrad der Erkrankung angepasst und versucht, die Anwendung auf die akute Phase zu reduzieren. So gelang es, die unerwünschten Begleiterscheinungen auf ein Minimum zu beschränken.

Cortisontherapie im 21. Jahrhundert

Durch Weiterentwicklungen des Wirkstoffs gelang es zudem, das Nebenwirkungsrisiko weiter zu reduzieren. Mittlerweile gibt es viele verschiedene synthetisch hergestellte Substanzen, die unter den Sammelbegriff Cortison fallen und bei verschiedenen entzündungsbedingten Krankheitszuständen eingesetzt werden. Schließlich gilt der Wirkstoff in der Medizin immer noch als stärkster Entzündungshemmer und kann bei einigen Krankheitsbildern lebensrettend wirken, beispielsweise bei einem starken Asthmaanfall. Das schwachwirksame Hydrocortison wird heute vor allem in akuten Phasen eingesetzt, wenn eine cortisonfreie Therapie mit Entzündungshemmern nicht ausreicht.

Wie wirkt das Hormon im Körper?

Im Körper wird das Hormon Hydrocortison größtenteils frühmorgens gebildet, wenn die Organe und der Stoffwechsel wieder aktiv werden. Man nennt dies einen "zirkadianen Rhythmus".Untertags passt sich die Hormonbildung dem jeweiligen Bedarf an und trägt dafür Sorge, dass viele verschiedene Prozesse angeregt werden. Vor allem bei außergewöhnlichen Belastungen ermöglicht es dem Körper extreme Leistungen.

Cortisone als Arzneimittel

Cortisone sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. In Form von Arzneimitteln werden sie wesentlich bei Krankheiten eingesetzt, bei denen Entzündungen gehemmt und die Gefahr von Angriffen auf das Immunsystem reduziert werden müssen. Dies trifft auf sehr viele Krankheitsbilder zu. Zum Beispiel lindert das schwachwirksame Hydrocortison leichte Neurodermitis und allergische Hautreaktionen. Besonders bei entzündlichen Hauterkrankungen raten Ärzte häufig zu hydrocortisonhaltigen Cremes.

Doch viele Betroffene schreckt der Begriffsteil "Cortison" in Hydrocortison immer noch ab.Dabei ist der Wirkstoff weder Teufelszeug noch Wunderwaffe, sofern Dosierung und Anwendungsdauer stimmen. In der Apotheke sind Hautcremes und -sprays mit Hydrocortison in Konzentrationen bis maximal 0,5 Prozent (z.B. Fenistil® Hydrocort) rezeptfrei erhältlich, deren Anwendung bei lokal begrenzten Hauterkrankungen empfohlen wird. Hierzu zählen nicht infizierte, allergische und juckende Hautentzündungen mit geringen bis mittleren Symptomen, die durch leichte Neurodermitis, Kontaktallergien, Insektenstiche und Verbrennungen 1. Grades(wie ein Sonnenbrand) verursacht werden. Wichtig bei der Behandlung ist die Einhaltung der Therapieempfehlung. Um Nebenwirkungen möglichst auszuschließen, sollte die Anwendung auf maximal ein Zehntel der Körperoberfläche begrenzt und die empfohlene Therapiedauer eingehalten werden.

Zweifach wirksam gegen die Entzündung

Geschätzt wird Hydrocortison vor allem wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften: Es greift gleich zweifach in die Entzündungsprozesse der Haut ein. Zum einen hemmt es die Produktion körpereigener entzündungsfördernder Botenstoffe, zum anderen fördert es die Produktion körpereigener entzündungshemmender Botenstoffe. Dies geschieht, indem Hydrocortison in die Hautzelle eindringt und dort verschiedene, für das Immunsystem wichtige Proteine aktiviert oder hemmt. Somit trägt Hydrocortison zu einem Rückgang der Entzündungssymptome wie Rötung und Schwellung bei.

Fazit

Als schwachwirksamer Wirkstoff der Cortisonklasse I ist Hydrocortison ein potenter Entzündungshemmer, der bei leichten Hautentzündungen zuverlässig die Beschwerden lindern kann.Gering dosierte rezeptfreie Präparate wie Fenistil® Hydrocort 0,25 oder 0,5 Prozent sind bei lokal und zeitlich begrenzter Anwendung gut verträglich und haben nicht viel mit dem alten "Schreckgespenst" Cortison gemeinsam.

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