Dienstag, 06. Dezember 2016


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Hoffnungsträger für Diabetes-Patienten

Kongressmesse in Münster stellt neue Antidiabetika vor

(lifePR) (Münster, ) Die Entwicklungen in der Behandlung des Typ 2-Diabetes schreiten voran: Nirgendwo wird das deutlicher als bei den Antidiabetika. "Nach langem Stillstand sind in den vergangenen Jahren mehrere neue Präparate auf den Markt gekommen", erklärt Prof. Dr. med. Wolfgang E. Schmidt von der Ruhr Universität Bochum. Betroffene dürfen zudem auf etwa 30 bis 40 weitere Substanzen hoffen, die sich zurzeit in der klinischen Erprobung befinden. Diese Neuheiten sind ein wichtiges Thema auf der Diabetes Messe 2010, Deutschlands größter Kongressmesse zur Volkskrankheit Nummer eins, am 26. und 27. Februar in Münster.

Nach 30 Jahren Grundlagenforschung sind seit zwei Jahren Inkretinmimetika und GLP 1-Analoga im Einsatz. Diese stimulieren auf natürlichem Wege die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse, Insulin auszuschütten und den Blutzucker zu senken. Eine weitere Wirkung: "Die Patienten vermeiden eine Gewichtszunahme", erläutert Prof. Schmidt. Ähnliche Effekte haben SGLT 2-Hemmer, auf die Diabetiker voraussichtlich noch zwei Jahre warten müssen. Gehemmt wird der Glukosetransport in die Niere, was den Blutzuckerspiegel senkt. "Diabetiker verlieren dabei aktiv Zucker über den Urin", erklärt er.

Die Zielgruppe des zweitägigen Fachkongresses im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland ist erneut bewusst breit angelegt: Ärzte treffen auf Apotheker, Diabetesberater auf Diätassistenten. Ein Austausch, der aus Sicht von Harry Kletzko von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) notwendig ist. "Schmerzerkrankungen und Diabetes werden allzu häufig separat behandelt, obwohl zwischen ihnen ein Zusammenhang bestehen kann", unterstreicht er. Dass ein geschädigtes Nervensystem starke Rückenschmerzen verursacht, bleibt oft unerkannt. "In der Folge verschreibt der Hausarzt Schmerzmittel, die nicht wirken, anstatt den Patienten an einen Neurologen zu überweisen."

"Ein vermeidbares Problem", meint Dr. med. Michael A. Überall, der ein Schmerzzentrum in Nürnberg leitet und den Vorsitz beim DGS-Forum auf der Diabetes Messe 2010 führt. Er stellt Behandlungskonzepte für chronisch Schmerzkranke vor. Selbst wenn herkömmliche Schmerzmittel nicht helfen, ist eine medikamentöse Therapie möglich: Dabei können, was viele Schmerzpatienten nicht wissen, auch Antidepressiva oder Antiepileptika verschrieben werden.

Manche Beschwerden sind aber auch auf Nachlässigkeiten der Patienten selbst zurückzuführen. Insbesondere die Insulinapplikation ist eine häufige Fehlerquelle. Hier sieht Angelika Plaßmann, Leiterin der Hohenzollern Apotheke in Münster, sich und ihre Kollegen gefragt: "Wir Apotheker müssen, wenn uns Diabetiker über Beschwerden berichten, nachhaken, ob sie regelmäßig Blutzucker messen und die Nadel ihres Pens wechseln". Stumpfe und verstopfte Nadeln oder Verzögerungsinsuline, die vor dem Gebrauch nicht geschüttelt werden, verhindern, dass ausreichend Insulin zugeführt wird. Wie Apotheker solche Fehler aufdecken und vermeiden können, behandelt auf der Diabetes Messe 2010 das Forum der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Erstmals steht der zweitägige Fachkongress mit seinen rund 80 renommierten Referenten unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger. Die Münchnerin gehört neben vielen nationalen und internationalen Fachgesellschaften auch dem Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Internisten an. Darüber hinaus liegt die inhaltliche Gestaltung weiterhin in den Händen von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, unter anderem ärztlicher Direktor am Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen. Der Fachkongress wird begleitet von einer Messe mit mehr als 100 Ausstellern. Am Sonntag, 28. Februar, schließt sich ein Patiententag an, der allen Gesundheitsinteressierten offen steht. Weitere Informationen: www.diabetes-messe.com.

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