Dienstag, 06. Dezember 2016


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IHK-Mitgliedszahl erstmals geschrumpft

Statistikbereinigungen und Arbeitnehmerfreizügigkeit machen sich bemerkbar

(lifePR) (Offenbach am Main, ) Das Interesse am eigenen Unternehmen ist deutschlandweit seit Jahren rückläufig. Nun spiegelt sich erstmalig dieser Trend auch in Stadt und Kreis Offenbach wider. Insgesamt wurden 2014 im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main 6.983 Firmen gegründet (Vorjahr: 9.058). Die Gesamtzahl der IHK-Mitgliedsbetriebe verringerte sich seit Anfang 2014 43.588 auf aktuell 41.755.

"Dies entspricht einer prozentualen Veränderung um minus 4,2 Prozent", so IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. Für den Rückgang gebe es verschiedene Gründe. "Ein wichtiger Grund ist die nach wie vor gute konjunkturelle Lage am Arbeitsmarkt. Aufgrund dessen ziehen qualifizierte Fachkräfte eine sichere abhängige Beschäftigung einer vergleichsweise unsicheren Selbstständigkeit vor. Zudem finden Kontrollen durch Finanz- und Gewerbeämter hinsichtlich Scheinselbständigkeit und Liebhaberei statt. Dies führt zur Bereinigung von Statistiken. Darüber hinaus verringerte sich 2014 deutlich die Zahl an Gewerbeanmeldungen von Existenzgründern aus anderen EU-Mitgliedsstaaten", so Weinbrenner weiter.

Stadt und Kreis Offenbach bildeten nach wie vor eine sehr aktive und attraktive Region für Existenzgründer. Betrachte man die Gewerbeneuerrichtungen je 1.000 Ein-wohner, so lägen sie hessenweit weiterhin vorne.

Weinbrenner: "Betrachtet man den Gründungssektor näher, so fällt Folgendes auf: Im Baugewerbe und im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen wird nach wie vor am häufigsten gegründet. Im Vergleich zum Vorjahr sind hier die Gründungen am deutlichsten zurückgegangen." Im Baugewerbe könne mit hoher Wahrscheinlichkeit der Rückgang auf den Wegfall der eingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit zurückgeführt werden. "Denn in den Vorjahren wurde für eine Existenzgründung besonders häufig das Baugewerbe von Menschen mit Migrationshintergrund gewählt", verdeutlicht der IHK-Chef.

In Stadt und Kreis Offenbach hätten dennoch auch im letzten Jahr zahlreiche Existenzgründungen durch Personen mit Migrationshintergrund stattgefunden. "48 Prozent der Kleingewerbe wurden 2014 von Personen mit Migrationshintergrund angemeldet,", so Weinbrenner weiter.

Je nach Herkunftsland habe die Zahl der Neuanmeldungen im Vergleich zum Vorjahr mehr oder weniger deutlich abgenommen, vereinzelt habe es auch geringfügige Steigerungen gegeben. Seit 1. Januar 2014 gelte für Bulgarien und Rumänien die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Die Auswirkungen der Neuregelung werde besonders am Beispiel Rumänien deutlich - ein Rückgang bei dieser Personengruppe um über 60 Prozent bei Gewerbeneuanmeldungen im Vergleich zum Vorjahr. Bevorzugte Branchen bei Existenzgründungen mit Migrationshintergrund seien Akustik und Trockenbau, Hausmeisterdienste und Gastronomie.

Die meisten Existenzgründer im Offenbacher IHK-Bezirk seien 2014 zwischen 21 und 40 Jahre alt gewesen. Gut ein Viertel (rund 27 Prozent) seien Frauen gewesen. Der Anteil mit Migrationshintergrund habe bei den Frauen 51 Prozent betragen.

"Sporadisch neugierig auf Existenzgründung sind viele Menschen. Das belegt unsere hohe Zahl der Erstberatungen sowie die hohen Besucherzahlen beim IHK-Gründertag. Mit dem Funken ein anhaltendes Feuer zu entfachen, gelingt dann aber nicht jedem. An der Verwirklichung einer Idee zu arbeiten, erfordert eben auch Mut, Eigeninitiative sowie Ausdauer und Beharrlichkeit", so Weinbrenners Resümee.

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