Freitag, 09. Dezember 2016


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Handwerkskonjunktur im Land braucht neue Impulse

(lifePR) (Koblenz/Rheinland-Pfalz, ) Konjunkturumfrage des rheinland-pfälzischen Handwerks: Einschätzung wichtiger Kennzahlen verhalten - gestiegene Investitionsbereitschaft

Die Bewertung wichtiger Konjunkturindikatoren wie Geschäftsklima, Auftragslage und Umsatzentwicklung fällt nach den Ergebnissen der aktuellen Konjunkturumfrage für das rheinland-pfälzische Handwerk leicht rückläufig aus. Betriebsauslastung und Auftragsreichweite bleiben hingegen stabil, die Investitionsbereitschaft im Land ist gestiegen. Nach der positiven Einschätzung im Herbst 2006 zeigt sich die Beurteilung aktuell zwar noch auf einem hohen Niveau, aber weiterhin und wie bereits im Herbst 2007 leicht rückläufig. Der zuvor spürbare Aufwärtstrend im Handwerk in Rheinland-Pfalz kommt nicht wieder in Schwung.

6.000 Betriebe haben sich an der aktuellen Konjunkturumfrage beteiligt, die die Handwerkskammer Koblenz für die vier Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern, Koblenz, Mainz und Trier) erstellt.

Derzeit sind 75 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrer Geschäftslage; im Vorjahr waren es 77 Prozent, im Herbst 2006 noch 80 Prozent. Auch die Prognosen der Handwerker sind abgekühlt. Für das Winterquartal hoffen 73 Prozent auf gute oder zufriedenstellende Geschäfte. Im Vorjahr waren dies noch 79 Prozent der Betriebe.

Geschäftsklima - unterschiedliche Beurteilung im Land

Die Beurteilung der Geschäftslage fällt in den vier Kammerbezirken unterschiedlich aus. So liegt Koblenz mit 75 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 76 %), die sich positiv über ihre Geschäftslage äußern, im Landesdurchschnitt. In Kaiserslautern und Trier fallen die Beurteilungen mit 73 Prozent (78 %) und 71 Prozent (82 %) etwas geringer aus. Am stärksten schlägt in diesem Herbst das Stimmungsbarometer im Kammerbezirk Mainz aus. Hier geben 80 Prozent der befragten Betriebe eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage an (75 %).

Auch in den einzelnen Handwerksbranchen hat sich die Beurteilung der Geschäftslage unterschiedlich entwickelt. Die beste Einschätzung geben wie im Vorjahr die Betriebe für den gewerblichen Bedarf, wie z.B. der Feinwerkmechaniker, Metallbauer, Elektromaschinenbauer an. Von diesen befragten Unternehmen melden wie im Vorjahr 84 Prozent in Rheinland-Pfalz eine positive Beurteilung ihrer Geschäftslage. Von den befragten Bauhandwerkern schätzen 71 Prozent ihre wirtschaftliche Situation positiv ein (Vorjahr: 80 %). 80 Prozent der befragten Betriebe der Ausbauhandwerke, wie beispielsweise der Maler und Lackierer, Heizungsbauer oder Elektrotechniker, beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage zufriedenstellend (81 %). Bei den Befragten der Kfz-Branche sind es nur 56 Prozent (66 %), die eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage angeben. Im Nahrungsmittelgewerbe liegt der Anteil bei 68 Prozent (73 %), bei Betrieben in personenbezogenen Dienstleistungen bei aktuell 81 Prozent (74 %). Von den Betrieben im Gesundheitsgewerbe melden in diesem Herbst 74 Prozent eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage (63 %).

Anstieg der Einkaufspreise - Umsätze leicht rückläufig

"Die Handwerksbetriebe haben zunehmend mit dem großen Preisdruck zu kämpfen. Auf der einen Seite steigen die Einkaufspreise deutlich an, auf der anderen Seite können nur wenige Betriebe diese an ihre Kunden weitergeben. Zwar bleiben die Ergebnisse in der aktuellen Umfrage im rheinland-pfälzischen Handwerk weitestgehend stabil, jedoch sinken die Umsätze und Gewinne der Handwerker in Rheinland-Pfalz", stellen Präsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Dr. h. c. mult. Karl-Jürgen Wilbert fest. Auf dem Beschaffungsmarkt müssen im dritten Quartal 2008 64 Prozent der Handwerksbetriebe gestiegene Einkaufspreise hinnehmen (Vorjahr: 53 %), nur 16 Prozent der Befragten können höhere Verkaufspreise bei ihren Kunden durchsetzen (16 %). Zukünftig rechnen 65 Prozent der Handwerksbetriebe mit weiter steigenden Einkaufspreisen, 16 Prozent der Befragten geben an, ihre Absatzpreise gegenüber dem Vorquartal zu erhöhen.

Die realisierten Umsätze zeigen im rheinland-pfälzischen Handwerk im Herbst 2008 eine leicht rückläufige Bilanz. Zwar melden 21 Prozent der Befragten gestiegene Einnahmen gegenüber dem Vorquartal (Vorjahr: 20 %), Umsatzeinbußen müssen jedoch 31 Prozent der Befragten hinnehmen, dies waren im vergleichbaren Vorjahreszeitraum nur 27 Prozent.

"Maßnahmen, die die Binnenkonjunktur stärken, sind dringend erforderlich. Private Haushalte müssen als Auftraggeber gestärkt werden", fordern Scherhag und Wilbert.

Auslastung stabil - Auftragsbestand leicht rückläufig

Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten und die Auftragsreichweite der rheinland-pfälzischen Handwerksbetriebe sind insgesamt stabil. In der aktuellen Herbstumfrage geben 62 Prozent der Befragten eine Betriebsauslastung von mindestens 70 Prozent an (61 %). Am stärksten ausgelastet sind zurzeit die befragten Betriebe im Kammerbezirk Mainz, von denen 67 Prozent einen Auslastungsgrad von 70 bis 100 Prozent verzeichnen. Von den befragten Handwerkern in der Pfalz geben wie im Vorjahr 58 Prozent eine zufriedenstellende Auslastung an, in der Region Trier sind es in diesem Herbst nur 55 Prozent der befragten Handwerksunternehmen. Von den Betrieben in der Region Mittelrhein geben 65 Prozent eine zufriedenstellende Auslastung an. Die Auftragsreichweite hat sich leicht von 6,0 Wochen im vergangenen Herbst auf jetzt 6,1 Wochen erhöht. Der Auftragsbestand ist aktuell leicht rückläufig. Vor einem Jahr verzeichneten 73 Prozent der Befragten einen konstanten oder gestiegenen Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal. Jetzt sind es 71 Prozent.

Beschäftigungsentwicklung konstant - gestiegene Investitionen

Wenige Veränderungen zeigen sich auf dem Beschäftigungsmarkt im rheinland-pfälzischen Handwerk. Die Beschäftigungsbilanz ist weiter leicht positiv. 84 Prozent der befragten Betriebe nehmen im dritten Quartal dieses Jahres keine personellen Veränderungen vor (Vorjahr: 85 %), 11 Prozent stellen Mitarbeiter ein (10 %) und 5 Prozent bauen Stellen ab (5 %). 18 Prozent der Befragten befürchten, in den nächsten drei Monaten Mitarbeiter entlassen zu müssen (14 %), 5 Prozent denken über Einstellungen nach (5 %).

Freundlich zeigt sich die Investitionsbereitschaft der Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz. Trotz angespannter Ertragssituation wird in den Betrieben in Techniken der Zukunft investiert. 35 Prozent (Vorjahr: 30 %) der befragten Betriebe investieren im rheinland-pfälzischen Handwerk eine durchschnittliche Investitionssumme von 50 T€ (Vorjahr: 26 T€). 69 Prozent der Handwerksunternehmen haben ihre Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorquartal erhöht oder auf stabilem Niveau gehalten. Zukünftig erwarten 55 Prozent der befragten Betriebe gleiche oder höhere Investitionen als im Vorquartal.

Handwerk in Rheinland-Pfalz fordert Wachstumsimpulse

"Nach dem deutlichen Anstieg der Handwerkskonjunktur in Rheinland-Pfalz im Herbst 2006 und Frühjahr 2007 steht diese seit letztem Herbst im wesentlichen still. Damit die rheinland-pfälzische Handwerkskonjunktur insgesamt belebt wird, werden neue Impulse benötigt", fasst die Spitze der HwK Koblenz die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage im rheinland-pfälzischen Handwerk zusammen. "Unterstützende Maßnahmen sind dringend erforderlich. Positive Ansätze sind z.B. in der Förderung im Bereich Energiesparen zu sehen, von denen das Handwerk profitieren kann." Ausbildung, Qualifikation und Weiterbildung werden im Handwerk unerlässlich bleiben und müssen weiter gefördert werden, um die Leistungsfähigkeit des Handwerks zu stärken. Daher muss zukünftig stärker in das Bildungssystem investiert werden. Die rheinland-pfälzischen Handwerkskammern stehen ihren Mitgliedsbetrieben mit einem umfassenden Beratungs- und Weiterbildungsangebot sowie mit umfangreichen, kostenlosen Dienstleistungen zur Seite.

Informationen zu Einzelheiten der Herbstbefragung 2008 bei der Handwerkskammer Koblenz, Telefon 0261/ 398-257, Telefax 0261/ 398-994, beratung@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de .

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