Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 139299

Hochschulreform gelingt nur, wenn sich auch die Wissenschaftsministerien verändern

(lifePR) (Gütersloh, ) Die deutschen Wissenschaftsministerien haben in den letzten Jahren zahlreiche Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse an die Hochschulen delegiert. Diese weitgehende Hochschulautonomie steht für ein neues, sich immer noch wandelndes Verhältnis zwischen Staat und Hochschulen. Diese Neujustierung hat die Hochschulen im Innern drastisch verändert (z.B. in Bezug auf Steuerungsinstrumente und Governance-Strukturen). Der tiefgreifenden und umfassenden Hochschulreform folgte bisher allerdings nur eine partielle Reform der (Landes-) Wissenschaftsministerien als "Gegenüber" der Hochschulen.

Eine aktuelle CHE-Studie zeigt: Adäquate Steuerung der Hochschulentwicklung und ein Erreichen gesellschaftlicher bzw. politischer Ziele kann nur gewährleistet werden, wenn die Partner auf beiden Seiten (also Hochschulen und Ministerien) die intendierte Reformlogik unterstützen und tatsächlich auch 'leben'.

Zunächst sollten Wissenschaftsministerien nach Ansicht des CHE einen inhaltlichen Selbstreflexionsprozess starten oder fortführen. Projektleiter Ulrich Müller: "Die Ministerien haben die Hochschulen in den letzten Jahren ermutigt, auf eigenen Beinen zu stehen. Jetzt leiden sie an manchen Stellen sozusagen unter einem 'Empty-Nest'-Syndrom: Wenn die Kinder flügge werden, müssen sich auch die Eltern neu finden." Wissenschaftsministerien müssen gegenüber den Hochschulen und gegenüber der Öffentlichkeit argumentieren und kommunizieren, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten (unter Wahrung einer generellen Autonomie der Hochschulen) in Zukunft bei ihnen anzusiedeln sind. Sie sollten sich "erklären", in welchem Aufgabenfeld sie künftig welche Rolle spielen möchten. In der Vorarbeit der 'Rollenfindung' sind die Wissenschaftsministerien unterschiedlich weit - manche müssen lediglich getroffene Festlegungen deutlicher explizieren (etwa die Rolle als regierungsinterner 'Anwalt des Wissenschaftssektors'), andere müssten einen tiefergehenden Prozess starten.

Neue Steuerungsinstrumente im Verhältnis Ministerium - Hochschule wie Zielvereinbarungen, leistungsorientierte Mittelvergabe oder Berichtspflichten im Rahmen von Jahresabschlüssen sind in Deutschland inzwischen gängig. Die CHE-Studie zeigt jedoch, dass diese Instrumente nur funktionieren, wenn die Wissenschaftsministerien bei ihrem Einsatz einige Grundprinzipien beachten, etwa eine adäquate Einbeziehung der Hochschulen bei Entscheidungen, größtmögliche Transparenz und Verlässlichkeit von Vereinbarungen.

Aus der veränderten Aufgabenstellung und neuen "Rollenbildern" ergeben sich letztlich auch ministeriumsinterne Veränderungen, v.a. in den Bereichen Organisation und Personal. Bisher waren beispielsweise die Ministerien von einem hohen Personalanteil mit juristischer Ausbildung geprägt - hier sollte in Zukunft durch gezielte Rekrutierungsanstrengungen ein breiteres Qualifikationsspektrum angestrebt werden, um den neuen Anforderungen besser gerecht zu werden. Stärker als bisher sollte auf verschiedenen Ebenen Durchlässigkeit in den Wissenschaftsbereich geschaffen werden, so dass neben einer Verwaltungskarriere Seitenwechsel in die Hochschulleitung und in weitere wissenschaftsorientierte Institutionen als "zweite Karriereoption" ermöglicht werden. Ulrich Müller: "Wichtig ist, dass sich aus verschiedenen Einzelmaßnahmen wirklich eine abgestimmte, individualisierte Personalentwicklung ergibt, die den gewandelten Kompetenzanforderungen entspricht. Ausbaufähig sind insbesondere gemeinsame Personalentwicklungsmaßnahmen zwischen Ministeriumsbeschäftigten und Hochschulvertreter(inne)n."

Für die Studie wurden zahlreiche leitfadengestützte Interviews mit Hochschulexpert(inn)en und Vertreter(inne)n deutscher und ausländischer Wissenschaftsministerien geführt. Zu einem ersten Entwurf gaben zudem (im Rahmen eines durch die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. initiierten Projektes) in einem international besetzten Workshop Vertreter(inne)n aus Hochschulmanagement, Wissenschaft und Verwaltung Feedback.

Die Überlegungen zur neuen Rolle von Wissenschaftsministerien werden auf dem CHE-Symposium "Wissenschaftsministerien von morgen - Rückzug oder neue Aufgaben?" am 03. / 04. Februar 2010 in Berlin mit Ministerien- und Hochschulvertretern diskutiert und durch Beispiele aus dem In- und Ausland illustriert.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden http://www.che.de/downloads/CHE_AP132_Wissenschaftsministerien.pdf

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