Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Pkw-Reifenschäden: Reparatur statt Reifentausch?

(lifePR) (Bonn, ) Dass man beschädigte Fahrradreifen je nach Art des Schadens mit Hilfe von Gummipflastern reparieren kann, weiß wohl jeder Drahteselbesitzer. Weniger bekannt ist unter Auto- und Zweiradfahrern, dass auch die Reifen motorisierter Fahrzeuge reparabel sind - eine kostengünstige Alternative zum kompletten Austausch des beschädigten Pneus.

Weit mehr als 90 Prozent der Reifenschäden sind so genannte Einfahrschäden, bei denen nach dem Eindringen eines spitzen Gegenstandes in die Lauffläche langsam die Luft entweicht. Diese Schäden dürfen bei Personen- und Lastkraftwagen, Leicht-Lkw und Motorrädern unter bestimmten Voraussetzungen repariert werden, die in der "Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen" geregelt sind. Für Pkw-Reifen ist hier festgelegt, dass der Schadensdurchmesser nicht größer als sechs Millimeter sein darf und der komplette Reifen zuvor von der Felge montiert, untersucht und insgesamt als reparaturwürdig beurteilt worden sein muss. "Es kann nämlich sein, dass zwar der Einfahrschaden selbst repariert werden könnte, aber der Reifen durch vorheriges Fahren mit Minderluftdruck in seiner Gesamtheit schon so geschädigt wurde, dass er letzlich doch nicht mehr reparabel ist", sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V.) in Bonn. Entgegen vielfacher Behauptungen legt die genannte Richtlinie jedoch keine "Geschwindigkeitsbegrenzungen" fest, das heißt Reifen grundsätzlich aller Geschwindigkeitskennziffern (bis hin zu Z-Reifen) dürfen vom Prinzip her repariert werden.

Fakt ist auch, dass Reifenschäden immer ein Fall für den Reifenprofi sind. Nicht allein wegen des für die Beurteilung notwendigen Expertenblicks, sondern auch, weil nach der geltenden Handwerksordnung gewerbsmäßige Reifenreparaturen nur von Betrieben ausgeführt werden dürfen, die mit dem Vulkaniseur-Reifenmechaniker-Handwerk in die Handwerksrolle eingetragen sind, d.h. einen entsprechenden Meister beschäftigen.

Fällt die erste Prüfung positiv aus, wird anschließend die Schadensstelle an der Außen- wie an der Innenseite des Reifens begutachtet. Dabei wird der Fachmann kontrollieren, wie stark die Stahlfäden des Reifen-Unterbaus, der so genannten Karkasse, beschädigt sind. Ist eine Reparatur möglich, wird im Anschluss an die Säuberung des Schadenskanals, durch den der Fremdkörper eingedrungen ist, die beschädigte Stelle mit Hilfe eines zulässigen Reparaturmittels (z.B. Kombination aus Lochkanalfüllung und Reparaturpflaster) repariert.

Je nach Art der Beschädigung muss der Pneu-Profi manchmal allerdings auch die Diagnose 'irreparabel' fällen. Denn die erlaubten Ausbesserungsmöglichkeiten sind aus Sicherheitsgründen stark begrenzt. Drechsler: "Wenn der Werkstattfachmann nach gründlicher Prüfung sogar die Neubereifung der kompletten Achse empfiehlt, ist das in der Regel keine Geschäftemacherei, sondern ein ernst zu nehmender Sicherheitstipp. Denn nicht jeder Neureifen verträgt sich mit dem unbeschädigten zweiten auf der Achse!" Nach § 36 (2a) StVZO gilt hinsichtlich der Mischbereifung an Pkw zwar lediglich die Forderung, dass sie entweder nur mit Diagonal- oder nur mit Radialreifen ausgerüstet sein müssen. Gleichwohl ist in Fachkreisen unbestritten, dass aus Gründen der Fahrzeugsicherheit die Verwendung von Reifen des gleichen Herstellers und Typs dringend zu empfehlen ist. Drechsler: "Wer das Pendant zu dem intakt gebliebenen Pneu nicht mehr bekommen kann, sollte deshalb dem Rat des Fachmanns folgen und sicherheitshalber beide Reifen der betroffenen Achse austauschen lassen."

Auf jeden Fall aber kann es sich für den Fahrzeughalter lohnen, einen Reifenschaden von einem Pneuspezialisten prüfen und sich von ihm über die Möglichkeiten einer Reparatur beraten zu lassen. Denn eine Reparatur ist natürlich kostengünstiger als die Neubereifung der betroffenen Achsposition oder sogar der kompletten Achse. "Ein fachgerecht instand gesetzter Reifen ist genauso einsatzfähig wie vor der Beschädigung", betont Reifenexperte Drechsler. Doch nicht jeder, der mit Reifen handelt, kann sie auch reparieren. Deshalb sollten Autofahrer beschädigte Pneus ausschließlich in die Hände spezialisierter Fachhandwerker geben. Eine Liste hierfür qualifizierter Betriebe finden Interessenten im Internet unter der Adresse www.bundesverband-reifenhandel.de, Menüpunkt "Stationenverzeichnis/Reifenreparaturbetriebe".

Und noch einen Tipp hat Drechsler: "Hände weg von präventiven Reifendichtmitteln, die schon vor einem möglichen Einfahrschaden in den Reifen eingefüllt werden sollen!" Denn diese sind als Mittel zur Reifenreparatur nicht zulässig. Wenn überhaupt, dürfen sie nur als "temporärer Notbehelf" nach einem eingetretenen Schaden verwendet werden; die Reifen können dann allerdings gegebenenfalls nicht mehr fachgerecht repariert werden.

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