Samstag, 10. Dezember 2016


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Vergütung durch Krankenkassen - Schlüssel für den Durchbruch von Digital Health?

Kostenträger spielen wichtige Rolle bei der Einführung digitaler Innovationen im Gesundheitsmarkt

(lifePR) (Berlin, ) Am 09.06.2015 findet die Fachtagung "Vernetzte Versorgung: Welche Lücken kann Digital Health wirklich schließen?" des Bundesverbandes Managed Care e.V. (BMC) in Berlin statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob und inwieweit aus neuen digitalen Angeboten tatsächlich ein Mehrwert für die Versorgung der Patientinnen und Patienten entsteht und wie sich diese "neue Welt" mit den Strukturen des GKV-Systems vereinbaren lässt.

Die Digitalisierung hat bereits zahlreiche Lebensbereiche nachhaltig verändert. Im Gesundheitswesen werden die Möglichkeiten, die digitale Medien bieten, jedoch noch verhältnismäßig wenig genutzt. Gleichzeitig gibt es einen Boom von Start-ups, die sich mit Gesundheits-Apps, Wearables, telemedizinischen Angeboten und Online-Communities direkt an Patienten und Bürger wenden.

Krankenkassen spielen wichtige Rolle beim Thema Digital Health

Doch warum dauert es eigentlich so lange, bis Innovationen überhaupt im GKV-System ankommen? Aus Sicht von Dr. Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds und Referent bei der BMC-Fachtagung, liegt dies zum Teil an den Krankenkassen, die eine eher konservative Rolle beim Thema Digital Health einnehmen. Neue Versorgungsmodelle seien in den meisten Fällen zunächst einmal mit Kostensteigerungen verbunden. Das führe zu einer generellen Zurückhaltung gegenüber Innovationen. "Dabei spielen die Krankenkassen bei der Einführung digitaler Innovationen im Gesundheitsmarkt eine sehr wichtige Rolle", so Brandkamp, "sie bringen die nötige Expertise mit, wenn es darum geht, auf die richtigen Innovationen und Geschäftsmodelle zu setzen, die letztlich einen Wert für alle Beteiligten stiften."

Deutsche Start-up Szene bietet bereits zahlreiche Best-Practice-Modelle

An guten Ideen mangelt es nämlich keineswegs. Die deutsche Start-up-Szene hat bereits zahlreiche Best-Practice-Modelle im Healthcare-Bereich hervorgebracht, von denen einige ebenfalls auf der BMC-Fachtagung vorgestellt werden. So wird u.a. Nicolas Schulwitz, Geschäftsführer der Patientus GmbH, einen Einblick in die Online-Video-Sprechstunde Patientus geben. Dort können Arzt und Patient online über den Webbrowser in Kontakt treten und beispielsweise auch Röntgenbilder oder OP-Berichte austauschen. Patientus steht bereits allen approbierten Ärzten in Deutschland zur Verfügung.

Health 2.0 birgt großes Potenzial für Patienten

Welchen Mehrwert Digital Health tatsächlich für Patienten bringt, beleuchtet Prof. Dr. Andréa Belliger, Leiterin des Studiengangs E-Health an der Pädagogischen Hochschule Luzern. Sie hat in dem von ihr gemeinsam mit David J. Krieger herausgegebenen Buch "Gesundheit 2.0 - Das ePatienten-Handbuch" zahlreiche Online-Angebote untersucht und kommt zu dem Schluss: "Health 2.0 und die Forderung der ePatienten nach mehr Kommunikation, Partizipation und Transparenz bergen ein großes Potenzial für die Gestaltung und Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems."

Israel schließt Versorgungslücken mit Hilfe von Big Data

Dass die digitale Transformation auch für die Versorgungsforschung einen Gewinn darstellt, berichtet Dr. Maya Leventer-Roberts vom israelischen Krankenversicherer Clalit Health Service. Sie zeigt in ihrem Beitrag, wie Israel bereits heute Versorgungslücken mit Hilfe von Big Data überwindet. Wenn es um die Nutzung von Routinedaten geht, nimmt das israelische Gesundheitssystem im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Die Daten fließen dort unmittelbar in die Versorgungsforschung, anschließend werden aus den Ergebnissen gesundheitspolitische Maßnahmen abgeleitet. So entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess für das System - ein Vorgehen, das in Teilen sicher auch für das deutsche Gesundheitswesen als Blaupause dienen könnte.
"Uns geht es darum, das Thema Digital Health von der Versorgungsseite her zu denken", erklärt Ralph Lägel, Mitglied des BMC-Vorstands, der die Fachtagung gemeinsam mit Helmut Hildebrandt, ebenfalls BMC-Vorstandsmitglied, leitet.
"Welche Entwicklungen haben echtes Innovationspotenzial im Sinne von besserer Versorgung und mehr Patientenorientierung? Und wie lassen sich durch digitale Innovationen gleichzeitig Effizienz- und Wirtschaftlichkeitsgewinne für das System erzielen? - Wir freuen uns darauf, diese Fragen gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung zu diskutieren", ergänzt Helmut Hildebrandt.
Die BMC-Fachtagung "Vernetzte Versorgung: Welche Lücken kann Digital Health wirklich schließen?" findet am 9.6.2015 in der Zeit von 10:00 bis 17:30 Uhr in der Konrad-Adenauer-Stiftung Akademie in Berlin statt. Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie hier: www.bit.ly/BMCdigi

Bundesverband Managed Care e.V.

Der BMC ist ein pluralistischer Verein für innovative Systementwicklung im Gesundheitswesen. Er versteht sich als das Forum für zukunftsfähige, qualitätsgesicherte und patientenorientierte Konzeptionen. Der BMC vertraut auf die Kräfte eines freiheitlichen und wettbewerbsorientierten, gleichwohl auch solidarischen Systems. Seine Mitglieder repräsentieren nahezu die gesamte Bandbreite aller Akteure des Gesundheitswesens. Der BMC wurde 1997 gegründet und zählt rund 170 Unternehmen und Institutionen zu seinen Mitgliedern.

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