Dienstag, 06. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 548163

Mythos und Wahrheit über Insekten: Wie gefährlich sind sie wirklich?

(lifePR) (Wedel, ) Hornissen sind am gefährlichsten, Hummeln können nicht stechen und Mücken mögen süßes Blut - nicht alles, was der Volksmund über die typischen Sommerinsekten zu sagen weiß, stimmt auch. Wir klären auf, welche Wahrheiten hinter den Mythen rund um die bekanntesten Sommerinsekten stecken.

Hornissen

Hornissen sind mit knapp 3 cm Länge größer als die meisten anderen Insekten. Das macht sie jedoch nicht gefährlicher. Ihre Stiche sind zwar schmerzhaft, aber nicht giftiger als Wespenstiche. Der Spruch "Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd" ist also ein Mythos.

Bienen

Bienen sind tatsächlich eher braun-orange als schwarz-gelb und zeichnen sich durch ihren "Pelz" aus. Wie uns schon "Biene Maja" lehrt, sind sie friedfertig. Bienen stechen Menschen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Denn in der Regel bleibt ihr Stachel in unserer Haut stecken, und das bedeutet für die Biene meistens den Tod.

Wespen

Wespen sind an ihrer schwarz-gelben Färbung und der "Wespentaille" zu erkennen. Wichtig: Niemals anpusten, denn das Kohlendioxid im Atem macht die Insekten aggressiv. Ihr Gift kann eine potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion auslösen. Knapp 70 Prozent der Insektengiftallergien werden durch Wespen ausgelöst. Einen Stich vermeidet man am besten, indem man Ruhe bewahrt.

Hummeln

Die Hummel kann mathemathisch gesehen nicht fliegen, aber sie weiß das nicht, und fliegt trotzdem - dieses "Hummel-Paradoxon" hält sich hartnäckig. Verglichen mit Flugzeugtragflächen stimmt das auch. Aber eine Hummel ist kein Flugzeug, ihre Flügel sind gekrümmt und bewegen sich - so kann sie fliegen. Auch zu glauben, sie würde nicht stechen, ist falsch: Hummeln setzen diese Waffe aber noch seltener ein als Bienen.

Mücken

Im Unterschied zu Hornissen, Bienen, Wespen und Hummeln stechen Mücken nicht zur Verteidigung. Sie setzen auch keinen Stachel ein, sondern nutzen ihren Rüssel, um an das Blut von Menschen zu kommen. Anders als weitläufig angenommen, spielt bei der Wahl des Wirts nicht der Geschmack des Bluts, sondern der Körpergeruch eine Rolle.

Kriebelmücken

Kriebelmücken sehen eher aus wie Fliegen und sind mit ihren etwa 6 mm Länge durchaus unauffällig. Ihre Stiche sind aber oft schmerzhaft und die Einstichstellen anfällig für Entzündungen. Denn Kriebelmücken sind sogenannte "Poolsauger", die mit ihren Mundwerkzeugen Wunden in die Haut ritzen, in denen sich ein Pool aus Blut bildet, den sie dann aussaugen.

Bremsen

Auch Bremsen zählen zu den Blutsaugern. Haben sie sich ihr Ziel ausgesucht, sind sie äußerst hartnäckig und schwer zu vertreiben. Zu finden sind sie nicht nur auf der Pferdekoppel, sondern häufig auch in der Nähe von Gewässern. Und ja, Bremsen können problemlos durch Kleidung stechen - nur besonders dicke Stoffe halten sie davon ab.

Schutz vor dem Stich

Auch wenn nicht alles stimmt, was über Insektenstiche erzählt wird, sollte man die Gefahren nicht auf die leichte Schulter nehmen: "Jeden Sommer sterben rund 20 Personen an den Folgen einer allergischen Reaktion auf Insektengift von Wespen und Bienen", weiß Prof. Margitta Worm von der Charité in Berlin. Die Allergologin und Dermatologin führt weiter aus: "Die Dunkelziffer ist sogar weit höher, da ein allergischer Schock zum Beispiel zu Autounfällen führen kann, dann aber nicht als Ursache erkannt wird." Rund ein Viertel aller Deutschen weist gesteigerte Reaktionen an der Stichstelle von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln auf. Bei etwa 2,8 Millionen besteht die Gefahr eines allergischen Schocks, der zu Herz-Kreislauf-Versagen führen kann. Klarheit über eine Allergie bringt der Besuch beim allergologisch tätigen Arzt. Er kann daraufhin eine entsprechende Therapie, wie die Allergie-Impfung - die Hyposensibilisierung - einleiten.

Unabhängig von einer Allergie ist es sinnvoll, sich vor Stichen und Bissen zu schützen. Denn jeder, der einmal gestochen wurde, kann eine Allergie gegen Insektengift entwickeln. Speisen und Getränke sollten deshalb im Freien abgedeckt werden, damit keine Insekten angelockt werden. Wer lange Kleidung trägt, macht es Wespen, Bienen und Co. noch einmal schwerer.

Weitere Informationen zum Schutz vor Stichen sowie der Feststellung und Behandlung von Insektengiftallergien unter www.initiative-insektengift.de.

Über die Initiative Insektengiftallergie

Die Initiative Insektengiftallergie bietet Patienten, Angehörigen und Interessierten Informationen rund um Allergien auf Stiche von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln. Ziel der Initiative ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Insektenstichen, die Auslöser sowie die Behandlung der daraus resultierenden Allergie. Weitere Informationen unter www.initiative-insektengift.de.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Der Weg zum perfekten Weihnachtsbaum

, Natur & Garten, Niedersächsische Landesforsten

Alle Jahre wieder gehört er genauso zu Weihnachten wie Lebkuchen, Weihnachtsgans und Kerzenschein: der Weihnachtsbaum. Um den richtigen Familienweihnachtsba­um...

„Löffelkraut & Co“ brauchen auch künftig Unterstützung

, Natur & Garten, Bundesamt für Naturschutz

Das Bayerische Löffelkraut (Cochlearia bavarica) ist eine Rarität, die weltweit nur im Süden Bayern zu finden ist. Dazu beigetragen, dass dies...

Drei hochwertige Gitarren: aus der Asservatenkammer in den Unterricht

, Natur & Garten, Bundesamt für Naturschutz

Erst beschlagnahmt und dann gestiftet: Drei hochwertige Gitarren werden künftig an der Hochschule für Musik und Tanz Köln für Unterrichtszwecke...

Disclaimer