Donnerstag, 25. Mai 2017


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Gemeinsam mehr Versorgungssicherheit

Politisches Tauwetter ermöglicht neuen Energiedialog / WINGAS: Polen Zugang zu Nordseegas ermöglichen

(lifePR) (Berlin / Warschau, ) Deutschland und Polen haben nach den jüngsten Worten des polnischen Parlamentspräsidenten Bronislaw Komorowski ihre Krise im bilateralen Verhältnis überwunden. "Auch wir spüren das Tauwetter und hoffen auf einen politischen Frühling mit Polen", erklärte Ingo Neubert, Geschäftsführer der WINGAS TRANSPORT jetzt anlässlich eines Besuches polnischer Journalisten in Deutschland. Das deutsch-russische Gemeinschaftsunternehmen, das über mehr als 2000 Kilometer Pipelinenetz in Deutschland verfügt, hatte im vergangenen Jahr bei einer Veranstaltung in Warschau vorgeschlagen, das polnische Erdgasleitungsnetz auf dem Landweg mit dem westeuropäischen zu verbinden. Möglich wäre dies, weil im Zuge des Baus der Ostseepipeline Nord Stream eine neue Transportleitung entsteht, die von der deutschen Ostseeküste 480 Kilometer südlich bis an die tschechische Grenze reicht. Gleich an mehreren Stellen wird diese Pipeline mit dem Namen OPAL in einem Abstand von nur wenigen Kilometern entlang der deutschen-polnischen Grenze verlegt. "Wir könnten an mehreren Stellen Verbindungen zum polnischen Transportsystem herstellen", sagte Neubert.

Damit wäre Polen in die westeuropäische Erdgasinfrastruktur eingebunden und könnte auch Erdgas, das es von Gas-Produzenten aus der Nordsee oder von westeuropäischen Handelsplätzen bezieht, über das deutsche Fernleitungsnetz nach Polen transportieren

"Polen hätte somit die nötige Freiheit, künftig auch Erdgas direkt aus der Nordsee zu beziehen", so Neubert. Der Vorschlag zur Netzkoppelung war im vergangenen Jahr auch offiziell beim polnischen Wirtschaftsminister sowie dem staatlichen polnischen Energiekonzern PGNiG unterbreitet worden. Der neue Vorstandsvorsitzende der PGNiG, Michal Szubski, sprach sich jetzt gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita dafür aus, alle Möglichkeiten die Erdgasimporte seines Landes zu diversifizieren, ernsthaft zu prüfen. Die deutsche Regierung begrüßt unterdessen, dass das Angebot zur Anbindung Polens an das westeuropäische Pipelinenetz Aufrecht erhalten worden ist.

Die Planungen für den Bau der Ferngasleitung OPAL, die wenige Kilometer von der polnischen Grenze verlaufen wird, gehen unterdessen voran. So ist das Raumordnungsverfahren in Mecklenburg-Vorpommern bereits abgeschlossen. Im nun beginnenden Planfeststellungsverfahren wird in den nächsten Wochen der genaue Verlauf der Pipeline von den Behörden festgelegt.

Angesichts der Debatten in Polen über Erdgasbezüge aus Russland, sprach sich der neue PGNiG-Chef für einen pragmatischen Kurs seines Landes aus.

"Wir sollten mit Russland reden. Denn auf die geographische Verteilung der Energiereserven haben wir keinen Einfluss", sagte Szubski der Zeitung Rzeczpospolita weiter. Russland hat die größten Gasreserven der Welt. Polen deckt rund 5% Prozent seines Primärenergieverbrauchs mit Erdgas aus Russland.

Seit dem Antrittsbesuch des polnischen Premierministers Donald Tusk in Berlin befinden sich die deutsch-polnischen Beziehungen wieder auf Entspannungskurs. Sowohl Tusk als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten bei dem Treffen im Dezember 2007 betont, künftig einen "vertrauensvollen und freundschaftlichen Dialog" zu führen, dabei aber auch strittige Themen wie etwa die Ostseepipeline Nord Stream auf die deutsch-polnische Agenda zu setzen. Der polnische Premier schloss erstmals auch gemeinsame Gespräche mit Russland über die Energieversorgung nicht aus. Tusk besuchte inzwischen auch Moskau; es war die erste Visite eines polnischen Regierungschefs seit sechs Jahren. Inzwischen haben sich auch die Außen- und Wirtschaftsminister Deutschlands und Polens getroffen, um über die Pipeline und eine engere Zusammenarbeit im Energiesektor zu sprechen.

Zum Hintergrund: Im Unterschied zu vielen EU-Mitgliedern ist in Polen der Erdgasanteil an den primären Energiequellen gering. So hat Polen einen der niedrigsten Pro-Kopf-Verbräuche in der ganzen Europäischen Union. Denn Polen setzt vor allem auf heimische Kohle. Mit ihr werden vier Fünftel des Strom- und Wärmebedarfs gedeckt. Kernkraftwerke gibt es bisher nicht.

Polens Gasmarkt ist im Vergleich mit dem westlicher EU-Länder klein. Das Land verbraucht mit 40 Millionen Einwohnern im Jahr etwa 14 Milliarden Kubikmeter Gas, Deutschland dagegen - mit der doppelten Einwohnerzahl - rund 100 Milliarden Kubikmeter. Und der Erdgasbedarf des Nachbarlandes steigt nur langsam. 2010 werde der Jahresbedarf bei 15 bis 18 Milliarden Kubikmeter liegen, so lautet die Schätzung des polnischen Gasversorgers PGNiG. Der 1982 gegründete Staatskonzern ist das einzige Unternehmen auf dem Markt. Es agiert auf sämtlichen Geschäftsfeldern - von der Förderung über Import, Transport und Verteilung bis zum Vertrieb von Erdgas.
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WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG

Die OPAL NEL TRANSPORT GmbH ist als Netzbetreiberin der OPAL und NEL die Projektträgerin dieser Erdgasfernleitungen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel, Hessen, ist Teil der WINGAS-Gruppe. Zu dieser gehört neben dem Erdgasversorger WINGAS auch die WINGAS TRANSPORT, welche bereits heute ein deutschlandweites, über 2.000 Kilometer langes, Gasfernleitungsnetz einschließlich neun Erdgasverdichterstationen betreibt. Es ist vorgesehen, die durch OPAL NEL TRANSPORT geplanten Erdgasleitungen mit dem Gasfernleitungsnetz der WINGAS TRANSPORT zu verbinden.

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