Grusel im Kinderzimmer

»Nachtgeknister« von Mike Kenny erzählt ein modernes Märchen über das Überwinden von Angst

Sarah Finkel, Patrick Isermeyer, Anja Bothe / Fotograf: Thomas Braun (lifePR) ( Heilbronn, )
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Premiere am 12. Januar 2020, 15 Uhr, BOXX, Theater Heilbronn
Nachtgeknister
Schauspiel für Kinder ab 6 Jahren von Mike Kenny
Regie: Nicole Buhr
Ausstattung: Gesine Kuhn
Musik: Manuel Heuser
Dramaturgie: Annette Kuss
Mit: Anja Bothe (Marie), Sarah Finkel (Maman) und Patrick Isermeyer (François)

»Nachtgeknister«  ̶  schon allein der Titel des Schauspiels von Mike Kenny für Kinder ab 6 Jahren verrät Spannung. Es ist ein Stück über kindliche Urängste vor dem Bösen in der Welt, aber auch über die Überwindung der Furcht mit der Kraft der Fantasie und der Imagination. Im Zentrum steht eine kleine Familie – Bruder, Schwester und ihre alleinerziehende Mutter, die sich gemeinsam durch den Alltag kämpfen.  Am 12. Januar um 15 Uhr hat dieses moderne Märchen Premiere in der BOXX.  Regisseurin Nicole Buhr hat bereits  »Der Junge mit dem längsten Schatten« und »Patricks Trick« für das Junge Theater Heilbronn inszeniert. Bühnen- und Kostümbildnerin  Gesine Kuhn hat für die BOXX unter anderem schon »Tschick«, »Die Werkstatt der Schmetterlinge« und »Emil und die Detektive«  ausgestattet. Musiker Manuel Heuser sorgt für den Soundtrack der Inszenierung.

Zum Inhalt
Marie und ihr kleiner Bruder François leben mit ihrer Mutter in einem kleinen Dorf. Weil Maman Geld verdienen muss, arbeitet sie im Gasthof auf der gegenüberliegenden Straßenseite als Köchin und muss die Kinder nachts allein lassen. Jeden Abend bringt sie die beiden ins Bett, singt ihnen ein Gutenachtlied und verspricht, dass der Mond auf sie aufpassen wird, solange sie kochen muss. An diesem Tag verbringt die Familie einen schönen Nachmittag auf der Kirmes. Sie fahren Karussell und Geisterbahn und essen Zuckerwatte. Plötzlich eine Schrecksekunde: Maman verliert den kleinen François aus den Augen, weil er versonnen einem Clown hinterherschaut und nicht merkt, dass Schwester und Mutter weitergehen. Als Maman ihn im Gedränge wiederfindet, ist sie aufgebracht wie nie zuvor und schimpft: »Mach das nie, nie wieder«. Denn es laufen Leute herum, die kleine Kinder klauen, um sie zu essen.
Wieder zu Hause angekommen, bleibt der Mutter nicht viel Zeit. Sie muss ganz eilig in den Gasthof und schickt die Kinder schnell ins Bett. Marie als große Schwester ist sauer, dass sie immer zusammen mit ihrem Bruder schlafen gehen muss, obwohl sie noch gar nicht müde ist. Was macht man, wenn der Kleine nervt? Sie ärgert ihn mit einer Gruselgeschichte, die sie selbst erfindet, und die auf dem Rummelplatz ihren Anfang nimmt. Aus den Erlebnissen des Tages wuchern die Schreckensgespenster der Nacht. Mit Lust betreibt Marie das Spiel mit der Angst. Sie erzählt vom Clown, der Kindersuppe isst und deshalb mit den Karussells von Ort zu Ort zieht, um an immer neue Kinder heranzukommen. Schließlich suggeriert sie dem kleinen Bruder gar, dass die Frau, die behauptet, Maman zu sein, eine Menschenfresserin ist, die ihre wirkliche Maman irgendwo gefangen hält.  Hat sie nicht zu François gesagt: »Du bist so süß, ich könnte dich aufessen.«  Doch bevor der kleine François sich richtig fürchtet, kommt Marie ihm zu Hilfe und sie spinnen gemeinsam die Geschichte zum guten Ende fort.

Kathartische Wirkung des Grusels»Nachtgeknister« ist eine moderne Hänsel- und Gretel-Geschichte voller Poesie, die in einer ganz alltäglichen Situation beginnt, sich in den unendlichen Weiten und zuweilen abgründigen Tiefen kindlicher Fantasie verliert und schließlich sanft auf dem Boden endet. Regisseurin Nicole Buhr sagt, dass dieses Stück zwei Identifikationsfiguren für die kleinen Zuschauer bietet: Den ca. 6jährigen François, der sich schließlich mutig seiner Angst stellt und die ca. 8-10jährige Marie, die ihren gutgläubigen Bruder zunächst das Fürchten lehrt, dann aber Verantwortung für ihn übernimmt und mit ihm zusammen nach einem Ausweg aus den Ängsten sucht.

Das Stück wurde 2012 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: „In seinem elektrisierenden Stück erzählt Mike Kenny von der Kraft des Geschichtenerzählens, das die Wahrnehmung der Welt verändern kann und von der verstörenden Erfahrung der Fremdheit zwischen Kindern und Eltern, die sich doch lieben. Mit einfacher, bündiger Sprache und in knappen Sätzen erzeugt der Autor die besondere Atmosphäre, in der die gruselige Angstgeschichte erst ihre kathartische Wirkung entfalten kann.“

Mike Kenny ist mit seinen Theaterstücken für Kinder und Jugendliche seit Jahren international erfolgreich. Er gewann zahlreiche Dramatikerpreise in Großbritannien und Kanada. Für "Stepping Stones" erhielt er in seiner Heimat England als erster Dramatiker den Writers' Guild Award. 2003 war er unter den Top Ten der lebenden britischen Autoren gelistet. Kenny hat inzwischen mehr als 50 Stücke geschrieben, von denen viele in England zum festen Bestandteil der Theaterspielpläne gehören. Auf deutschsprachigen Bühnen wurde Mike Kenny mit seinen Stücken »Der Junge mit dem Koffer«  und »Der Gärtner«, vor allem aber mit »Die Seiltänzerin« bekannt. »Nachtgeknister« ist als Auftragswerk für die Comédie de Valance in Frankreich entstanden.
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