Sonntag, 19. November 2017


Professor Jürgen Wertheimer begleitet "Jahr des Vertrauens"

Bundesweite Kampagne zur gesellschaftlichen Vertrauensbildung

Grabenstätt, (lifePR) - Anfang Juli 2017 startete die deutschlandweite Kampagne „Jahr des Vertrauens“ der St. Leonhards-Akademie und des Weltethos-Instituts. Es geht um die Förderung gesellschaftlicher Vertrauensbildung. Über Podiumsveranstaltungen und eine interaktive Internet-Plattform soll die Diskussion zwischen Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Medizin und Medien mit Bürgerinnen und Bürgern angeregt werden. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Jürgen Wertheimer der Universität Tübingen.

Vertrauensbildung ist ein gesellschaftlicher Auftrag


Ziel des gemeinnützigen Projektes ist es, ein neues Bewusstsein für den Umgang mit dem Gefühl des Vertrauens in Zeiten wachsenden Misstrauens zu schaffen. In der aktuellen globalen Situation schwinden die existenziellen Ressourcen des Vertrauens immer mehr bzw. sind extrem gefährdet: Und Misstrauen behindert ein soziales Miteinander. Ziel ist es, das öffentliche Bewusstsein für den Wert des Vertrauens im gesellschaftlichen Leben zu stärken: „Vertrauen ist eine Art Leim, der uns zu gesellschaftlichen Wesen macht“. Ohne ein gewisses Maß an Vertrauen können weder gesellschaftliche noch private Beziehungen Bestand haben. Das Projekt will Vertrauen neu und aktiv gestalten, um unsere demokratische Gesellschaft zu schützen und gegen Panikmache und Abschottung zu immunisieren.

Vertrauen wissenschaftlich betrachtet

Die gesellschaftliche Relevanz von VERTRAUEN untersucht auch der wissenschaftliche Leiter der Kampagne, Prof. Dr. Jürgen Wertheimer der Universität Tübingen. In seinem neuen Buch „Vertrauen – ein riskantes Gefühl“ beschreibt der die verschiedenen Komponenten und Facetten der emotionalen Grundlage jeglichen Zusammenlebens – egal ob auf privater oder beruflicher Ebene.  Seine Erkenntnisse dazu: „Der Vertrauensvorschuss bzw. das  starke Gefühl des Vertrauens ist der Kitt, der die Welt im Innersten zusammenhält. Umgekehrt ist fehlendes Vertrauen oder glatter Vertrauensbruch wie ein Gift, das organische Zusammenhänge zersetzt und Bindungen auflöst. Liebe, Beruf, Politik, Religion – weltweit beruhen Ordnungen auf Vertrauen. Permanente Vertrauensbrüche und die Sehnsucht nach der Erneuerung eines vertrauensvollen Miteinanders rivalisieren aufs Heftigste miteinander. Dieser Antagonismus erklärt sich aus der ambivalenten Natur  des Vertrauens, das an der Schnittstelle zwischen Werten und Gefühlen situiert ist. Diese Doppelrolle erhöht das Potential und die Wirkmächtig-keit des Phänomens, das gleichzeitig ethisch-normative und emotional-individuelle  Botschaften sendet und damit die übliche Mauer zwischen Gefühl und Verstand überwindet.“

Vertrauen als wichtiger Grundwert in öffentlicher Diskussion

Das Projekt basiert auf den Erfahrungen und Aktivitäten von Wertheimers  Forschungsprojekts Werte-Welten, das wissenschaftliche Einzeltagungen durchführte. „WerteWelten“ konnte verschiedene, in ihrer charakteristischen Denkweise begründete Wertesysteme einander gegenüberzustellen und ihre Spezifika, auch die eines genuin europäischen Wertekosmos, reflektieren. Daraus resultierte die Erkenntnis, dass Vertrauen in unserer Gesellschaft umfassend gepflegt und in den öffentlichen Diskussionen zum Thema gemacht werden muss. Dies ist Ziel und Inhalt der bundesweiten Kampagne „Jahr des Vertrauens“. Auf der Internetseite www.jahr-des-vertrauens.de gibt es ein „Feedback-Formular“ mit dem jeder Bürger seine Meinung und Impulse abgeben kann. Diese werden dann in den Sozialen Medien sowie auf den öffentlichen Veranstaltungen in deutschen Großstädten aufgriffen und diskutiert. Wertheimers Credo dazu:  „Selbst gewagtestes  Vertrauen ist  auf die Dauer besser als permanentes Misstrauen.“
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