Was uns der Fall Grindel über gute Governance beim DFB lehrt

(lifePR) ( Hamburg, )
Wie der Fall des Reinhard Grindel zeigt, haben nicht nur viele Bundesligisten in einigen Bereichen den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werdende Strukturen, sondern auch der Deutsche Fußball-Bund. Eigentlich sollte dieser mit gutem Beispiel vorangehen, so wie es im Ethik-Kodex verlangt wird: „Der DFB hat aufgrund des besonderen öffentlichen Interesses, seiner Größe und seines Selbstverständnisses eine herausragende gesellschaftliche, soziale und sportpolitische Verantwortung“[1]. Doch das Bild ist ein anderes und erinnert – nicht nur wegen der Uhrenaffäre – an die FIFA.

Drei Präsidenten in zehn Jahren, das ist selbst für den schnelllebigen Fußball sehr viel. Das ebenfalls ethisch fragwürdige Verhalten einiger ehemaliger Protagonisten des DFB, sowie die fragile Außendarstellung ist bezeichnend für den Zustand des größten nationalen Sport-Fachverbands der Welt.

Um sich zu erneuern, ist es notwendig, ein gesundes Fundament zu schaffen, und dies setzt geeignete und belastbare Governance-Strukturen voraus. Ohne diese wird jegliche weitere gut gemeinte Reformbemühung auf Sand gebaut.

Die Ethik-Kommission ist ein guter Ansatz. Nur müssen die genannten Werte, wie unter anderem Integrität und Transparenz, auch gelebt werden. Hierzu mangelt es augenscheinlich an funktionierenden Kontrollmechanismen innerhalb des DFB und dadurch auch an Gehör für die Ethik-Kommission. Darüber hinaus ist ihr Wirkungskreis zu sehr eingeschränkt – Sanktionsmöglichkeiten bestehen nicht.

Von daher ist es notwendig, dass der DFB zunächst seine Strukturen und Mechanismen ändert. Mögliche Maßnahmen wären beispielsweise:

- Es sollte ein Governance-Kodex für den gesamten Verband entwickelt werden

- Es sollten Sanktionsmöglichkeiten geschaffen werden

- Die Berichtspflichten des Präsidiums und des Vorstands sollten ausgeweitet werden

- Interessenkonflikte sollten veröffentlicht werden

- Geschäftsstrategien sollten veröffentlicht werden

- Der Kontrollausschuss und die Revisionsstelle sollten auch mit unabhängigen Vertretern und Finanzexperten besetzt werden

Gute Governance fordert klare Regeln und Strukturen. Sie muss unabhängig, transparent und frei von Interessenkonflikten sein. Nur dann können sich Vertrauen, Stabilität und Integrität frei entfalten und der DFB eine starke und glaubwürdige Kraft sein, die Verbesserungen in FIFA und UEFA vorantreibt.

[1] Ethik-Kodex des Deutschen Fußball-Bundes; S.3
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