Naturmaterialien auf dem Vormarsch

QUL-Label (lifePR) ( Freiburg, )
Seit über 25 Jahren beschäftigt sich der Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL) mit dem Thema gesundheits- und umweltverträgliche Naturlatexmatratzen. Der QUL zeichnet schadstoff- und emissionsarme Matratzen und Kissen aus 100 % Naturlatex mit dem verbandseigenen QUL-Siegel aus – vorausgesetzt die Produkte bestehen die jährliche Schadstoffkontrolle. Mit dieser umfangreichen Prüfung auf über 300 chemische Substanzen wird sichergestellt, dass die Matratzen und Kissen keine gesundheits- oder umweltgefährdenden Stoffe enthalten oder an die Raumluft abgeben.

Aber wie sieht es mit der Umweltbelastung auf dem gesamten Lebensweg einer Matratze aus – von der Herstellung bis zur Entsorgung? Das sollte eine Ökobilanz-Studie klären, die der QUL beim Österreichischen Institut für Bauen und Ökologie (IBO) in Auftrag gegeben hat. „Wir wollten nicht nur wissen, welche Auswirkungen Naturlatexmatratzen auf die Umwelt haben, uns interessierte auch der Vergleich mit anderen Matratzenmaterialien wie synthetischer Latex und Kaltschaum (Polyurethan/PUR)“, so Annette Esklony vom QUL.

Auch wenn nicht alle Daten in ausreichender Qualität vorlagen, zeigt die Studie eine Tendenz: Matratzen aus 100 % Naturlatex schneiden bei fast allen untersuchten Umweltparametern besser ab als synthetischer Latex oder Kaltschaum.

Bei der Ökobilanz stand der komplette Lebenszyklus eines Matratzenkerns im Fokus – angefangen von der Produktion bis zur Fertigstellung des Kerns hin zur Entsorgung (ausgenommen die Auslieferung zum Endkunden sowie die Nutzungsphase). Zunächst wurden die Energie- und Stoffströme erfasst, die währenddessen anfallen: z. B. Energie- und Rohstoffverbrauch, Emissionen in Luft, Wasser oder Boden sowie Abfälle. Die Umweltbelastung durch diese Energie- und Stoffströme untersuchte die Studie in einem zweiten Schritt mit Hilfe verschiedener Umweltparameter: Zu den wichtigsten zählen dabei der Primärenergieverbrauch sowie das Treibhauspotenzial, das anzeigt, wie stark ein Stoff zum klimaschädlichen Treibhauseffekt beiträgt.

Beim Naturlatex, der aus dem Milchsaft von Kautschukbäumen gewonnen wird, erzeugen der Düngemitteleinsatz auf den Plantagen und das zur Stabilisierung eingesetzte Ammoniak die meisten Belastungen für die Umwelt. Bei der weiteren Verarbeitung des Naturlatex wirkt sich der Energieeinsatz für das Schäumen am meisten auf den Primärenergieverbrauch und das Treibhauspotential aus. Danach folgen die chemischen Einsatzstoffe, die Herstellung des zentrifugierten Latex sowie der Transport des Latex nach Europa (die Datengrundlage für die Bilanzierung der chemischen Einsatzstoffe weist allerdings eine große Unsicherheit auf).

Im Vergleich zu Matratzenkernen aus synthetischem Latex und Kaltschaum hat Naturlatex bei der Herstellung im Hinblick auf fast alle Umweltparameter – insbesondere Primärenergieverbrauch und Treibhauspotenzial – die geringsten ökologischen Auswirkungen. Kaltschaum ist nur in zwei Bereichen weniger umweltbelastend als die anderen Materialien (beim sogenannten Ozonabbaupotenzial und dem Potenzial für den abiotischen Abbau nicht-fossiler Ressourcen), synthetischer Latex weist bei allen Parametern die höchsten Belastungen auf. Grund dafür ist der hohe Energiebedarf, der für die Herstellung erdölbasierter Rohstoffe wie synthetischer Latex und Kaltschaum benötigt wird. Naturlatex ist im Gegensatz dazu ein nachwachsender und damit ressourcenschonender Rohstoff. Darüber hinaus binden die Kautschukbäume (und damit der Naturlatex) während ihres Wachstums CO2 aus der Luft – bei der fertigen Matratze entspricht dies 31 kg CO2 pro m² Liegefläche (bei einer Höhe von 14 cm).

Bei der Entsorgung (als Szenario wurde die Müllverbrennung gewählt) zeigen Naturlatex und synthetischer Latex vergleichbare Werte bei den meisten Umweltparametern, Kaltschaum schneidet hier deutlich schlechter ab.

Da die Datenlage nicht in allen Punkten zufriedenstellend war, ist eine weitere, vertiefende Untersuchung geplant, um die Aussagekraft der Studie zu verbessern. Hier sollen auch die chemischen Stoffe, die bei der Herstellung des Naturlatex zum Einsatz kommen, noch genauer in der Ökobilanz berücksichtigt werden. Dadurch lassen sich Gefährdungspotenziale besser erkennen und man könnte aufzeigen, wo sich problematische Substanzen möglicherweise ersetzen lassen.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass wir mit unserem Anliegen, gesundheits- und umweltverträgliche Produkte aus 100 % Naturlatex zu fördern, richtig liegen“, resümiert Annette Esklony. Und auch die Nachfrage nach Naturmaterialien und nachhaltig hergestellten Produkten steigt – das können verschiedene QUL-Mitglieder, die auf der diesjährigen imm Cologne vertreten waren, bestätigen: „Das war die beste Messe in der Firmengeschichte“, freut sich Dr. Rüdiger Plänker von dormiente GmbH – langjähriges QUL-Mitglied und seit über 30 Jahren im Bereich Naturmatratzen und -möbel tätig. Dormiente konnte auf der Messe einen regen Zulauf an Fachhändlern verzeichnen, was sich Plänker auch durch die zunehmende Sensibilisierung der Endkunden für Umwelt- und Klimathemen – nicht zuletzt dank der Fridays-for-Future-Bewegung – erklärt. Dazu passte auch das neue große Thema von dormiente auf der Messe: Hanf, dessen Fasern das Unternehmen in Bettwäsche, Bettdecken, Matratzenkernen und -vliesen einsetzt. Hanf kommt ohne Pestizide aus und benötigt – im Vergleich zu Baumwolle – nur einen Bruchteil an Wasser. „Das ist die textile Faser der Zukunft“, so Plänker.

Ähnlich positiv zur imm Cologne äußert sich Frau Kapsamer-Fellner von Joka Kapsamer GmbH – ein österreichisches Unternehmen, das Matratzen seiner Premiummarke ProNatura beim QUL zertifiziert hat: „Wir waren sehr zufrieden – das war für uns die am besten besuchte Messe.“ ProNatura, das dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, präsentierte auf der imm Cologne neben Naturmatratzen auch eine neue Möbelserie komplett aus Naturmaterialien: die Crafted Collection, die mit dem „Austrian Interior Design Award 2019“ ausgezeichnet wurde und bei den Fachhändlern gut ankam. „Man merkt auf jeden Fall die gesteigerte Relevanz des Themas Nachhaltigkeit“, so Kapsamer-Fellner.
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