AMOK - Forumtheater zum Thema Gewalt

Michael Helbig (lifePR) ( Cottbus, )
Am Freitag den 17.10.2008 um 19.00 Uhr spielt das piccolo Theater Cottbus im Rahmen des Projektes "Was glaubst du eigentlichen wer du bist!" sein Forumtheaterstück "AMOK" zum Thema Gewalt. Gewalttaten gehören zum Alltag an Brandenburger Schulen. Berichte von randalierenden Jugendlichen, von deren Einbrüchen, Übergriffen, Überfällen, und sogar von einem geplanten Mord an einer Lehrerin deuten auf einen Anstieg der Fälle von Aggression und personaler Gewalt hin. Hemmschwellen sinken und das Agressionsniveau steigt. Nach Erfurt, Emstetten und Meißen sind Amokläufe nicht mehr nur transatlantische Horrorszenarien, sondern auch deutsche Realität.

"AMOK" beschäftigt sich zusätzlich mit der Problematik des politischen Extremismus. Oftmals sind es einzelne Wort- und Meinungsführer, die das Schulklima dominieren und gleichzeitig alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ihre teils rassistischen, menschenverachtenden Äußerungen und Handlungen bleiben von Seiten einer großen schweigenden Schülermehrheit oft unwidersprochen. Nach den jüngsten Wahlerfolgen rechtsextremer Parteien im Osten und ihrer zumeist jugendlichen Wählerschaft befinden sich Politik, Schule und Kultur im Handlungszwang.

Das Stück wurde in Anlehnung an aktuelle Anschläge, Gewalttaten und Übergriffe von vermeintlichen Einzeltätern an Schulen geschrieben. "AMOK" wirft einen Blick auf die psychosoziale Situation eines Jugendlichen, der unter Anpassungs- und Zugehörigkeitsdruck eines Neonazis steht. Dieser Druck mündet in einer Mutprobe. Sven Schacht erlebt eine Welt, in der er sich nicht mehr zurechtfindet.

ZUR FORM
Forumtheater nach Augusto Boal ist eine kreative Spielform, die Schauspieler und Zuschauer gleichermaßen einbezieht. Im ersten Teil (45 Minuten) wird das extra entwickelte Stück gespielt, im zweiten Teil (Forumteil) können die Zuschauer "eingreifen", Situationen verändern und versuchen Konflikte anders zu lösen. Ein geschulter Moderator vermittelt zwischen Publikum und Spielern. Die Forumsituation ermöglicht ein Handeln an Ort und Stelle und fördert Courage und Mitsprache. Insbesondere die oben genannte "schweigende Mehrheit" die von sich selbst in der Regel behauptet, "neutral" oder "ohne Meinung" zu sein, soll befähigt werden, sich ein differenziertes Bild von gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen zu machen, eigene Denk- und Verhaltensweisen zu reflektieren, sich eine eigene Meinung zu bilden, sich zu positionieren und Verantwortung zu übernehmen.

Regie: Reinhard Drogla / Es spielen: Matthias Heine, Maria Schneider, Hauke Grewe und Werner Bauer
KARTENVORBESTELLUNGEN unter 0355 - 23 687.
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