Forstministerin Otte-Kinast macht sich ein Bild von der Lage in Niedersachsens Wäldern

Forstministerin Otte-Kinast (2. v. l.) neben Herrn Dr. Merker (Foto: NLF) (lifePR) ( Göttingen, )
Die massenhafte Vermehrung des Borkenkäfers im niedersächsischen Landeswald stand im Mittelpunkt eines Informationsbesuches von Forstministerin Barbara Otte-Kinast bei den Niedersächsischen Landesforsten am gestrigen Donnerstag. Im Forstamt Reinhausen machte sich die Ministerin ein Bild von der aktuellen Entwicklung, nachdem die Extremwetterereignisse den niedersächsischen Wäldern im vergangenen Jahr stark zugesetzt hatten. Der Orkan Friederike im Januar 2018, die Dürre des Extremsommers 2018 und die dadurch begünstigte Borkenkäfermassenvermehrung haben insbesondere in den Wäldern im Süden Niedersachsens schwere Schäden verursacht. Der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Dr. Klaus Merker, konnte gestern keine Entwarnung signalisieren, die Lage sei weiter sehr besorgniserregend und angespannt. Besondere Aktualität erfuhr der Besuch wegen der beiden Stürme „Eberhard“ und „Franz“, die die Lage in der vergangenen Woche noch einmal verschärft haben.

Wegen der fehlenden Niederschläge seien insbesondere die Fichten immer noch geschwächt und der milde und trockene Winter habe nicht zu einer Reduzierung der überwinternden Borkenkäfer beigetragen, erklärte Merker. Die Försterinnen und Förster der Landesforsten beobachten die Wetterlage und Entwicklung der Käfer nun genau, da mit der Bekämpfung begonnen werden müsse, sobald die Temperaturen ansteigen und die Käferaktivität zunimmt. „Eigentlich wollen wir jetzt die Tage nutzen, um die im letzten Jahr entstandenen Kahlflächen wiederaufzuforsten. Nun ist wieder neues Sturmholz zu beseitigen, langsam reicht es.“ erklärte Merker. Auch die frühen warmen Tage beunruhigen die Landesförster. „Wir freuen uns mit den Menschen über frühe Frühlingstage, aber für den Wald wäre es gerade in diesem Jahr besser, wenn es länger kühl und feucht bliebe.“ Dadurch würde die Entwicklung der Borkenkäfer gebremst, so Merker weiter.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in allen Waldbesitzarten, so auch in den Forstgenossenschaften, die von den Landesforsten betreut werden. Hier gelte es, die durch hohe Aufarbeitungskosten, geringe Holzerlöse und wegen der wiederaufzuforstenden Schadflächen durch hohe Investitionen sehr angespannte wirtschaftliche Lage, durch richtige politische Rahmensetzungen und Hilfsmaßnahmen des Landes zu entschärfen. „Die Bewältigung der Schäden gelingt nur mit einer großen Kraftanstrengung aller Waldbesitzer und Förster“, dankte Ministerin Otte-Kinast für das große Engagement. „Ich habe aber den Eindruck gewonnen, dass wir noch längst nicht über den Berg sind. Die geschilderte Lage hat mich darin bestätigt, dass wir die Waldbesitzer in der Bewältigung der Schäden und bei der langfristigen Anpassung der Wälder an den Klimawandel weiterhin stark unterstützen müssen.“ Das Ministerium prüft gerade, mit welchen geeigneten Maßnahmen es die Waldbesitzer in ihrem Einsatz für die Wälder unterstützen kann.

Hintergrund:

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bewirtschaften mit 24 Forstämtern und 235 Revierförstereien 330.000 Hektar Landesforsten und betreuen Körperschafts- und Genossenschaftsforsten auf 77.000 Hektar. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 3.9 Millionen Kubikmeter Holz durch die MitarbeiterInnen der NLF aufgearbeitet. In normalen Jahren sind es 2,25 Mio. Kubikmeter.
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