Sonntag, 17. Dezember 2017


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NABU bittet Autorfahrer um Rücksichtnahme auf wandernde Amphibien

Hamburg, (lifePR) - In diesem Jahr mussten Frösche, Kröten und Krötenschützer nicht lange warten. Dank des milden Winters standen unsere Amphibien noch früher in den Startlöchern als 2007. Jetzt verlassen sie ihr Winterversteck und wandern zu einem nahe gelegenen Gewässer um sich dort fortzupflanzen, erklärt der Naturschutzbund NABU. Er bittet insbesondere die Autofahrer um Rücksichtnahme auf diese seltenen Tiere.

"Die milden Temperaturen jetzt in Hamburg lösen bei Fröschen, Kröten und Molchen Frühlingsgefühle aus und locken sie aus ihren Winterquartieren", erklärt Diplom-Biologe Bernd Quellmalz, Sprecher des NABU Hamburg. Nächtliche Temperaturen von über fünf Grad Celsius in Verbindung mit feuchter Witterung gelten als ideales Wanderwetter. Bei günstiger Witterung beginnen die Amphibienwanderungen in der Regel Mitte Februar und steigern sich langsam bis zur Hauptwanderung Mitte März. Im Gegensatz dazu begann im Frühjahr 2006 infolge des langen Winters die Hinwanderung zu den Laichgewässern erst Ende März und war innerhalb von nur zwei Wochen weitgehend abgeschlossen.

Während der Laichwanderungen sind Amphibien allerdings von den Auswirkungen des ständig wachsenden Straßennetzes betroffen. Quellmalz: "Neben dem direkten Tod infolge des Überrollens durch Autoreifen, sterben viele Tiere, obwohl sie nicht direkt überfahren werden." So töte der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn die Amphibien. An die Autofahrer appelliert Quellmalz daher, Tempo 30 auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen möglichst nicht zu überschreiten, um den Druck gering zu halten und die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen. Wo Amphibien in Hamburg wandern, erfährt man im Internet unter www.NABU-Hamburg.de.

Die Tiere legen auf ihren Wanderungen Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück. Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück und haben dabei auch Straßen zu überqueren. "Seit vielen Jahren haben Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt", so Quellmalz. In und um Hamburg sind beispielsweise in Harburg, Bergedorf, Wedel, Duvenstedt und Rahlstedt Jahr für Jahr NABU-Gruppen aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. "Weitere Helferinnen und Helfer sind herzlich willkommen!" Der NABU bietet deshalb unter www.nabu.de/kroetenwanderung Sonderseiten zum bundesweiten Wandergeschehen an. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine bundesweite Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert und wo Helfer gebraucht werden.

Gegen Einsendung von 3,44 Euro in Briefmarken an den NABU Hamburg, Osterstraße 58, 20259 Hamburg ist eine ausführliche NABU-Broschüre über Frösche und Kröten erhältlich. Oder direkt abholen im NABU-Infozentrum (selbe Adresse): Mo bis Do 14 bis 17 Uhr. Infos zur Amphibienwanderung in Hamburg gibt es unter www.NABU-Hamburg.de
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