Montag, 11. Dezember 2017


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Bringen Fische Vattenfall ins Stolpern?

NABU hält Durchflusskühlung des Kohlekraftwerks Moorburg für die Achillesferse der Vattenfall-Planung

Hamburg, (lifePR) - Anlässlich der Erörterung des wasserrechtlichen Erlaubnisverfahrens im Rahmen der Anhörung zum Kraftwerk Moorburg weist der Naturschutzbund NABU auf die negativen Auswirkungen des geplanten Kraftwerksneubaus auf den Lebensraum Tideelbe hin. Laut der Stellungnahme der Abteilung Gewässerschutz der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt schädigt die geplante Entnahme und Rückführung von Kühlwasser aus der Süderelbe den Lebensraum der Elbfische erheblich.

"Für die Einleitung des erhitzten Kühlwassers in dem beantragten Umfang gibt es kaum einen schlechteren Ort am unteren Elblauf als in Moorburg", erklärt Tobias Ernst, Referent für Gewässerschutz beim NABU Hamburg. Diese Einschätzung bestätigt die Abteilung Gewässerschutz. In ihrer Stellungnahme zur beantragten wasserrechtlichen Erlaubnis hält sie umfangreiche Auflagen und Nebenbestimmungen zum Schutz des Fischbestandes der Elbe für erforderlich. Eine durch die Wärmeeinleitung bedingte, weitere Verschlechterung des Sauerstoffhaushalts der Elbe auf Hamburger Gebiet könne nicht ausgeschlossen werden. Bereits die derzeit vorhandenen Sauerstoffdefizite schädigen den Fischbestand der Elbe und ihrer Nebengewässer nachweisbar. „Eine weitere Verschlechterung darf nicht in Kauf genommen werden. Vielmehr muss ganzjährig ein Sauerstoffgehalt in der Elbe von mindestens 6 mg/l angestrebt werden“, zitiert Ernst aus der behördlichen Stellungnahme. In den Zeiten, in denen die Sauerstoffgehalte diese Marke unterschreiten, müsste das Kraftwerk gedrosselt, ab einem Sauerstoffgehalt von weniger als 3 mg/l sogar ausgeschaltet werden. „In den letzten Jahren treten derartig niedrige Sauerstoffkonzentrationen bereits an 20 bis 65 Tagen im Jahr auf“, betont Tobias Ernst. „Die Anzahl der Tage mit extremem Sauerstoffmangel in der Elbe wird sich auch ohne das Kraftwerk erhöhen. Ursache hierfür sind weitere strukturelle Verschlechterungen, wie z.B. die erneute Elbvertiefung sowie die mittelfristige Erwärmung des Elbwassers infolge des Klimawandels.“ Die Abteilung Gewässerschutz stellt darüber hinaus fest, dass die maximalen gewässerverträglichen Temperaturen des Elbwassers bei 28 Grad Celsius angesetzt werden müssen. Da Vattenfall eine Einleitungstemperatur von 30 Grad Celsius beantragt hat, würde dieser Wert zumindest in der Mündung der "Alten Süderelbe" überschritten. „Es käme zum Verlust dieses Lebensraums“, sagt der NABU-Gewässerexperte. Die Einleitung wäre demnach nur genehmigungsfähig, wenn der Lebensraumverlust an anderer Stelle ausgeglichen würde. Zudem müsste der Betreiber sicherstellen, dass die Wassertemperaturen in der für die Fischwanderungen wichtigen Süderelbe 28 Grad Celsius nicht überschreiten. „Aus unserer Sicht ist dies das klare Aus für einen wirtschaftlichen Betrieb des Kraftwerks. Denn auch die Entnahmegebühren für das Kühlwasser könnten sich noch verteuern.“, so Ernst. „Nun könnte es sich als Versäumnis Vattenfalls erweisen, dass eine Kühlung mit Kühltürmen nicht als Alternative geprüft wurde.“

Weitere Infos unter www.NABU-Hamburg.de
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