Samstag, 18. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 5236

NABU: Wolfsschutz braucht Rückhalt in der Bevölkerung

Tschimpke: Großes Potenzial für den Naturtourismus in der Region

Bonn, (lifePR) - Der NABU hat sich erneut für ein länderübergreifendes Wildtiermanagement für den Wolf ausgesprochen. Daran müssten neben Behörden auch Landwirte und Naturschützer beteiligt werden. "Erfolgreicher Wolfsschutz in Deutschland ist nur in Kooperation und mit Unterstützung der betroffenen Menschen möglich“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich seines heutigen Besuchs der Wolfsregion in der Lausitz. Die Rückkehr des Wolfes könne für die strukturschwache Region auch eine große Chance sein. Ein nicht zu unterschätzendes Potenzial sei z.B. der Naturtourismus. "Für viele Naturfreunde ist der Wolf ein besonderer Anreiz, in die Region zu reisen“, betonte Tschimpke.

Der NABU-Präsident appellierte an die Jägerschaft, ihren Worten nun auch Taten folgen zu lassen und die Rückkehr der Wölfe zu akzeptieren und zu unterstützen. Er verwies auf das diese Woche vorgelegte Positionspapier des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV), worin sich die Organisation klar für eine natürliche Rückkehr ehemals heimischer Großsäuger wie den Wolf ausgesprochen habe. "Nur wenn der Wolf nicht länger als Konkurrent und Feind angesehen wird, hat er eine Chance, dauerhaft heimisch zu werden“, betonte der NABU-Präsident. Derzeit leben in der sächsischen Lausitz etwa 17 Wölfe in freier Wildbahn. Auch im benachbarten Süd-Brandenburg haben sich zwei Wölfe niedergelassen. Neben Sachsen und Brandenburg sind Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mögliche Einwanderungsländer für den Wolf. Der NABU unterstützt mit seinem Projekt "Willkommen Wolf!“ die Rückkehr frei lebender Wölfe nach Deutschland.

Im Rahmen seiner Sommerreise traf sich der NABU-Präsident mit Vertretern der sächsischen und brandenburgischen Landesregierung, Landwirten und Jägern, um sich vor Ort über die Arbeit und den Umgang mit den Wildtieren zu informieren. Begleitet wurde er von dem kanadischen Wissenschaftler Prof. Dr. Alistair J. Bath von der Memorial University of Newfoundland. Der international anerkannte Wissenschaftler forscht und arbeitet seit Jahren im Bereich des Konfliktmanagements zu großen Wildtieren.
Diese Pressemitteilung posten:

Weitere Pressemitteilungen dieses Herausgebers

Disclaimer