"Mengenkarte" bei Preisverhandlungen jetzt ausspielen!

MEG Milch Board veröffentlicht den Milch Marker Index 2/2019

Grafik MMI 4.2019 (lifePR) ( Göttingen, )
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  • Milch Marker Index bei 103 
  • 7,63 Cent fehlen zur Kostendeckung 
  • Milchbranche rechnet saisonbedingt mit steigenden Milchmengen
Der Milch Marker Index (MMI) für Deutschland sank im Vergleich zum Oktober 2018 zum Januar 2019 von 104 auf 103. Im letzten Quartal gingen die Milcherzeugungskosten also nur geringfügig um 0,14 Cent von 42,92 auf 42,78 Cent pro Kilogramm Milch zurück. Da die Molkereien ihre Auszahlungspreise für die Milch durchschnittlich um mehr als einen Cent von 36,41 auf 35,15 Cent und damit deutlich stärker als die Milcherzeugungskosten senkten, verschlechterte sich das Preis-Kosten-Verhältnis. Die Unterdeckung vergrößerte sich im Vergleich zum vierten Quartal 2018 von 15 auf 18 Prozent, damit fehlen 7,63 Cent pro Kilogramm zur Kostendeckung.

In allen drei Regionen - Nord, Süd und Ost - war das Niveau der Milcherzeugungskosten seit Oktober 2018 relativ unverändert. Im Süden stiegen die Erzeugungskosten insgesamt zwar um 0,82 Cent pro Kilogramm Milch, dies wurde aber durch um 0,5 Cent verbesserte Rindererlöse fast ausgeglichen. Durch den nur geringfügigen Abfall der Milchauszahlungspreise um 0,32 Cent blieb das Preis-Kosten-Verhältnis hier in den letzten drei Monaten gleich. In der Region Nord sanken die Milchauszahlungspreise im letzten Vierteljahr um ganze 2,03 Cent und in der Region Ost um 1,26 Cent. Wieder einmal sind es damit vor allem die sinkenden Milchauszahlungspreise, die in den Regionen Nord und Ost zu einer Verschlechterung der Preis-Kosten-Ratio und der Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung führten.

Die Molkereien bauen auf steigende Milchmengen

„Steigt er oder steigt er nicht?“ Diese Frage stellen sich aktuell viele Beobachter in Bezug auf den Milchpreis. Nach dem Hitzesommer sank die Milchanlieferung im letzten Quartal 2018 unter die Vorjahreslinie, die Kuhbestände erreichten einen neuen Tiefststand. Die Milchpreise erholten sich infolgedessen bis Dezember 2018 kontinuierlich, gaben dann im Januar geringfügig nach und bewegen sich seitdem seitwärts. Was wir aktuell sehen sind für die Jahreszeit relativ hohe Spotmilchpreise, niedrige Lagerbestände der wichtigen Milchverarbeitungsprodukte, eine relative Stärke des Milchfettes, immer noch niedrige Kuhbestände, geringe Futtervorräte auf den Betrieben und eine stabile Nachfrage seitens der Exportmärkte.

Peter Guhl, der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board, hat keine Glaskugel, mit der er in die Zukunft blicken kann. „Wenn wir als Milcherzeuger in der aktuellen Situation die Mengenkarte in den Preisverhandlungen spielen könnten, dann würde ich jetzt auf steigende Milchpreise setzen. So aber kann die Branche saisonbedingt mit steigenden Mengen rechnen und den Druck voll an die Milcherzeuger weitergeben. Wie jedes Jahr!“ Guhl weist in diesem Zusammenhang nochmals auf die Bedeutung des Artikels 148 der gemeinsamen europäischen Marktordnung (GMO) hin: „Wer die Menge vernachlässigt, braucht auf den Preis nicht zu hoffen!“
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