5 Fehler in der Arthrosebehandlung

5 Fehler in der Arthrosebehandlung / Bildcopyright: stock.adobe.com, fotoalia.com © Andrey Popov, GalinaSt
(lifePR) ( Wetzlar, )
Das Knie schmerzt bei jedem Schritt, die Finger können nicht mehr richtig zugreifen, Treppen sind eine Qual – fast jeder fünfte Erwachsene kämpft laut Robert Koch-Institut mit Arthrose.1 Die Gelenkerkrankung ist längst keine typische Krankheit der älteren Generation mehr. Als Folge von Sportverletzungen oder übermäßiger Belastung z. B. durch Übergewicht leiden immer mehr jüngere Menschen unter den typischen Symptomen. Aber was ist eigentlich Arthrose genau und was sollten Betroffene unbedingt beachten?

Knorpel dienen in den Gelenken als Puffer zwischen den Knochen. Nutzen sie sich zu weit ab oder verschwinden ganz, reibt Knochen auf Knochen. Schultern, Knie, Hände, Hüfte – der Verschleiß kann in nahezu allen Gelenken auftreten. Mit fortschreitendem Stadium leiden Betroffene zunehmend unter großen Schmerzen bei jeder Bewegung. Auch die Beweglichkeit ist oft eingeschränkt, wodurch die Lebensqualität massiv verringert wird. Dennoch erhalten nicht alle Patientinnen und Patienten eine effektive Behandlung. Die fünf häufigsten Fehler bei der Arthrosebehandlung – und warum eine Operation nicht die erste Wahl sein sollte:

1. Zuviel Schonung

Wer unter Arthrose leidet, kennt es nur zu gut: Jede Bewegung bringt Schmerzen. Um dem zu entgehen, belastet man das Gelenk automatisch so wenig wie möglich – und macht es damit unabsichtlich noch schlimmer. Denn im Knorpel gibt es keine Blutgefäße. Die Knorpelzellen werden über die Gelenkflüssigkeit versorgt, die über abwechselnde Beund Entlastung wie beim Gehen verteilt wird. Fehlt die Bewegung, fehlen den Zellen auch die benötigten Nährstoffe für Regeneration und Aufbau. Durch ständige Schonung sterben immer mehr Zellen ab und die Arthrose verschlechtert sich zunehmend. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

2. Zu späte Behandlung

Arthrose wird nicht von selbst wieder besser. Je länger gewartet und die Beschwerden ausgehalten werden, umso mehr Gewebe wird geschädigt. Ist noch viel Knorpelgewebe vorhanden, gibt es viel mehr Behandlungsmöglichkeiten. Auch mit nichtoperativen, schonenden Therapien lassen sich gute Erfolge erzielen und kleine Defekte ausgleichen. Dann fällt auch die für die Versorgung eines gesunden Gewebes nötige Bewegung wieder leichter. Wer zu lange wartet, riskiert, dass am Ende das künstliche Gelenk als einzige Option übrig bleibt. Holen Sie sich frühzeitig ärztliche Hilfe beim Hausarzt oder direkt beim Orthopäden!

3. Zu frühe Operation

Ein künstliches Gelenk gibt Mobilität zurück, wenn das eigene Gelenk nicht mehr nutzbar ist. Aber es ist auch ein großer und unumkehrbarer Eingriff, der nicht immer hält, was der Patient sich davon verspricht. Umfragen2 zeigen, dass rund ein Fünftel der Operierten mit dem neuen Kniegelenk nicht zufrieden ist. Und auch wenn die heutigen Modelle sehr langlebig sind, halten künstliche Gelenke nicht ewig. Auch ohne Folgeprobleme wie Lockerungen oder Entzündungen steht meist nach 10 bis 15 Jahren eine Austauschoperation an. Man kann leider nicht unzählige künstliche Gelenke einbauen, da sie in den Knochen mit eingearbeitet werden. Irgendwann ist nicht mehr genug Knochen da, um die Hightech-Knie zu halten. Gerade bei jüngeren Betroffenen sollte ein solcher Schritt gut überlegt werden. Treffen Sie keine vorschnelle Entscheidung und prüfen Sie Alternativen!

4. Kein individuelles Vorgehen

Jeder Mensch ist anders. Eine erfolgreiche Behandlung muss diesen Fakt immer im Blick behalten. Ein aktiver Sportler hat einen anderen Anspruch an das Therapieergebnis als der gemütliche Spaziergänger im Park. Im Ruhestand lassen sich monatelange Ausfallzeiten durch eine Operation und die anschließende Reha leichter umsetzen als für einen Selbstständigen, der auf seinen Verdienst angewiesen ist. Was dem einen hilft, ist für den anderen in seiner Lebenssituation nicht umsetzbar. Die Gesetzeslage erlaubt es jedem Patienten eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen, vor allem vor geplanten Operationen. Nehmen Sie dieses Recht wahr!

5. Keine ausreichenden Informationen

Es muss immer eine OP sein? Natürlich nicht! Die Möglichkeiten, die schmerzhaften Symptome bei Arthrose zu behandeln, sind vielfältig. Angefangen bei selbst umsetzbaren Maßnahmen über Medikamente, Bandagen und Krankengymnastik bis hin zur Alternativmedizin wie Akupunktur gibt es vieles, was individuell helfen kann. Vielleicht kommen für Sie auch neue innovative Therapien wie Knorpeltransplantation oder therapeutische Kernspinresonanz MBST infrage. Nie gehört? Nur, wenn Sie alle Optionen kennen, können Sie herausfinden, was Ihnen wirklich hilft. Informieren Sie sich umfassend und finden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt den für Sie passenden Weg!

Quellen:
1 Robert-Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 54 Arthrose, 2013
2 Gunaratne et al. 2017, J Arthroplasty, 32, 12, 3854–3860;
Christoph Schnurr – LVR Klinik für Orthopädie Viersen, Viersen, Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU
2013). Berlin, 22.-25.10.2013. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2013. DocWI27-670, zit. auf arthrose-
journal.de
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.