Sonntag, 26. Februar 2017


Internationales Gamssymposium 2016 in Kufstein: Beteiligte Verbände fordern nachhaltigen Schutz der Gams in den Alpen - gemeinsame Resolution in Arbeit

Einigkeit über die Landesgrenzen hinweg / Gemeinsame Forderungen zum Schutz der Alpengams

(lifePR) (München / Kufstein, ) Zusammen mit den Jagdverbänden aus Tirol und Südtirol veranstaltete der Bayerische Jagdverband am 27. und 28. Oktober in Kufstein das internationale Symposium „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“. Versierte Referenten aus Wissenschaft und Praxis tagten zwei Tage lang zum Schutz der Alpengams – das Ziel: Die Erstellung eines gemeinsamen Strategieplans zum Management der Alpengams.

Einigkeit über die Landesgrenzen hinweg

Dass es in Bezug auf die nachhaltige Erhaltung der Alpengams in weiten Regionen „fünf vor zwölf“ ist und dringender Handlungsbedarf aller Beteiligten besteht, um die teils sehr schlechte Situation des Heimatwildes Alpengams zu verbessern, zeigte neben der Beteiligung hochkarätiger Wissenschaftler und internationaler Organisationen auch die große Teilnehmerzahl von knapp 300 Gästen aus fünf Nationen. Besonders interessant war dabei die fachliche Einschätzung der Situation der Alpengams in den beteiligten Ländern. So zeichnete sich in Bayern und Tirol ein eher schwarzes Bild ab, während es um das Gamswild in Italien deutlich besser steht. Der Bayerische Jagdverband freute sich besonders über den Ehrenschutz der Bayerischen Staatsministerin Ulrike Scharf, MdL. Als FFH relevante Art fällt die Gams neben dem Jagdrecht auch in die Zuständigkeit der Umweltministerin. Diese dankte den beteiligten Verbänden für ihren großen Einsatz zum Schutz des Heimatwildes und betonte als Jägerin ihre Faszination für die Alpengams.

Gemeinsame Forderungen zum Schutz der Alpengams

Während am ersten Tag das Wort maßgeblich den Fachreferenten gehörte, erarbeiteten die Teilnehmer am zweiten Tag in interaktiven Workshops zu unterschiedlichen Themenbereichen wie „Jagdliche Richtlinien“, „Lebensraum und Interessensgruppen“ sowie „Forschung“ unter der Leitung kompetenter Moderatoren gezielte Forderungen, die nun in ein gemeinsames Papier zum Strategieplan des Managements der Alpengams einfließen sollen. Dieses wird in Kürze in einer weiteren Arbeitssitzung der Verbände aus Bayern, Tirol und Südtirol erarbeitet.

Eckpunkte dieses Forderungskataloges rund um eine wildfreundliche Gestaltung der Lebensräume und für eine artgerechte Bewirtschaftung sind dabei eine großflächige Definition des Lebensraumes unter Beachtung der Lebensraumansprüche des Gamswildes, insbesondere des Winterlebensraums, die Errichtung von Wildruhezonen – für alle Naturnutzer, eine detaillierte Streckenanalyse, die Beachtung wildbiologischer Erkenntnisse, eine länderübergreifende standardisierte Erhebung von Daten in einer internationalen Datenbank sowie die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis.

Speziell für die Situation in Bayern fordert der Bayerische Jagdverband zudem folgende Maßnahmen umzusetzen:
  • Überprüfung aller Sanierungs- und Schonzeitaufhebungsgebiete durch neutrale Gutachten!
  • Transparente Erhebung von Gamspopulationen und Lebensraumansprüchen, besonders in Bezug auf die Winterlebensräume!
  • Großflächige Vernetzung der Gamslebensräume – grenzüberschreitend!
  • Abstimmung des Schutzwald- und Gamsmanagements – Wald und Wild!
  • Vorrangige Orientierung der Gams-Abschussplanung an wildbiologischen Erkenntnissen!
  • Errichtung und konsequente Einhaltung von Wildruhezonen sowohl im Privatwald als auch im Staatsforst!
  • Erlebbarkeit des Gamswildes für die Gäste in den Alpen steigern!
Weitere Informationen finden Sie unter www.jagd-bayern.de
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Landesjagdverband Bayern e.V.

Der Landesjagdverband Bayern e. V. ist der Verband der Jäger Bayerns und vertritt etwa 46.500 Jägerinnen und Jäger in Bayern. Als staatlich anerkannter Naturschutzverband wirkt der Bayerische Jagdverband offiziell bei Naturschutzangelegenheiten mit.

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