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Restaurierung des monumentalen Werkes des Surrealisten Max Ernst aus der Corso Bar in Zürich

(lifePR) (Zürich, )
Von heute an bis Juni 2008 wird das zweiundzwanzig Quadratmeter grosse Gemälde «Pétales et jardin de la nymphe Ancolie» des Surrealisten Max Ernst aus der Sammlung des Kunsthaus Zürich restauriert. Sein letztes noch komplett erhaltenes, grossformatiges Werk schmückte von 1934 bis Anfang der sechziger Jahre die Bar des Corso-Dancings «Mascotte» in Zürich.

Beim Werk «Pétales et jardin de la nymphe Ancolie» von 1934 handelt es sich um ein zentrales Werk im Schaffen des in Brühl (DE) geborenen Max Ernst (1891-1976). Durch die Restaurierung wird es seinen hohen kunst- und kulturhistorischen Wert zurückerhalten, der durch Rotweinspritzer und Rauch, Abrieb von Stuhllehnen und Tischplatten und unsachgemässen Übermalungen in der Zürcher Corso Bar aufs Stärkste beeinträchtigt worden war. Das internationale Interesse am Werk – es war bis zum 22. Juli 2007 im Victoria & Albert Museum in London ausgestellt – und finanzielle Zuwendungen haben das Kunsthaus Zürich ermutigt, jetzt mit der Restaurierung zu beginnen.

OPFER DER LAUNEN DES BARBETRIEBS Anlässlich des Umbaus des Corso-Theaters bekam Max Ernst 1933 den Auftrag, im Corso-Dancing eine Wand zu gestalten. In den Sommermonaten 1934 entstand die 4,15 m x 5,31 m grosse Wandmalerei. Ernst malte jedoch nicht in den feuchten Putz, sondern setzte Ölfarbe auf die wie eine Leinwand präparierte Wand.

Das Werk passte zur Tanzbar, die sich mit Zebrastühlen, gestreiften Stehlampen und Säulen im Stil der Zeit präsentierte, bis um 1955 ein neuer Pächter den Stilwechsel einläutete. Die Zeit der Big Band-Tanzmusik und Live-Konzerte forderte einen Umbau à la New Orleans. Das surrealistische Wandbild liess man hinter Stoffbahnen verschwinden.

RÜDE «RETTUNG»

Ende der fünfziger Jahre wurde dann dessen Abnahme von der Wand veranlasst. Mit der sogenannten Strappo-Technik trennte man die Malerei vom darunter liegenden Putz und übertrug sie auf 18 Stäbchensperrholzplatten. Die gewaltsame Abnahme und Aufbringung auf diesen anderen Träger hat viele kleine und grosse Fehlstellen verursacht. Diese wurden damals nicht partiell retuschiert, sondern ganzflächig übermalt.

DREI VIERTEL DER ORIGINALSCHICHT ÜBERMALT 70% der ursprünglichen Malschicht sind seitdem verdeckt, die Farbwirkung ganz entscheidend verändert. Leuchtkraft, Nuancenreichtum und Leichtigkeit der Originaltöne gingen verloren, und die für Max Ernsts Werke charakteristische Oberflächentextur wurde weitgehend nivelliert.

Das Kunsthaus Zürich erhielt die Tafeln, die im Werk von Max Ernst eine Sonderstellung einnehmen, zunächst als Leihgabe anvertraut. Hier erkannte man den Wert des einzigen in dieser Technik noch vollständig existierenden und zugleich umfangreichsten Gemäldes des Künstlers. Dank privater Unterstützung gelang es dem Kunsthaus 1965, «Pétales et jardin de la nymphe Ancolie» zu kaufen. Über 40 Jahre lang blieb es in der Sammlung ausgestellt. Wegen der Renovierung der Sammlungsräume musste es 2004 ins Depot umziehen. Dabei wurde es gründlich untersucht.

METAMORPHOSE VOR PUBLIKUM IM MUSEUM TINGUELY Ziel der Restaurierung ist es jetzt, die schlammgrauen Übermalungen zu entfernen und durch die Freilegung der Originalschicht den fleischroten Blüten auf grünen Blättern im schwerelosen Raum ihren authentischen Charakter zurückzugeben. Weite Teile der Komposition hatte Ernst aus einem botanischen Lexikon entnommen. Gerade diese werden nach Abschluss der Arbeiten besser sichtbar sein. In einem Schauatelier, das vom 12. September 2007 bis 27. Januar 2008 Teil der Ausstellung «Max Ernst. Im Garten der Nymphe Ancolie» im Museum Tinguely in Basel ist, kann die Restaurierung mitverfolgt werden. Die Arbeit an den ersten zwei der insgesamt achtzehn Platten beginnt heute im Kunsthaus Zürich. Das Projekt wird in drei Schritten auf der Website unter www.kunsthaus.ch dokumentiert. Leitung: Hanspeter Marty. Ausführende Restauratorinnen: Kerstin Mürer, Françoise Michel.

Die Restaurierung der Dauerleihgabe des Kunsthaus Zürich an das Museum Tinguely, «Pétales et jardin de la nymphe Ancolie» von Max Ernst, wird unterstützt durch das Museum Tinguely, ein Kulturengagement von Roche, und der Stiftung BNP Paribas Schweiz.
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