Interkulturell kompetent - aber wie?

Auf sehr einfühlsame Art und Weise gab Referentin Mehrnousch Zaerl-Esfahani dem Fachpublikum Denkanstöße zur interkulturellen Kompetenz / Foto: Gaby Richter, Vogelsbergkreis (lifePR) ( Lauterbach, )
Interkulturelle Kompetenz wird allerorts gefordert. Wie aber sieht die aus? Wann ist man interkulturell kompetent? Zu diesen Fragen hatten die Fachstelle Kindertageseinrichtungen des Vogelsberger Jugendamts und der Kulturverein Lauterbach pädagogische Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie Studierende der Fachschule Lauterbach eingeladen, um an zwei Denkwerkstätten mit Mehrnousch Zaeri-Esfahani teilzunehmen. Die Referentin, die 1985 selbst als Zehnjährige mit Eltern und Geschwistern aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war, vermittelte als begnadete Erzählerin ihre eigenen Erfahrungen über die Flucht und das Ankommen in Deutschland sowie aus ihrer Arbeit als Sozialpädagogin in der Flüchtlingsbegleitung. Integration im Gegensatz zur Assimilation gelinge vor allem durch innere wertschätzende Haltung zur eigenen Biografie, dem „eigenen Rucksack“. Erst dann könne Neues wertgeschätzt und als echte Bereicherung anerkannt werden.

In beiden Veranstaltungen widmete sich die Autorin auf unterhaltsame Art der Frage, wie sich die kulturelle Erziehung auf Wahrnehmung, Logik und Beurteilung von Ereignissen auswirkt, welche Vorstellung von Autorität Menschen aus kollektivistischen Strukturen haben oder wie das deutsche Hilfe- und Bildungssystem die Eltern in das der Kinder einbeziehen kann. Gerade die Merkmale von polychromen und monochromen Zeitverständnissen wurden als wesentlich dargestellt. Um Ansätze und Ideen ging es beim Austausch über die Fragen, warum manche Angebote von Migrant/innen nicht angenommen werden und warum uns deren Verhalten manchmal als zu fordernd bis rücksichtslos erscheinen.

Die Teilnehmer/innen erfuhren aus dem Vortrag Wissenswertes über das eigene mitteleuropäische kulturelle Modell und zu den Besonderheiten der kollektivistisch geprägten Gesellschaften der Migranten. Auch Erkenntnisse zum Thema „Transkulturalität“ aus der Migrationsforschung, Psychologie und Kulturforschung wurden vorgestellt und anhand von Geschichten aus dem Alltag anschaulich gemacht und vertieft. Gefördert wurde der Fachtag vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
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