Erkältungszeit: Nicht gleich zu Antibiotika greifen

Gesundheitsamt unterstützt Aufklärungsarbeit zum Umgang mit Antibiotika

Dr. Henrik Reygers (li.) und Dr. Elisa Stickler wollen aufklären: Für den Gesundheitsdezernenten Dr. Jens Mischak gibt es andere Mittel, die seine Erkältung besser lindern als Antibiotika. Außerdem ist er mit gutem Beispiel voran gegangen und hat sich gegen Grippe impfen lassen / Foto: Gaby Richter (lifePR) ( Lauterbach, )
Herbstzeit ist Erkältungszeit – demnächst werden einige von uns wieder mit triefender oder verstopfter Nase, Halsschmerzen, Husten und Co. zu kämpfen haben. Allzu oft führt der Weg dann zum Arzt in der Hoffnung auf eine schnellere Genesung mit Hilfe von Tabletten. Aber: „Wenn es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika völlig fehl am Platz und außerdem unwirksam“, darauf weist Dr. Henrik Reygers vom Vogelsberger Gesundheitsamt hin. Denn: „Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto mehr Resistenzen entstehen. Sie stellen ein ernstzunehmendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar.“

Seit Jahren schon führen zu häufige und wenig umsichtige Einnahmen dazu, dass Bakterien mit klassischen Antibiotika nicht mehr auszumerzen sind, sich also Resistenzen entwickeln. Anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18. November macht das Gesundheitsamt darauf aufmerksam und unterstützt Hausärzte und Krankenhäuser mit Postern und Faltblättern bei der Patientenaufklärung. Ein Poster trägt den Aufdruck einer Pille mit dem Hinweis „40 Prozent aller Europäer irren sich, wenn sie glauben, Antibiotika helfen bei Erkältungen und Grippe“, ein anderes zeigt eine Ritterrüstung mit der rhetorischen Frage, ob das wohl ein wirksamer Schutz gegen Erkältung oder Grippe sein könnte.

„Viele Infektionen können durch einfache Hygienemaßnahmen vermieden werden“, so Dr. Elisa Stickler, ebenfalls im Lauterbacher Gesundheitsamt beschäftigt, „auch eine Grippeimpfung ist empfehlenswert.“ Für den Gesundheitsdezernenten Dr. Jens Mischak selbstverständlich, er hat sich bereits impfen lassen. „Ich finde es wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen“, sagt er. Und: „Die Aufklärungsarbeit unseres Gesundheitsamts unterstütze ich gerne, damit die antibiotikaresistenten Erreger nicht unkontrolliert weiter zunehmen und zu einer ernsthaften Gefahr werden.“ Das Gesundheitsamt beteiligt sich am „MRE-Netzwerk Mittelhessen“ mit dem Ziel, antibiotikaresistenten Erregern vorzubeugen und die Patientensicherheit zu erhöhen. Multiresistente Bakterien sind eine reale und konstante Bedrohung für die klinische Praxis in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika ist wirklich wichtig, darüber sind sich alle einig. Und wenn es einen dann doch erwischt hat? „Gönnen Sie sich Ruhe und pflegen Sie sich, trinken Sie viel und fragen Sie Ihren Arzt nach anderen, nicht antibiotischen Behandlungen, die für Erleichterung sorgen“, lauten die Empfehlungen der angehenden Epidemiologin.
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