Spahn zieht Bilanz und wir unsere Schlüsse

Pflege_Notstand_Kindernetzwerk (lifePR) ( Aschaffenburg, )
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zog im Juli eine erste positive Zwischenbilanz, in den ersten gut 100 Tagen sei bei Gesundheit und Pflege „viel Konkretes gelungen“.

Wir sind anderer Meinung.

So sind ausschließlich in der Pflege erste Akzente gesetzt worden. Zum Beispiel durch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das mehr Stellen in der Pflege ermöglichen soll. Oder durch die im Bundestag beschlossene Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeausbildung, bei der man sich nun aber erst im 3. Ausbildungsjahr auf die Kinderkrankenpflege spezialisieren kann. Oder mit der in der Debatte befindlichen Finanzierungsverordnung, mit der das Schulgeld für die Pflegeausbildung ab 2020 abgeschafft werden soll.

Unglücklicherweise zielen die Verbesserungen in der Pflege wegen der Überalterung der Bevölkerung vor allem auf die Altenpflege ab. Bei all den Vorhaben des Ministers stehen die Belange der Kinder und jungen Erwachsenen von chronischen Erkrankungen immer hinten an.

Doch pflegebedürftige Kinder dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben.
Wir legen als Dachverband der Eltern-Selbsthilfe in Deutschland den Fokus auf pflegeintensive Kinder UND insgesamt auf junge Menschen mit chronischen und seltenen Erkrankungen/Behinderungen oder anderen besonderen Bedürfnissen. Um diesem umfassenden Anspruch gerecht zu werden, haben rund 200 Teilnehmer auf der Jubiläumstagung „25 Jahre Kindernetzwerk“ bereits im März 2018 in Berlin einstimmig das Handlungspaket „Berliner Appell“ verabschiedet. Darin werden Erkenntnisse und Erfahrungen der betroffenen Familien, der Eltern-Selbsthilfe und der Fachleute bündelt und an die politisch Verantwortlichen adressiert.

Zum Beispiel auch zum Thema Versorgungsmisere im Alltag (Handlungsfeld 1). Diese kommt deshalb zustande, weil weder die Personalausstattung der Ärzte noch die der Pflegekräfte chronisch kranken Kindern und deren Familien in keiner Weise gerecht werden kann.

Unser Berliner Appell soll nun mit Nachdruck in die Gesundheitspolitik getragen werden, damit Politiker und Leistungsträger noch mehr mit unseren Forderungen konfrontiert werden und die Notstände in den einzelnen Bereichen schnellstmöglich verbessern!

Den Alltag sicherstellen


Der schon heute unhaltbare Notstand der Versorgung in vielen Familien ist den Verantwortlichen hinreichend bekannt. Ohne Unterstützung und Anerkennung des hierfür notwendigen Fachpersonals wird sich die Versorgungsmisere in den nächsten Jahren noch erheblich verschlimmern.
 
Deshalb fordern wir
 
* eine angemessene Vergütung aller in der Versorgung tätigen Menschen, die der Bedeutung dieser Aufgabe und den damit verbundenen Belastungen gerecht wird
 
* eine optimale Personalausstattung aller Einrichtungen und ambulanten Versorgungsformen, die genügend Zeit lässt für ein professionelles, den Alltag von Kindern und ihren Familien entlastendes Arbeiten
 
* eine wirkungsvolle Imagekampagne zur Aufwertung dieser Berufe im öffentlichen Bewusstsein, die auch die Notwendigkeit einer professionellen Ausbildung und einer besonderen menschlichen Haltung gerade für eine den Alltag stärkende Versorgung von Kindern und Jugendlichen deutlich macht
  
Damit sich etwas ändert: Liked, teilt und vor allem verbreitet unsere Forderungen weiter. In den nächsten Wochen werden wir zu verschiedenen Handlungsfeldern einen Appell veröffentlichen. Dabei stemmen wir alles mit dem, was wir gemeinsam – die Selbsthilfe – auf den Weg bringen können: Dazu benötigen wir Eure Unterstützung, indem Ihr selbst diese Forderungen aktiv vertretet und in die politische Arbeit mit einbringen! Eine gute Idee bringt wenig, wenn sie nicht geteilt wird.
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