Montag, 11. Dezember 2017


IMS Health Versorgungsforschung ergibt: Patienten mit Typ-2-Diabetes erleiden häufiger Frakturen als Nicht-Diabetiker

Frankfurt, (lifePR) - Am 14. November 2015 findet der Weltdiabetestag statt, um auf die Volkskrankheit, ihre Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Auswirkungen aufmerksam zu machen. Dass die chronische Stoffwechselkrankheit zu erhöhtem Blutzuckerspiegel und in der Folge oftmals zu Organproblemen führen kann, wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche oder Netzhautschäden, ist bekannt. Ältere Studien wiesen außerdem darauf hin, dass Diabetes negative Auswirkungen für Knochen mit sich ziehen kann. Forscher von IMS Health können nun auf Basis einer großen Patientenpopulation belegen, dass unter Typ-2-Diabetes-Patienten verstärkt Knochenbrüche auftreten.

Mithilfe einer Versorgungsforschungs-Studie1 untersuchte IMS Health in Kooperation mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), inwiefern neu diagnostizierte Typ-2-Diabetes-Patienten unter Frakturen leiden. Dazu zogen die Forscher anonymisierte longitudinale Daten von deutschen Hausarztpraxen aus der IMS® Disease Analyzer Datenbank2 heran. Sie analysierten die Daten von 299.104 Typ-2-Diabetes-Patienten aus 1.072 Praxen, die während des Zeitraums Januar 2000 bis Dezember 2013 eine Erstdiagnose erhielten –ausgeschlossen waren beispielsweise Patienten, die zusätzlich an Osteoporose litten oder vor der Erstdiagnose einen Herzinfarkt oder bereits eine Fraktur hatten. Mit den gleichen Auswahlkriterien wurde eine Kontrollgruppe mit 299.104 Nicht-Diabetikern gebildet.

Frakturen an oberen Extremitäten, Hüfte und Wirbelsäule

Typ-2-Diabetes-Patienten und Patienten der Kontrollgruppe waren gleich im Bezug auf Durchschnittsalter (66 Jahre), Geschlechterverhältnis (51 Prozent männlich) und Anteil an Privatversicherten (6,1 Prozent). Unterschiede zeigten sich bei der Betrachtung der Frakturhäufigkeit. Die Analysen ergaben, dass zehn Jahre nach Erstdiagnose 15,4 Prozent der Typ-2-Diabetes-Patienten bzw. 13,1 Prozent der Kontrollgruppe mindestens eine Fraktur erleiden. Im multivariaten Regressionsmodell wurde Diabetes mit 36 Prozent Risikoerhöhung für Frakturen assoziiert. Am häufigsten wurden Frakturen an den oberen Extremitäten diagnostiziert, gefolgt von Hüftfrakturen. Brüche an der Wirbelsäule traten seltener auf.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass neu diagnostizierte Typ-2-Diabetes-Patienten in Hausarztpraxen innerhalb der ersten zehn Jahre ein um 36 Prozent erhöhtes Risiko haben, sich Frakturen v.a. an den oberen Extremität, hier hauptsächlich Oberarm und Schulter, sowie der Hüfte zuzuziehen", resümiert Prof. Dr. Karel Kostev, Senior Research Advisor bei IMS Health. „Eine Kombination aus schlechter Knochenbeschaffenheit und häufigerem Fallen aufgrund von Hypoglykämie und Komorbiditäten könnte Grund für das erhöhte Frakturen-Risiko bei Typ-2-Diabetes-Patienten sein – aber diese These bedarf weiterer Untersuchungen."

Mehr Informationen zum Thema Diabetes finden Sie in unserer Infografik „Diabetes: eine weltweit verbreitete und sich ausdehnende Volkskrankheit" (November 2015): http://ow.ly/Uql7t

1 Rathmann, W., & Kostev, K., Fracture risk in patients with newly diagnosed type 2 diabetes: a retrospective database analysis in primary care..., Journal of Diabetes and Its Complications (2015), http://dx.doi.org/...

2 IMS® Disease Analyzer ist eine Datenbank von IMS Health, die anonymisierte Therapie- und Behandlungsverläufe zeigt. Dadurch lassen sich Krankheits- und Therapieverläufe über viele Jahre darstellen. IMS® Disease Analyzer beruht auf einer repräsentativen Stichprobe von mehr als 2.500 niedergelassenen Ärzten in der Bundesrepublik Deutschland (Stand 03/2013), die mit EDV-Systemen ausgestattet sind.
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