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Entwicklungen und Trends in der Arzneimittelversorgung 2016

(lifePR) (Frankfurt, ) Analysen von QuintilesIMS auf Basis von Fakten aus dem Markt weisen auf mehrere Trends in der Arzneimittelversorgung der Bevölkerung hin. So spielen im globalen Pharmamarkt wie auch in Deutschland Spezialtherapeutika eine zunehmende Rolle. Dabei kommt verstärkt biologischen Medikamenten eine Bedeutung zu. Das in 2016 verhaltene Umsatzwachstum von 4 % im deutschen Apothekenmarkt resultiert aus einigen wenigen Arzneigruppen mit vielfach innovativen Präparaten, die sich nun sukzessive in der Therapie etablieren. Eine Ausnahme bilden Hepatitis-Medikamente, die stärker nach Umsatz als nach Menge verlieren, bedingt durch Erstattungsbeträge, einen verstärkten Wettbewerb und zunehmende Rabattverträge. Der Mengenrückgang erklärt sich durch die nahezu vollständige Heilungsrate der behandelten Patienten. Regional differieren Verordnungen von Arzneimitteln deutlich, was mit Unterschieden in der Morbidität und der Art der  Verordnungssteuerung der Kassenärztlichen Vereinigungen zusammenhängt. Die Einsparungen aus verschiedenen Nachlässen pharmazeutischer Hersteller belaufen sich in Summe auf über 6,5 Mrd. Euro. Dabei überspringt das aus Erstattungsbeträgen resultierende Einsparvolumen erstmals die Milliardenmarke. Saisonal richtet sich das Augenmerk im Winter 2016/2017 auf eine starke Grippe-/Erkältungswelle, die den Umsatz mit Erkältungsprodukten befördert.

Globaler Pharmamarkt: Wachstum durch Spezialtherapeutika

Der weltweite Pharmamarkt[1] wird nach derzeitiger Einschätzung von QuintilesIMS bis 2020 ein jährliches Wachstum zwischen 4 und 7 % erreichen. Dieser Zuwachs wird wesentlich durch Spezialtherapeutika erreicht werden. „Vor allem Therapeutika zur Bekämpfung von Krebs- und Autoimmunkrankheiten werden das erwartete Umsatzwachstum des Pharmamarktes im mittleren einstelligen Bereich befördern“, erklärt Susanne van der Beck, Director Key Account Management bei QuintilesIMS. Dazu trügen auch immer mehr Biopharmazeutika bei. Zwar vollziehe sich die Marktpenetration sog. Biosimilars, also Nachbauten originaler Biologika, teilweise sehr zögerlich, insgesamt jedoch kontinuierlich. Dies gelte auch für den deutschen Arzneimittelmarkt, da es je nach Region bzw. Gebiet einer Kassenärztlichen Vereinigung deutliche Unterschiede gebe, die u.a. mit verschiedenen Vorgaben der KVen zusammenhingen.

Deutscher Pharmamarkt: Innovationen – drei Viertel des Wachstums resultieren aus fünf Arzneigruppen

87 % des Umsatzes mit Arzneimitteln entfielen im Jahr 2016 in Deutschland auf den Apothekenmarkt, 13 % auf den Kliniksektor[2]. Das Umsatzwachstum des Apothekensegments beläuft sich auf rund 4 %. Über die Hälfte des Wachstums (52 %) resultiert aus drei Arzneigruppen: Medikamenten zur Blutgerinnung, die nach Schlaganfällen oder bei Thrombosen eingesetzt werden (sog. direkte Faktor Xa-Inhibitoren: 20 % Wachstumsbeitrag); ferner Wirkstoffen für die moderne Krebstherapie  (sog. antineoplastische monoklonale Antikörper: 17 %) sowie Präparaten, die das Tumorwachstum hemmen (antineoplastische Proteinkinasehemmer:15 %). Knapp ein weiteres Viertel des Wachstums geht auf Arzneien zur Therapie von schweren entzündlichen Erkrankungen wie z.B. rheumatoider Arthritis oder der Darmkrankheit Morbus Crohn zurück (sog. Anti-TNF-Präparate: 13 %) und auf systemische Medikamente gegen die Hauterkrankung Psoriasis (10 %).

Etablierung innovativer Arzneien

Die innovativen Therapien, die i.d.R. der Behandlung schwerer Erkrankungen dienen, haben sich im Zeitverlauf zu etablieren begonnen. Dies zeigt die Gegenüberstellung von Ausgaben[3]- und Mengenentwicklung (Abgaben in Packungen) der zehn führenden Arzneigruppen im Kontext der Gesetzlichen Krankenversicherung (Abb. 1). So hat sich bspw. der Umsatz von Anti-TNF-Medikamenten im Jahr 2016 um knapp 9 % erhöht, der Absatz in gleicher Größenordnung. Ähnlich verhält es sich bei weiteren Kategorien mit beachtlichen Zuwächsen, etwa bei antineoplastischen Krebstherapeutika (Umsatz +22 %/Absatz +19 %) oder Faktor Xa-Hemmern (+34 %/+31 %).

In Summe wächst der GKV-Arzneimittelmarkt einschließlich Diagnostika, ohne Impfstoffe, im Jahr 2016 nach Umsatz um verhaltene 3,5 % auf rund 37 Mrd. Euro[4].

Umsatzrückgang bei Hepatitis-Therapien

Zur Behandlung von Hepatitis, insbesondere der C-Form, kamen in den letzten Jahren vergleichsweise viele neue Arzneimittel auf den Markt. Die Menge dieser Arzneimittel, die eine Teilgruppe der Kategorie „Antivirale Mittel“ bildet (Abb. 1 zum Herunterladen), geht in 2016 um 25 % zurück, da die meisten Infizierten mit einer acht- bis zwölfwöchigen Therapie geheilt werden können. Der Umsatz sinkt bei Hepatitis-Präparaten um 38 %. In der Gesamtkategorie „Antivirale Mittel“ drückt sich dies in einem Rückgang von 36 % aus. Dass der Mengenrückgang der Gesamtgruppe tendenziell stagniert (-0,8 %), erklärt sich aus der Absatzsteigerung antiviraler Herpesmittel, die in dieser Gruppe ebenfalls beinhaltet sind und den mengenmäßigen Schwerpunkt bilden. „Der Grund für den stärkeren Umsatz- als Absatzrückgang bei Hepatitis-Medikamenten dürfte neben Erstattungsbeträgen und dem durch die Vielzahl inzwischen verfügbarer Präparate bedingten Verdrängungswettbewerb auch darin liegen, dass zunehmend mehr Präparate dieser Kategorie Rabattverträgen nach § 130 a unterliegen, im Jahr 2016 immerhin bereits 35 %“ erläutert Dagmar Wald-Eßer, Senior Manager Health Policy bei QuintilesIMS.

Regionale Unterschiede

Verordnungen von Arzneimitteln differieren regional deutlich. Gemessen nach Tagesdosen und justiert pro Tausend Versicherte wurden im Jahr 2016 die meisten Arzneimittel in Mecklenburg-Vorpommern verschrieben, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Brandenburg (Abb. 2 zum Herunterladen). „Diese Unterschiede hängen zum einen mit der Morbidität der Bevölkerung in den Regionen zusammen. Zum anderen spielen die Instrumente zur Verordnungssteuerung eine Rolle. Hier gibt es zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen der einzelnen Gebiete zum Teil deutliche Unterschiede“, so Wald-Eßer weiter.

Über 6,5 Milliarden Einsparungen aus Hersteller-Zwangsabschlägen und Rabattverträgen

Die Einsparungen aus verschiedenen Nachlässen pharmazeutischer Hersteller belaufen sich in Summe auf über 6,5 Mrd. Euro. Davon entfallen gut 2,8 Mrd. Euro auf Zwangsabschläge. Hierbei besonders erwähnenswert: Das aus Erstattungsbeträgen resultierende Einsparvolumen überspringt 2016 erstmals die Milliardenmarke (Abb. 3 zum Herunterladen). Bis Dezember 2016 wurden für 118 Arzneimittel Erstattungsbeträge festgesetzt. Auf diese Präparate entfällt im Jahr 2016 ein Marktanteil von 12 % des GKV-Umsatzes[5]. Im Zuge von immer mehr neuen Präparaten im Markt wird auch das Volumen der durch die ausgehandelten Erstattungsbeträge erzielten Einsparungen weiter ansteigen. Für 2017 dürfte es die Beträge der übrigen Nachlässe bereits deutlich überflügeln.

Zu diesen Einsparungen addieren sich weitere aus Rabattverträgen nach § 130 SGB V, die sich für 2016 hochgerechnet auf gut 3,7 Mrd. Euro belaufen. Dazu passt, dass in mehreren analysierten Arzneisegmenten – Generika, patentgeschützten Originalen und Altoriginalen mit ausgelaufenem Patent – der Anteil abgegebener rabattierter Medikamente in 2016 gestiegen ist.

Grippe-/Erkältungswelle befördert Umsatz mit Erkältungsprodukten

Die Erkältungs- bzw. Grippewelle im Winter 2016/2017 war deutlich stärker ausgeprägt als in den Vorjahren. Dadurch stieg der Umsatz mit Erkältungsmitteln und liegt seit November deutlich über den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. Im Monatsvergleich November und Dezember 2016 sowie Januar 2017 ergeben sich gegenüber Vorjahr bei rezeptfreien Produkten zweistellige Zuwächse sowohl im Verkauf über die Vorortapotheke als auch über den Versandhandel.

Unabhängig von der Erkältungswelle zeigt sich über den elektronischen/telefonischen Bestellweg hinsichtlich der seit dem EuGH-Urteil von Oktober letzten Jahres viel diskutierten Frage nach dem Versand rezeptpflichtiger Medikamente bislang nur ein marginaler Anstieg.

[1] Einbezogene Länder: USA, Kanada, Japan, EU 5 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien), „Pharmerging“ (China, Brasilien, Indien, Russland, Türkei, Mexiko)

[2] Basis: Abgabepreis des pharmazeutischen Herstellers ohne Abzug jeglicher Rabatte im Apothekenmarkt, berechnete Preise im Klinikmarkt

[3] Basis: Umsatz zum Apothekenverkaufspreis abzüglich Zwangsabschlägen von Herstellern und Apotheken sowie Rabatten aus Erstattungsbeträgen

[4] AVP nach Abzug von Hersteller- und Apothekenabschlägen, ohne Einsparungen aus Rabattverträgen..

[5] Zu AVP abzgl. Zwangsabschlägen von Herstellern und Apotheken

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QuintilesIMS (NYSE: Q) ist ein führender internationaler Anbieter von integrierten Informations- und Technologielösungen, der Kunden im Gesundheitsbereich dabei unterstützt, ihre klinischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Ergebnisse zu verbessern. QuintilesIMS ist durch Fusion von Quintiles und IMS Health im Oktober 2016 entstanden. Das Unternehmen beschäftigt etwa 50.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern. Unternehmen, die durch innovative Behandlungsformen, Pflegeleistungen und besseren Zugang zu den Gesundheitssystemen Verbesserungen für Patienten im Versorgungsalltag und beim Outsourcing von klinischen Prüfungen anstreben, können die umfangreichen Informationssysteme, Technologien und Dienstleistungen von QuintilesIMS für neue Einsichten und Ansätze nutzen. QuintilesIMS bietet Lösungen von der klinischen Erprobung bis zur Vermarktung an und ermöglicht damit seinen Kunden auf einzigartige Weise, ihr ganzes Innovationspotenzial auszuschöpfen und das Gesundheitswesen zu verbessern.

Als international führendes Unternehmen, das sich dem Schutz der Privatsphäre verpflichtet, nutzt QuintilesIMS anonyme Gesundheitsdaten, um wichtige empirische Erkenntnisse zu Erkrankungen und Behandlungsformen zu liefern. Durch ein breites Spektrum an Technologien und Sicherheitsmechanismen garantiert QuintilesIMS den Schutz der Privatsphäre, und trägt durch sein Informationsmanagement dazu bei, den Healthcare-Bereich voranzutreiben. Die gewonnenen Einsichten und die Fähigkeiten des Unternehmens, sie umzusetzen, ermöglichen es Biotechnologie- und Pharmaunternehmen, Medizintechnikfirmen, medizinischer Forschung, Behörden, Kostenträgern und anderen Stakeholdern im Gesundheitswesen, neue Therapien zu entwickeln und zu vermarkten, ungedeckte Bedarfe zu identifizieren und ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie effizient und wertvoll Pharmaprodukte im Hinblick auf bessere Behandlungserfolge sind. Weitere Informationen finden Sie unter www.QuintilesIMS.com.