Sonntag, 17. Dezember 2017


Hilfsmittelausschreibung - Qualität entscheidet

Der Verein Initiative Chronische Wunden (ICW e.V.) fordert: Kassen sollen bei Ausschreibung von Hilfsmitteln für Wundversorgung der Qualität den Vorzug geben

Quedlinburg, (lifePR) - Etwas mehr als ein halbes Jahr ist das Heil und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) in Kraft. Nun zeigen sich die ersten Auswirkungen auf die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden:
Immer mehr Krankenkassen schließen mit einzelnen Homecare-Unternehmen Rahmenverträge zur Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden ab. Denn die Wundversorgung soll wirtschaftlicher werden - dies fordert das Gesetz ausdrücklich. Diese Partnerunternehmen erhalten dann exklusiv das Recht, die Versicherten der Kasse, mit der ein Vertrag geschlossen wurde, zu versorgen.

Die Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW) macht aktuell darauf aufmerksam, dass laut Gesetz auch die Qualität der Versorgung bei den Zuschlagsentscheidungen für einen bestimmten Homecare-Versorger eine wesentliche Rolle spielen soll. „Wir geben zu bedenken, dass die billigste Lösung nicht immer die wirtschaftlichste ist und somit der Preis nicht das alleinige Kriterium einer Ausschreibung sein kann“, heißt es in einem Vorstandspapier des ICW e.V..
Die Systematik der Ausschreibungen bevorzugt stattdessen preiswerte Anbieter und lässt qualitativ bessere aber weniger preiswerte Anbieter durchfallen. Damit ist den Patienten oft nicht gedient. Deshalb müssen die Ausschreibungen differenzierter sein.

So müssten zum Beispiel die in den Ausschreibungen formulierten Verbandsmittel sachgerecht in nachvollziehbar definierte Gruppen eingeteilt werden, statt etwa nur Schäume oder nur Alginate als Verbandsmittel auszuschreiben. Erst dann kann eine Vergleichbarkeit der Produkte anhand vorgegebener Kriterien erzielt werden - wie zum Beispiel Absorption, Standzeit oder Retention, so der ICW-Vorstand. „Erst dann lassen sich Angebote verschiedener Versorger vergleichen und bewerten.“

Oberstes Ziel bleibt es, dass die Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden eine fachlich begründete Versorgung erhalten. Mehr als 1000 Wundexpertinnen und Wundexperten arbeiten in Deutschland zum Wohle ihrer Patientinnen und Patienten mit Homecare-Versorgern zusammen. „Dass für ihre Arbeit immer noch kein Vergütungssystem existiert, in der auch Beratungsleistungen angemessen bezahlt werden, ist für das beratende, nichtärztliche Fachpersonal eine äußerst unbefriedigende Situation“, sagt Dr. Christian Münter, Vorstandsmitglied der ICW e.V..

Die zur Zeit für Ärzte, Pflegedienste und Wundexperten wirtschaftlich unbefriedigende Tätigkeit in der Wundversorgung darf nicht noch weiter abgewertet werden. „Wir fordern, dass Schluss ist mit der verdeckten Honorierung der Wundexpertinnen und Wundexperten durch Provisionszahlungen der Verbandsmittelhersteller“, sagt Münter. Dieses jetzige System spiegelt weder den Bedarf wider noch die Leistungen der Wundexperten. „Es wird daher nötig notwendig sein, eine Abrechnungsmöglichkeit für Beratungstätigkeit durch nichtärztliches Fachpersonal zu schaffen.“

HIntergrundInformation:

Stellungnahme der Initiative Chronische Wunden e. V. zu Ausschreibungen von Rahmenverträgen zur Verbandmittelversorgung durch AOK Rheinland/Hamburg:

https://www.lifepr.de/pressemitteilung/initiative-chronische-wunden-ev/Stellungnahme-der-Initiative-Chronische-Wunden-e-V-zu-Ausschreibungen-von-Rahmenvertraegen-zur-Verbandmittelversorgung-durch-AOK-RheinlandHamburg/boxid/675336
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