„Strukturelle Wachstumstrends als Rückenwind für das Portfolio“

Interview mit Christian Schmitt, Lead Portfolio Manager des Ethna-DYNAMISCH

(lifePR) ( Miltenberg, )
„Spricht man momentan über ‚die Aktienmärkte‘, muss man differenzieren und einen Blick unter die Oberfläche der gängigen Indizes werfen“, sagt Christian Schmitt, Lead Portfolio Manager des Ethna-DYNAMISCH. Manche Branchen litten nach wie vor unter den Auswirkungen der Pandemie, andere seien kaum beeinträchtigt. „Alles in allem jedoch sollte die gegenwärtige realwirtschaftliche Lage ganz gut in den Kursen der unterschiedlichen Aktiensegmente abgebildet sein.“, glaubt Schmitt überzeugt.

FondsSuperMarkt: Der Ethna-DYNAMISCH ist ein international ausgerichteter Mischfonds. Wie ist das Portfolio derzeit strukturiert?

Der Fokus des Fonds liegt ganz klar auf dem Aktienmarkt und dort wiederum auf qualitativ hochwertigen Geschäftsmodellen mit strukturellen Wachstumstreibern. Ein konzentriertes Portfolio mit aktuell 30 ausgewählten Einzelaktien bildet den Kern des Fonds und macht derzeit rund 70 % des Fondsportfolios aus. Abgerundet wird das Portfolio mit rund 15 % Anleihen – allesamt mit AAA-Bewertung und teils mit sehr langer Laufzeit – sowie 5 % Gold. Die restlichen 10 % halten wir noch als Reserve vor, um weitere attraktive Opportunitäten wahrnehmen zu können.

FondsSuperMarkt: Auf welchen Einschätzungen hinsichtlich der mittelfristigen Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten fußt diese Portfoliostruktur?

Die Struktur ist strategisch eine direkte Ableitung des Niedrig-/Null-/ Negativzinsumfeldes sowie der überbordenden Liquidität seitens der Notenbanken. Mittelfristig braucht es viel Kreativität und Expertise, um an den Rentenmärkten noch attraktive Erträge erwirtschaften zu können. Diesen stehen Aktien als ebenso intelligentes wie produktives Realinvestment und als langfristig renditestärkste Anlageklasse gegenüber. In vielen unserer Szenarien sehen wir aufgrund der Vielfältigkeit der zugrunde liegenden Unternehmen die Möglichkeit, an den Aktienmärkten ansprechende Erträge zu erzielen.

FondsSuperMarkt: Zuerst ein Blick auf die Vergangenheit. Wie hat Ihr Fonds in den vergangenen, teils turbulenten Monaten abgeschnitten?

Wenn ich heute mit ein wenig zeitlichem Abstand meine Aufzeichnungen aus Februar, März und April 2020 durchblättere, lesen sie sich spannend wie ein Krimi. Es war eine extrem bewegte Zeit – für alle heute lebenden Investoren war die globale Pandemie eine neue Erfahrung. Für ein eher offensiv ausgerichtetes Produkt konnten wir die Kursrückschläge zum Tiefpunkt im März in vertretbaren Grenzen halten. Und im Anschluss auch fast wieder das Ausgangsniveau von Jahresanfang erreichen. Erst in den Sommer hinein waren wir rückblickend etwas zu verhalten. Doch mit einem leichten Minus von rund 2 % per Ende September können wir angesichts des Umfeldes relativ zufrieden sein.

FondsSuperMarkt: Haben Sie das Fondsportfolio während jener Wochen erkennbar verändert oder lediglich partielle Anpassungen vorgenommen?

Den größten Einfluss zu jener Zeit hatten sicherlich die diversen Absicherungsbausteine innerhalb des Fonds, dank deren Hilfe wir die Netto-Aktienquote schnell und flexibel über Derivate steuern konnten. Im Einzelaktienportfolio haben wir bewusst frühzeitig eine robuste Auswahl getroffen und konnten uns auf die Qualität der zugrunde liegenden Titel verlassen. Entsprechend wenig Anpassungsbedarf war hier vorhanden. Für jeden überzeugten Aktionär boten die kollabierten Kurse eine optimale Kaufgelegenheit. Dementsprechend waren wir zum Hochpunkt der Turbulenzen bei Einzelwerten besonders aktiv und haben das Einzelaktienportfolio bis zum vertretbaren Maximum aufgestockt.

FondsSuperMarkt: War die Erholung an den Aktienmärkten angesichts der durchwachsenen wirtschaftlichen Perspektiven nicht ein wenig schnell? Und müssen wir deshalb eine erneute Korrektur, vielleicht sogar einen Kurssturz, an den Aktienmärkten erwarten?

Spricht man momentan über „die Aktienmärkte“ muss man deutlich differenzieren und unter die Oberfläche der gängigen Indizes schauen. Die Erholung seit März ist vor allem von den Teilen des Marktes gekennzeichnet, die kaum unter den Auswirkungen der Pandemie leiden oder sogar von ihr profitieren. In anderen Bereichen ist die zwischenzeitliche Erholung weniger nachhaltig. Europäische Banken zum Beispiel sind zuletzt wieder auf ihre Tiefpunkte von März zurückgefallen. Alles in allem jedoch sollte die gegenwärtige realwirtschaftliche Lage ganz gut in den Kursen der unterschiedlichen Aktiensegmente abgebildet sein.

FondsSuperMarkt: Welches wäre das schlimmste Umfeld, das Sie sich in den nächsten Monaten vorstellen können?

Eine erneute Zuspitzung des Infektionsgeschehens ginge wohl keinesfalls mit vergleichbaren Marktreaktionen wie im Frühjahr einher. Für einen solchen Fall konnten sich alle Länder in der Zwischenzeit deutlich besser vorbereiten. Die medizinische Versorgung hat Fortschritte gemacht, es wurden neue Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf gewonnen, und die Menschen haben ganz gut gelernt, mit der Situation umzugehen. Das erklärte Ziel der Politik ist es nun, weitere komplette Lockdowns zu vermeiden. Und selbst wenn es dazu kommen sollte, wissen wir nun über die Entschlossenheit der Notenbanken und der Regierungen Bescheid, mit der sie erneut alle monetären und fiskalpolitischen Mittel einsetzen werden.

FondsSuperMarkt: Sofern dies Ihr „Worst-Case-Szenario“ ist, muss das best-mögliche Umfeld ja geradezu brillant für Aktieninvestoren sein…

Tatsächlich würden die Aktienmärkte im best-möglichen Fall weiter haussieren, diesmal angetrieben von den eher zyklischen und bislang noch zurückgebliebenen Sektoren, die aktuell noch unter der zuvor angesprochenen ökonomischen Ungewissheit leiden.

Viel interessanter indes ist in diesem Szenario der Ausblick für die Rentenmärkte. Die Notenbanken haben schon signalisiert, die kurzfristigen Zinsen zunächst weiter bei null halten zu wollen. Einen zu starken Anstieg der längerfristigen Renditen bei Anleihen können die hoch verschuldeten Staaten auch nicht tolerieren – zu schnell wären die angehäuften Schuldenberge nicht mehr tragfähig. Entsprechend wären die Notenbanken implizit zu Interventionen und weiteren Anleihekäufen aufgerufen. Wie schnell und kontrolliert sich ein solches Szenario am Anleihenmarkt abspielen würde, bleibt aus heutiger Sicht offen.

FondsSuperMarkt: Zu welchem Szenario neigen Sie momentan eher und wie spiegelt sich das im Portfolio?

Es wird wohl eher eine Mischung aller Szenarien – begleitet von anhaltender Unsicherheit. Es ist noch nicht einmal erwiesen, ob es überhaupt einen nachhaltig wirksamen Impfstoff geben wird. Und selbst wenn, kann man über den Zeitraum bis hin zu einem annähernden Normalzustand nur spekulieren. Deshalb fahren wir mit dem Fonds weiterhin auf Sicht und reagieren taktisch auf die sich kontinuierlich ändernden Rahmenbedingungen. Blickte man durch den Nebel hindurch, spricht vieles für die Aktienmärkte und wenig für festverzinsliche Papiere. Das spiegelt sich entsprechend in der strategischen Aufstellung des Ethna-DYNAMISCH.

FondsSuperMarkt: Nun ein Blick auf die Aktienmärkte. Setzen Sie regionale und/ oder auch branchenspezifische Schwerpunkte im Portfolio?

Da die meisten Unternehmen global operieren, spielt bei den entsprechenden Titeln die Auswirkung der regionalen Allokation auf die Wertentwicklung eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger und aussagekräftiger sind daher die Schwerpunkte in der Branchenallokation. Hier gilt es, strukturelle Wachstumstrends als Rückenwind im Portfolio zu nutzen. Nach wie vor werden wir hier vor allem im Technologie-, Gesundheit- und Konsumbereich fündig.

FondsSuperMarkt: In der Regel sind Aktien und Anleihen die tragenden Säulen eines Mischfonds. Bisweilen werden noch andere Assets hinzu gemischt. Wie schaut dies beim Ethna-DYNAMISCH aus?

Aktien – oder allgemeiner: Unternehmensbeteiligungen – sowie Anleihen sind für Mischfonds, die mit Abstand wichtigsten Anlageklassen. Nur sie werfen über die Zeit eine systematische Risikoprämie ab. Dies sollte nie unterschätzt werden. Vergleichbare Eigenschaften bringen nur noch Immobilien mit, welche für die meisten Fonds jedoch nicht direkt investierbar sind. Für uns sind und bleiben andere Anlageklassen immer nur eine Beimischung. Zu nennen ist hier vor allem Gold, welches wir regelmäßig in einer Größenordnung zwischen 0 % bis maximal 10 % berücksichtigen. Auch mit der finalen Allokation der Fremdwährungen kann man in einem globalen Portfolio Akzente setzen und damit die Gesamtpositionierung abrunden. Weitere Anlageklassen lassen wir im Portfolio des Ethna-DYNAMISCH außen vor.

FondsSuperMarkt: Setzen Sie Derivate zur Absicherung ein, um spürbare Kursrückgänge an den Aktienmärkten in Ihrem Fonds abzufedern?

Derivate sind sehr wichtig für eine schnelle und effiziente Steuerung eines aktiven und flexibel verwalteten Mischfonds. Erst sie ermöglichen das Zusammenführen von langfristigen Investments in erstklassigen Unternehmen bei gleichzeitiger Abmilderung der teils imposanten Schwankungsbreite an den Aktienmärkten. Mit einer Kombination diverser Absicherungsbausteine und einer aktiven Allokation konnten wir Aktienkursrückgänge in der Vergangenheit sehr gut abfedern.

Daten des Fonds im Überblick

ISIN

LU0455735596

WKN

A0YBKZ

Kategorie

Mischfonds EUR flexibel - Global

Ausgabeaufschlag

bis zu 5,00%

Ertragsverwendung

thesaurierend (T)

Managementvergütung p.a.

1,60% p. a.

Laufende Kosten (aktueller Stand)

2,01%

Auflegung

10.11.2009

Fondsvolumen (aktueller Stand)

202,49 Mio.

Performance seit Auflage (%),

Stand:

67,86 % Stand 30.09.2020

Kurzprofil des Fonds:

Der Ethna-DYNAMISCH (WKN A0YBKY, ISIN LU0455734433) ist ein aktiv verwalteter, aktienfokussierter Multi-Asset-Fonds, der einen risikokontrollierten Zugang zu den globalen Aktienmärkten bietet. Die Netto-Aktienallokation beträgt 25-100 %. Der wichtigste Performancetreiber des Fonds ist das Aktienportfolio, welches aus etwa 30-40 Einzelaktien besteht. Die erfahrenen Portfolio Manager bewerten nicht nur die wichtigsten Faktoren, die die weitere Entwicklung der Aktienmärkte beeinflussen, sondern bestimmen auch die Attraktivität der Einzelaktien auf der Grundlage der Bewertung des Unternehmens, der Qualität des Geschäftsmodells und der Stärke der Bilanz.

Mit dem Ziel, das Kapital über einen mittel- bis langfristigen (3 - 5+ Jahre) Anlagehorizont zu vermehren und langfristig ähnliche Renditen wie an den globalen Aktienmärkten zu erzielen, eignet sich der Ethna-DYNAMISCH sowohl für erfahrene Anleger als auch für Neueinsteiger, die die erhöhten Wertschwankungen an den globalen Aktienmärkten zugunsten eines höheren Ertragspotentials bewusst in Kauf nehmen.
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