Sonntag, 17. Dezember 2017


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Konjunktureller Abschwung, aber gestärkte Wachstumskräfte

IHK-Konjunkturbericht für die Region Mansfeld-Südharz

Eisleben, (lifePR) - Die Konjunktur in der Region Mansfeld-Südharz hat im Jahr 2007 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Ein konjunktureller Abschwung wird erkennbar. Das Geschäftsklima der Unternehmen ist über alle Branchen hinweg gegenüber dem Vor- und Vorjahresquartal eingetrübt. Die Beschäftigungsabsichten sind verschlechtert, die Investitionsneigung gegenüber Vor- und Vorjahresquartal nahezu unverändert. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) in ihrem jüngsten Konjunkturbericht für die Region.

"Die Industrie der Region steht trotz der jüngsten konjunkturellen Eintrübung nach wie vor auf einem soliden Fundament. Auch das Dienstleistungsgewerbe ist weiterhin stabil und hat sich als zweiter Wachstumsmotor neben der Industrie etabliert. Im Verkehrsgewerbe ist die Stimmung wieder angespannt, Baugewerbe und Handel geraten wieder stärker unter Druck", erläutert IHK-Geschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier.

Der Geschäftsklimaindex der Industrie - gebildet aus den Lage- und Erwartungswerten - sei zwar im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, im Saldo aber noch deutlich positiv. Die nach wie vor sehr gute Lage zeige das solide Fundament des Verarbeitenden Gewerbes in der Region. Die Investitionen der vergangenen Jahre seien eine gute Basis, um weltweit konkurrenzfähige Produkte anzubieten. Die Erwartungen der Unternehmen hingegen würden vor allem aufgrund steigender Rohstoffpreise mehrheitlich schlechter eingeschätzt. Auch die Beschäftigungs- und Investitionsabsichten seien gegenüber dem Vorjahresquartal verschlechtert. Die statistisch erfasste Industrieproduktion sei im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr erneut angestiegen, auch die Beschäftigung hätte um 8,7 Prozent zugelegt.

Das Klima im Baugewerbe habe sich im vierten Quartal 2007 gegenüber dem Vor- und Vorjahresquartal wieder deutlich verschlechtert. Sowohl Lage als auch die Erwartungen der Bauunternehmen seien deutlich eintrübt. Wesentliche Ursache dafür seien die deutlich rückläufigen Auftragseingänge, hauptsächlich aus dem öffentlichen Bau. Die Fertigstellung von Infrastrukturprojekten wie der Autobahnabschnitte der A 38 und A 71 sowie von Abwasseranlagen mache sich deutlich bemerkbar. Zwar seien die Beschäftigungs- und Investitionsabsichten nicht schlechter als im Vorjahr, lägen aber noch immer im negativen Bereich. Geplante Investitionen dienten zu über 80 Prozent der Deckung des Ersatzbedarfs. Der Gesamtumsatz sei im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 81,4 Mio. Euro zurück gegangen. Insgesamt würden die Sondereffekte im Baugewerbe der Region nicht mehr greifen: Die wegen des angekündigten Auslaufens der Eigenheimzulage im vergangenen Jahr vorgezogenen Aufträge im Wohnungsbau seien langsam abgearbeitet. Es sei zu befürchten, dass der strukturelle Anpassungsdruck im Baugewerbe wieder zunehmen werde.

Das Geschäftsklima der Unternehmen des Dienstleistungsgewerbes sei positiv. Deutlich positiv bewerteten die Dienstleister weiterhin ihre Lage, wenn auch leicht verschlechtert. Die Erwartungen seien nahezu unverändert: Positive und negative Werte hielten sich die Waage. Die Planungen bezüglich Beschäftigung und Investitionen seien gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahresquartal zwar verbessert, ein klarer Trend aber nicht erkennbar. Das Dienstleistungsgewerbe habe sich auch im Landkreis Mansfeld-Südharz zu einem wichtigen zweiten Wachstumsmotor neben der Industrie entwickelt. Insbesondere die unternehmensnahen Dienstleistungen hätten den Konjunkturaufschwung mitgeprägt. Ihre Wachstumsaussichten seien aufgrund überregionaler Märkte weiterhin gut, die Enge der regionalen Märkte wirke immer weniger als Wachstumsbremse. Die persönlichen Dienstleister hingegen seien nach wie vor abhängig von der Entwicklung der regionalen Kaufkraft, der wiederum insbesondere durch den demografischen Wandel enge Grenzen gesetzt würden.

Das Geschäftsklima im Handel sei im vierten Quartel 2007 gegenüber dem Vorjahresquartal unverändert. Der Saldo liege erneut im negativen Bereich. Lage und Erwartungen zeigten sich gegenüber dem Vorjahresquartal stabil, gegenüber dem Vorquartal allerdings verschlechtert. Da Ende 2006 die angekündigte Mehrwertsteuererhöhung bevorstand, gäben die unveränderten Werte indes keinen Anlass zur Hoffnung. Eine anziehende Konsumneigung - von vielen Instituten als Stütze der bundesweiten Konjunktur prognostiziert - werde bei den Händlern in der Region nicht spürbar. Zusätzlichen Einkommen durch zunehmende Beschäftigung stünden eine insgesamt sinkende Bevölkerungszahl und stagnierende bzw. real sinkende Renten gegenüber. Insgesamt sei der strukturelle Druck im Handel wieder da, die leichten Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt entschärften die Situation der stagnierenden Einkommen nicht vollständig.

Die Entspannung im Verkehrsgewerbe halte weiter an. Das Geschäftklima sei gegenüber Vorquartal und Vorjahresquartal nahezu unverändert. Die Lage habe sich dabei gegenüber dem Vorquartal verbessert, die Erwartungen verschlechtert. Angesichts guter Entwicklungen in der Industrie schätzten die Unternehmen zwar die aktuelle Situation noch relativ gut ein, steigende Kraftstoffpreise und sinkende Auftragseingänge im Baugewerbe würden allerdings die Aussichten der Verkehrsunternehmen eintrüben. Die Beschäftigungsplanungen seien gegenüber Vorquartal und Vorjahresquartal deutlich verschlechtert. Der sehr negative Saldo lasse zukünftigen Beschäftigungsabbau im Verkehrsgewerbe befürchten. Auch die Investitionsplanungen seien verschlechtert. Kleiner Lichtblick seien jene investitionsbereiten Unternehmen, die als Hauptmotiv nicht allein die Deckung des Ersatzbedarfs, sondern auch Innovationen nennen.
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