Salzwasser Hippos auf den Bijagos-Inseln

Unerwartete Fauna mitten tropischer Flora sowie Einwohner mit animistischem Glauben verhelfen den Bijagos Inseln vor Guinea-Bissau zu einem der geheimnisvollsten Gegenden Afrikas

hipopotamos.jpg (lifePR) ( Giessen, )
In einer einmotorigen Propellermaschine verlassen wir die Hauptstadt Bissau Richtung Südwesten. Unter uns die Küste des Festlandes, bebaute Felder des Stammes der Pepel, etwas Buschwald und vor uns die Weite des Atlantik. Mitten drin erste kleine schwarze Flecken, die Bijagos-Inseln. Landmassen verschiedener Größe, getrennt durch Meeresarme liegen unter uns. Hier ein breiter Mangrovengürtel, welcher die Küste umgibt, dort einzelne Siedlungen mit runden Strohdächern. Vor uns die größte der Inseln, Orango, welche ihren Namen bereits von den Portugiesen erhielt. Wir fliegen tiefer über niedrige Büsche, Affenbrotbäume, üppiger Vegetation, welche sich mit Trockensavanne wechselt, Ölpalmen und setzen zur Landung an.

Orango Park Hotel

Wir werden zum einzigen Hotel auf den Orango Inseln gebracht. Die Unterkunft verfügt über ein Haupthaus und drei im afrikanischen Stil erbauten Bungalows mit einer Kapazität für bis zu 20 Gästen, was eine persönliche und exklusive Gästebetreuung erlaubt. Im Hauptgebäude befinden sich die Rezeption, Bar-Restaurant und ein großzügiger Aufenthaltsraum. Die Grundlage der Küche sind traditionelle Gerichte, welche im Einklang mit der selektierten internationalen Gastronomie die Gäste verwöhnt. Alle Zimmer sind nur wenige Meter vom himmlischen, feinen weißen Sandstrand entfernt. Das Hotel ist Teil eines Solidarprojektes der spanischen Organisation zum Schutz der Biodiversität CBD, mit Sitz in Madrid. Der Profit der Anlage kommt vollumfänglich der lokalen Bevölkerung zu Gute.

Auf Hippo Pirsch

Vom Strand des Orango Parque Hotels wandern wir zuerst entlang des mit Mangroven bewachsenen Flusses ins Innere der Insel. Während der anschließenden Bootsfahrt beobachten wir Flamingos, afrikanische Löffler, Pelikane und über hunderte uns aus Europa bekannte Zugvögel. Einmal durch die Mangroven gekämpft, gelangen wir auf eine von Gras und vereinzelten Bäumen bewachsene Savanne. Hier treffen wir auf Warane, Kafferntrappen und Buschböcke. Unterwegs sind wir in den wichtigsten Tabankas (Dörfer) zu einem Schwatz eingeladen. Unser Hauptziel sind die Lagunen, wo wir auf Hippos und Krokodile stoßen. Dank den lokalen Forstguides, welche die Tiere während Wochen beobachten, wissen wir, wo sie sich aufhalten. Die Hippos leben zwischen den Mangroven im Salzwasser und lieben es, raus in den Ozean zu schwimmen. Vor dem Boot taucht der Kopf eines Hippos auf. Kurz gesehen, taucht das Tier wieder unter. Drei Minuten sollen wir warten. Solange könnten die Tiere ohne zu atmen unter Wasser bleiben, weiß der Reiseleiter. Die große Frage: Wo taucht das Tier wieder auf? Wie schnell kann es sich unter Wasser fortbewegen? Da, es taucht auf. Es ist nicht nur eines, es sind plötzlich drei!

Traditionelle Volksstämme

Die Einwohner von Bijagos haben dank der Abgeschiedenheit der Inselgruppe, den schlechten Transportverbindungen und ihrem Hang zum Alten, jahrhundertalte Traditionen bewahren können, welche ohne Einfluss der modernen Welt, bis in unsere Zeit geblieben sind. Frauen flechten vor den lehmverputzten Häusern die Saiya, ein Kleid aus Stroh, welches von den Mädchen noch heute getragen wird. Schwarze Schweine, kleine Ziegen und freche Hühner tummeln sich zwischen den Häusern. Masken hängen in den Hütten. Sie helfen gegen Geister und den Bösen Blick und werden bei speziellen Festen von den Männern getragen. Die jungen Männer müssen vor dem Erwachsenen sein ihren Mut und ihre Kraft beweisen. Sie leben während dreissig Tagen abseits der Dorfgemeinschaft und werden von den Alten in die Geheimnisse des Stammes eingeweiht und in den Sitten und in der Religion unterwiesen. Erst nach bestandener Prüfung, der Initiation, werden sie als volles Mitglied in die Gemeinschaft aufgenommen.

Ethnologische Forschung

Bereits im Jahre 1931 erkundigte der österreichische Ethnologe Hugo A. Bernatzik diese geheimnisvollen Inseln in Westafrika und berichtete in seinen Büchern über den Frauenstaat, denn hier gilt Mutterrecht. Hier wählt das Mädchen den Mann. Eine Trennung liegt im Belieben der Frau, Männern fehlt ein derartiges Recht, dafür darf er sich nach der Scheidung um die gemeinsamen Kinder kümmern. Die Häuser sind Eigentum dessen, der sie erbaut und da hier nur die Frauen Häuser bauen… Auch alle Geräte, Kücheneinrichtungen, Gegenstände und Haustiere gehören den Frauen. Nahrungsmittel gehören dem, der sie erntet. Die Jagdbeuten gehören dem Mann, da die Frauen nicht jagen.
Stirbt der Mann, erbt die Ehefrau sein ganzes Vermögen. Stirbt die Frau, so sind die Kinder die Erben, das älteste Kind erhält das Haus, der Ehemann geht leer aus.
Diese Traditionen kommen aus der Zeit, als die Königin Pampa Kanyimpa viele Jahrzehnte regierte. Sie sei über hundert Jahre alt geworden und um ihr ruhmreiches Leben bildeten sich zahlreiche Legenden. Königin Pampa hat die Rechte der Frauen gegenüber den Männern beträchtlich verbessert und deren männliche Nachfolger trauen sich bis heute nicht, diese wieder zu ändern.

Meeresschildkröten

Unterwegs zu den Poilao Inseln machen wir einen Zwischenstopp auf der Insel Joao Vieira. Diese Insel gehört zu den wichtigsten Gegenden für die Reproduktion der gefährdeten Graupapageien. Der „Yaco“, wie er in Guinea-Bissau liebevoll genannt wird, ist sehr selten und wird leider auch von Händlern exotischer Vögel sehr gesucht. Unsere Fahrt geht weiter zu den Poilao Inseln, wo wir Baobab- und Ceiba Bäume finden, welche von den Einheimischen als Heilige Bäume verehrt werden und somit geschützt sind. Bekannt ist die Insel aber auch durch ihre hunderte von Wasser-Schildkröten (Chelonia Mydas). Hier befindet sich der weltweit wichtigste Brutplatz dieser Schildkrötenart. Von September bis Januar kommen die Tiere bei Flut an den weichen Sandstrand, um ihre Eier zu legen. Sie graben sich mit den Schwimmflossen ein Loch und legen ihre Brut in den Sand. Nach 30 Tagen schlüpfen die Jungen aus. Die Tiere können unter Führung von Einheimischen bei Mondlicht beobachtet werden.

Gut zu Wissen

Anreise:
Zum Beispiel mit der Royal Air Maroc über Casablanca nach Bissau. Oder über Dakar und Weiterreise auf dem Landweg oder der Fähre.

Einreise:
Visum am besten über:
Luxemburgischen Honorarkonsul von Guinea-Bissau,
Herrn Horst G. Reissenberger, Telefon +352 621 21 83 92
oder per E-Mail:consul_lu@republica-da-guine-bissau.org

Reiseführer:
Der einzige deutsche Reiseführer, der Informationen zu Guinea-Bissau und den Bijagos-Inseln enthält, ist im Verlag Reise Know-How erschienen:
Thomas Baur: Senegal/Gambia/Guinea-Bissau. Bielefeld 2013. ISBN 978-3-8317-2231-0

Veranstalter:
www.batutta-reisen.com

Infos:
Orango Parque Hotel, www.orangohotel.com,
reservas@cbd-habitat.com oder info@hst-marketing.com
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