Ausstieg aus dem Schnabelkürzen: Wie das Federpicken verhindert werden kann

Neues Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück evaluiert Empfehlungen des Tierschutzplans Niedersachsens zur Verhinderung von Verhaltensstörungen bei Hennen

Großes Interesse: Die Projektverantwortlichen und Referentinnen und Referenten Stefan Sagkob, Prof. Dr. Robby Andersson (Hochschule Osnabrück), Friedrich-Otto Ripke, Dr. Birgit Spindler (Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover), Dr. Jörg Baumgarte (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Prof. Dr. Sabine Petermann, Dr. Peter Hiller (Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Lea Klambeck und Hermann Hermeling (v.l.) freuen sich über 135 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung im Gasthaus Hogeback in Visbek zum Projektstart (lifePR) ( Osnabrück, )
Seit Anfang 2017 ist in Niedersachsen das Kürzen des Schnabels von Legehennen verboten. Durch den intakten Schnabel sind die Auswirkungen am Tier beim Auftreten des sogenannten Federpickens größer. Die Empfehlungen für Geflügelbetriebe, die aufgrund des Tierschutzplans Niedersachsen entstanden sind, sollen dies verhindern. Jetzt ist das Forschungsprojekt „Risikoorientiertes Herdenmanagement (RoHm)“ unter Leitung der Hochschule Osnabrück gestartet, das überprüft, „inwieweit die in den Empfehlungen beschriebenen Maßnahmen risikoorientiert erfolgversprechend umgesetzt werden können, welche Defizite bestehen, bzw. welche Ergänzungen der Empfehlungen notwendig sind“, heißt es im Forschungsantrag. Projektpartner sind die Tierärztliche Hochschule Hannover, der Niedersächsische Geflügelwirtschaft Landesverband e.V. und die Landwirtschaftskammer Niedersachen.

Federpicken und Kannibalismus sind Verhaltensstörungen bei Hühnern, die durch verschiedene Faktoren verursacht werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Lichtverhältnisse im Stall oder auch die Fütterung. Dabei spielt die Haltungsform keine Rolle. Federpicken und Kannibalismus können sowohl bei Hennen in Boden- oder Freilandhaltung als auch im ökologischen Landbau auftreten. Die Ursachen sind je nach Betrieb sehr verschieden, was es schwierig macht, allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen.

Dr. Jörg Baumgarte vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz betonte bei der Auftaktveranstaltung des Projektes in Visbek die Rolle Niedersachsens als Vorreiter für den bundesweiten Ausstieg aus dem Schnabelkürzen. Während der zweijährigen Projektlaufzeit werden insgesamt 30 Hühnerherden von den beiden beteiligten Hochschulen in der Aufzucht und der Legeperiode untersucht. Die Empfehlungen des Tierschutzplans sehen zum Beispiel Beschäftigungsmaterialien wie Luzerneballen und Pickblöcke vor, um die Hühner tiergerecht zu beschäftigen.

Aktuelle Erkenntnisse des Projekts sollen auf Workshops und in Webinaren mit Geflügelhaltern und Beratern vorgestellt werden, um Geflügelbetriebe über die besonderen Anforderungen der Hennenhaltung mit ungekürztem Schnabel zu informieren. „Das Projekt fördert den wichtigen Austausch zwischen Landwirten, Beratern, Tierärzten und Wissenschaftlern“ betonte Prof. Dr. Robby Andersson von der Hochschule Osnabrück. Das zweijährige Projekt wird mit rund 750.000 Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.
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