Neue Software für gemeinsam entwickelte digitale Biodiversitäts-Atlanten: Hochschule Bremen kooperiert mit brasilianischen Universitäten

Zusammenarbeit wurde mehrfach als "Vorbildliches Projekt der UN-Dekade der biologischen Vielfalt" ausgezeichnet

Übergabe des verlängerten Kooperationsvertrages zwischen der Hochschule Bremen und der UFRPE. Von links: Prof. Dr. William Severi (UFRPE), Prof. Dr. Maria do Carmo Figueredo (UFRPE), Rita Maia (Assessora Internacional UFRPE ACI), Prof. Dr. Heiko Brunken (HSB) und Prof. Dr. Glícia Calazans (UFPE) / Foto: Geyza Lustosa (Secretaria Executiva ACI) (lifePR) ( Bremen, )
Derzeit ist die Berichterstattung über Brasilien eher wenig positiv. Dass die wahre Situation vor Ort eines differenzierteren Blickes bedarf, davon konnte sich Prof. Dr. Heiko Brunken bei seinem Besuch an beiden Partner-Universitäten in Recife überzeugen. So unternimmt zum Beispiel der brasilianische Bundesstaat Pernambuco erhebliche Anstrengungen zum Schutz seiner bedrohten Ökosysteme. Konkret ging es bei dem Aufenthalt von Heiko Brunken in der Hauptstadt von Pernambuco um die Präsentation und die anschließende Erprobung einer neuen Software für die vor einigen Jahren gemeinsam entwickelten digitalen Biodiversitäts-Atlanten. Die jetzt vollständig überarbeitete Software, deren Funktionsfähigkeit in einem anschließenden praktischen Geländetest bestätigt wurde, ist ein Gemeinschaftsprodukt der fakultätsübergreifenden „Arbeitsgruppe Biodiversität“ an der Hochschule Bremen, bestehend aus der Technischen und Angewandten Biologie sowie der Informatik - genauer: dem Bereich Komplexe Softwaresysteme.

Digitale Biodiversitäts-Atlanten sind wichtige Werkzeuge zur Erfassung und Bewahrung der biologischen Vielfalt. In den digitalen Atlanten werden Daten zur räumlichen und zeitlichen Verbreitung von Tieren gesammelt, in Datenbanken ausgewertet und zeitgleich in Form von digitalen Atlanten im Internet für die allgemeine Nutzung bereitgestellt. Die zoologische Komponente wird im Labor für Angewandte Fisch- und Gewässerökologie an der Hochschule Bremen entwickelt.

Die dem Projekt mit den brasilianischen Partnern zugrundeliegenden Software-Architektur mit dem Arbeitstitel „Biodiversity Warehouse“ (Konzeption: Prof. Dr.-Ing. Heide-Rose Vatterrott, Hochschule Bremen) stellt in einer gemeinsamen Plattform alle erforderlichen Teilmodule (zum Beispiel Dateneingabe, Handy-Applikationen, Kartendarstellung, Export, Literaturverwaltung) in einer gemeinsamen Anwendung zur Verfügung, mit Hilfe derer dann die jeweiligen Instanzen (= Atlanten) erstellt werden können. „Die Bearbeitung erfolgt im wesentlichen in Form von studentischen Projekt- und Abschlussarbeiten und folgt somit dem didaktischen Ansatz der forschenden Lehre“, unterstreicht Heiko Brunken.

Im Rahmen der Hochschulkooperationen zwischen der Hochschule Bremen und den brasilianischen Universitäten (Universidade Federal de Pernambuco (UFPE) und Universidade Federal Rural de Perambuco (UFRPE)) wurden zwischen 2007 und 2017 bereits zwei Digitale Atlanten realisiert und im Internet bereitgestellt: „Fischartenatlas von Pernambuco“ und „Atlas der Herpetofauna von Pernambuco“. Aus Gründen der zwischenzeitlich geänderten Datenschutzbestimmungen und wegen zunehmender Sicherheitsprobleme durch (inzwischen) veraltete Softwarebausteine mussten 2017 beide Atlanten jedoch vom Netz genommen werden. Mit dem „Biodiversity Warehouse“ steht jetzt eine neue Software zur Verfügung, mit der die bestehenden, zum Teil sehr umfangreichen Daten überarbeitet, ergänzt und publiziert werden können. - Übrigens: Die Entwicklung der Atlanten und die Zusammenarbeit zwischen deutschen und brasilianischen Partnern wurde bereits 2013 als „Vorbildliches Projekt der UN-Dekade der biologischen Vielfalt“ ausgezeichnet; 2015 und 2018 gab es dafür erneute Anerkennungen.

„Ging es bei meinem aktuellen Aufenthalt an den beiden Partner-Universitäten UFPE und UFRPE noch darum, den brasilianischen Partnern die inzwischen erreichten Bearbeitungsstände in Form von Feldarbeiten und seminaristischen Übungen zu präsentieren, soll mittelfristig ein Technologietransfer angeschoben werden,“ erläutert Heiko Brunken. „Der inzwischen erreichte hohe biologische und IT-technologische Wissensstand soll von brasilianischer Seite langfristig autonom genutzt und im Sinne des Open-Access-Gedankens weiterentwickelt werden.“ 
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