Handwerkskammer Reutlingen: Fast wie im richtigen Leben

Bauunternehmen Brodbeck und zwei Schulen gehen Bildungspartnerschaft ein

Gehen neue Wege: Roland Feucht, Christina Kimmerle, Neugereuth-Schule, Christian Fellmeth (vordere Reihe), Stefan Hertl und Michaela Lundt (hintere Reihe).Foto: Handwerkskammer (lifePR) ( Reutlingen, )
Die Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG geht neue Wege der Nachwuchswerbung. Bildungspartnerschaft heißt das Projekt. Mit dabei sind die Schillerschule Dettingen und die Neugereuth-Schule Metzingen.

Auf einer Baustelle ist Anpacken angesagt, und zwar bei Wind und Wetter. Eine Vorstellung, die nicht auf jeden Schüler anziehend wirkt. Doch dies sei nur die eine Seite der Medaille, versichert Personalchef Carsten Fellmeth. Denn beim Bau von Straßen und Brücken gehe es vor allem abwechslungsreich zu. Fellmeth will als Bildungspartner Aufklärungsarbeit leisten: " Wir wollen Jugendlichen vermitteln, was auf dem Bau möglich ist."

Den Anstoß zur Kooperation gab die Handwerkskammer Reutlingen im Rahmen des Projekts "Azubi gewünscht". Projektleiterin Michaela Lundt nennt zwei Ziele: "Die Bildungspartnerschaft soll Jugendlichen die vielfältigen Perspektiven im Handwerk aufzeigen und Entscheidungshilfen liefern. Gleichzeitig können Betriebe frühzeitig geeignete Kandidaten kennen lernen und gezielt ansprechen."

Mit rund 15 neuen Lehrlingen pro Jahr zählt das Metzinger Bauunternehmen Brodbeck zu den großen Ausbildern im Handwerk. Schwerpunkt sind die gewerblichen Berufe Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer, Baugeräteführer und Straßenbauer. Hinzu kommt ein Ausbildungsplatz pro Jahr im kaufmännischen Bereich. An Bewerber mit mittlerer Reife richtet sich das Berufskolleg Bautechnik. Absolventen dieses Ausbildungsgangs erwerben neben dem Gesellenbrief gleichzeitig die Fachhochschulreife. "Wir bilden aus für unsere eigene Zukunft", sagt Fellmeth und verweist auf die traditionell hohe Übernahmequote. "Unsere Poliere kommen aus der eigenen Jugend."

Nah ran an die Praxis

"Die betriebliche Ausbildung bietet Möglichkeiten, die auch für Realschüler interessant sind", bestätigt Stefan Hertl, Leiter der Schillerschule. Doch häufig entschieden die Jugendlichen sich für die schulische Variante. "Vor vier Jahren hatten wir einen Jahrgang, der zu null Prozent in die berufliche Ausbildung ging", berichtet Hertl. Mittlerweile liege der Wert bei rund 40 Prozent.

Praktika und Infotage im Betrieb sollen künftig dazu beitragen, Einblicke in Bauberufe zu geben und das Interesse der Haupt- und Werkrealschüler an einer Berufsausbildung zu wecken. Ebenfalls geplant sind Bewerbungstrainings. Personalleiter Fellmeth wird über Qualifikationsanforderungen und Formalien informieren und probehalber Auswahlgespräche führen. Möglichst real soll es dabei zugehen. Roland Feucht, Schulleiter der Neugereuth-Schule, will das Angebot gerne nutzen: "Je anschaulicher die Vermittlung, desto mehr haben die Schüler davon."

Sein Kollege Hertl setzt ebenfalls auf die Rückmeldungen der Betriebe, als Motivationshilfe und um Ansatzpunkte für Verhaltensänderungen zu geben. Von einem "ehrlichen, ungeschönten Feedback" profitierten die Jugendlichen mehr. "Urteile in Watte zu packen", meint der Pädagoge, "ist auf Dauer nicht gut."

Weitere Informationen zum Projekt "Azubi gewünscht" der Handwerkskammer Reutlingen bei Michaela Lundt, Telefon 07121 2412-270, E-Mail michaela.lundt@hwk-reutlingen.de, und im Internet unter www.hwk-reutlingen.de/....
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