Vom Gymnasium ins Handwerk

Handwerkskammer Potsdam startet Modellprojekt zur Stärkung der Berufswahlkompetenz und intensiveren beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern an Gymnasien, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

(lifePR) ( Potsdam/ Götz, )
Die Entscheidung, ob ein Schulabgänger den Weg der dualen Ausbildung oder des Studiums einschlägt, ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben von jungen Männern und Frauen. Beeinflusst werden sie dabei von Elternhaus, Schule und gesellschaftlichen Akzeptanzen. 20 Prozent der Auszubildenden im Kammerbezirk Potsdam sind Abiturienten. Das Handwerk setzte sich in den vergangenen Jahren vehement dafür ein, auch an Gymnasien eine breitgefächerte Berufsorientierung zu implementieren.

Heute nun gab die Handwerkskammer Potsdam den Startschuss für ein Modellprojekt zur Stärkung der Berufswahlkompetenz und intensiveren beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern an Gymnasien. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Insgesamt nehmen über 80 Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen der kooperierenden Schulen an dem bundesweiten Modellprojekt teil.

Der Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst und die Schulleiter des Ernst-Haeckel-Gymnasiums Werder/ Havel, des von Saldern-Gymnasiums Europaschule Brandenburg an der Havel, des Hannah-Arendt-Gymnasiums Potsdam sowie des Leibniz-Gymnasiums Potsdam unterzeichneten im Rahmen des heutigen Pressegesprächs eine Kooperationsvereinbarung zur Berufs- und Studienorientierung im Handwerk für Gymnasiasten.

Ziel des Piloten ist, die Möglichkeiten der dualen Ausbildung aufzuzeigen, Karrierechancen im Handwerk zu verdeutlichen und jungen Menschen die Gleichwertigkeit von dualen und akademischen Ausbildungen darzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung wissen die Handwerksbetriebe um die Notwendigkeit kompetenter Auszubildender, die die hohen Anforderungen meistern. Außerdem soll die Berufswahlkompetenz und Ausbildungs- und Studienreife der Jugendlichen gestärkt werden.

Die Jugendlichen finden in einer Potenzialanalyse ihre individuellen Stärken und Talente heraus. Im Anschluss erproben sie Berufsfelder wie Gebäudeinstallation, Kraftfahrzeugtechnik, Holz- und Metallgestaltung und Elektrotechnik in den Ausbildungswerkstätten des Zentrums für Gewerbeförderung in Götz. Dabei erstellen die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten unter fachkundiger Anleitung anspruchsvolle Werkstücke, arbeiten mit modernster Gebäudeanalysetechnik und computergestützten Messgeräten an Elektro- und Hybridautos.

Einblicke in die reale Arbeitswelt bekommen die Jugendlichen durch Betriebsbesuche. Gespräche mit Firmenchefs beantworten Fragen zur Selbstständigkeit, zu Unternehmensführung und Karriereplanung im Handwerk.

Kammerpräsident Robert Wüst anlässlich der heutigen Unterzeichnung:

„Das Modellprojekt in der Kombination aus Theorie und Praxis sowie der engen Zusammenarbeit mit der Berufsberatung und den Handwerksbetrieben soll Abiturientinnen und Abiturienten für eine Karriere im Handwerk begeistern. Die Möglichkeiten und Perspektiven in einem unserer 130 Ausbildungsberufe und der Berufsausbildung ausführlich kennenzulernen – genau hier setzt das Pilotprojekt an - praxisnah Berufsbilder des Handwerks erlebbar und sich mit den Möglichkeiten einer Karriere im Handwerk vertraut zu machen. Wir sind froh, dass unsere nachdrückliche Forderung der breiteren Berufsorientierung auch an Gymnasien mit diesem Bundesprojekt nun Früchte trägt und hoffen, dass es schnell Fahrt aufnimmt und zur Selbstverständlichkeit an den weiterführenden Schulen wird.“
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