Dienstag, 21. November 2017


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Handwerk sucht Fachkräfte

Sonderumfrage der Handwerkskammer Kassel

Kassel, (lifePR) - „Der seit Anfang 2006 verstärkte konjunkturelle Aufschwung im Handwerk hat auch auf dem Arbeitsmarkt seine Spuren hinterlassen. Immer mehr Betriebe im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk sind auf der Suche nach Fachkräften, können diesen Bedarf jedoch nicht immer decken“, so Kammerpräsident Gerhard Repp bei der Präsentation einer aktuellen Repräsentativ-Umfrage, die bei 700 ausgewählten Betrieben im Kammerbezirk Kassel durchgeführt wurde.

12 Prozent der Befragten gaben an, dass sie aktuell unbesetzte Arbeitsstellen für Fachkräfte haben und zwar im Durchschnitt 1,5 Stellen. Am stärksten ist der Personalbedarf im Ausbaugewerbe: 18,7 Prozent der Betriebe meldeten offene Stellen. Immerhin 31,8 Prozent der teilnehmenden Betriebe gaben an, dass sie in den letzten 12 Monaten offene Stellen zu besetzen hatten.

Die Besetzung offener Facharbeitsplätze stellt sich allerdings für viele Handwerksbetriebe schwierig dar, weil sie trotz der hohen Arbeitslosigkeit keine geeigneten Fachkräfte finden. Mehr als jeder dritte Betrieb (34,6 Prozent) gibt an, dass er Probleme hatte oder aktuell hat, für die unbesetzten Arbeitsplätze geeignete Fachkräfte zu finden. Besonders ausgeprägt sind die Besetzungsprobleme dort, wo die gute Konjunktur und bessere Perspektiven auch Schwung in die Beschäftigtenentwicklung gebracht haben. So berichten 37 Prozent der Handwerke für den gewerblichen Bedarf und über 37 Prozent der Bauhandwerker über Probleme, für offene Stellen geeignete Fachkräfte zu finden. Als Hauptgründe, die der Besetzung von offenen Stellen entgegenstanden oder stehen, rücken die Antwortenden mit weitem Abstand die unzureichende Qualifikation der Bewerber und die mangelnde Eignung in den Vordergrund. Als weiterer wesentlicher Grund steht der Stellenbesetzung auch entgegen, dass die von der Arbeitsagentur Vermittelten oft nicht arbeitsbereit oder einsatzfähig sind.

„Neben diesen Haupthemmnissen ist allerdings erschreckend, dass 21,3 Prozent der Betriebe mit Besetzungsproblemen ihre offene Stellen nicht besetzen konnten, weil es trotz der hohen Arbeitslosigkeit überhaupt keine Bewerber auf die Stelle gab. Dadurch wird Umsatz- und Beschäftigungswachstum im Handwerk verhindert“, betont Repp weiter.

Immerhin 21,7 Prozent der befragten Betriebe planen, in den kommenden zwölf Monaten Fachkräfte einzustellen, sofern die momentan gute Auftragslage anhält (18 Prozent) oder weil die Geschäftstätigkeit ausgeweitet werden soll (3,7 Prozent). Damit könnte schon im nächsten Jahr in einzelnen Gewerken und Regionen eine Fachkräftelücke entstehen oder die bestehenden Knappheiten verschärft werden.

„Die Untersuchung macht sehr deutlich, dass es uns gelingen muss, wieder mehr gut qualifizierte junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen und auf die guten Perspektiven hinzuweisen. Gute Schüler haben hervorragende Chancen im Handwerk. Die demographische Entwicklung und die Tatsache, dass viele Betriebe in den kommenden Jahren einen Nachfolger suchen, unterstreichen diese positive Tendenz. Mit einer breit angelegten Qualifizierungsoffensive kann der Fachkräfteproblematik begegnet werden“, so Präsident Repp abschließend.
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